13.10.2021 - 17:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ärzte empfehlen zeitlichen Abstand zwischen Corona- und Grippeimpfung

Einen Impf-Boom haben die seit Wochenbeginn kostenpflichtigen Coronatests bislang nicht ausgelöst. Aber von abgerissener Impfbereitschaft kann ebenfalls keine Rede sein. Gleichzeitig steigt das Interesse an Grippeimpfungen für den Winter.

In Weiden und im Landkreis Neustadt/WN sind nach wie vor mobile Teams unterwegs, die bürgernahe Impfungen anbieten, so wie hier bei den Sommerserenaden in Weiden.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Während sich in den Weidener Arztpraxen in den vergangenen sieben Tagen weniger Menschen gegen das Coronavirus impfen ließen als in der Vorwoche, waren es im Landkreis mehr Menschen, und im Impfzentrum in Weiden hat sich vor allem die Zahl der Erstimpfungen positiv verändert. Die Impfbereitschaft sei nicht durch die seit Wochenbeginn kostenpflichtigen Coronatests erhöht, sagt der Weidener Hausärztesprecher Dr. Matthias Loew. „Aber die Nachfrage ist ungebrochen. Es tröpfelt weiter, und das ist mehr als erwartet“, erzählt er. Das bestätigt auch sein für die Hausärzte im Landkreis sprechender Kollege Dr. Martin Poschenrieder: „Es kommen immer wieder Leute, die sich doch noch motiviert haben, zum Impfen zu gehen – sei es durch Kostendruck oder Überzeugungsarbeit.“

Grippeimpfung ohne Druck

Bei den Patienten steigt derzeit saisonbedingt die Frage, ob und wie sich die Grippeimpfung mit einer Corona-Schutzimpfung verträgt. „Die Ständige Impfkommission hat frühzeitig gesagt, dass man beide Impfungen miteinander geben kann“, sagt Dr. Loew. „Aber ich tu’s nicht.“ Er empfehle die Grippeimpfung, aber mit einem Mindestabstand von 14 Tagen zur Coronaimpfung. Nur so könne man sicher sagen, von welchem Impfstoff auftretende Nebenwirkungen wie Fieber ausgelöst worden seien. „Und es gibt noch keinen zeitlichen Druck für die Grippeimpfung. Wir haben meist Ende Dezember erste Fälle“, so Dr. Loew. So richtig schlage eine Grippewelle meist erst ab Februar durch. Möglich sei, dass er deshalb ab Dezember zu einer zeitgleichen Verabreichung raten würde.

Eindringlich rät auch Dr. Poschenrieder zur Grippeimpfung: „Die ist in diesem Jahr sehr, sehr wichtig, weil wir nach wie vor verhindern müssen, dass Grippe- und Coronawelle zusammentreffen. Und es wird mehr Grippefälle geben als im letzten Jahr, weil es keinen Lockdown gibt.“ Es gelte, das Pflege- und medizinische Personal zu schützen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Er empfiehlt einen Abstand von zwei bis vier Wochen zur Coronaimpfung. „Es ist ein praktisches Problem: Wenn einer eine der Immpfungen nicht so gut verträgt, kann man die Ursache nicht auseinander halten – und dann will derjenige im nächsten Jahr gar keine Impfung.“

Beide Ärzte rechnen damit, dass Menschen über 70 Jahren bald ihre Coronaimpfungen auffrischen können. Bislang ist dies nur bei Menschen ab 80 und immungeschwächten Personen der Fall. Die Ständige Impfkommission hat aber bereits eine Empfehlung für Über-70-Jährige ausgesprochen, über die derzeit beraten wird. Dr. Poschenrieder schätzt, dass es noch ein bis zwei Wochen dauert bis zu einer neuen Verordnung.

In den Weidener Praxen sind bislang 20 248 Impfungen gegen Covid-19 verabreicht worden, davon 9 850 Erst-, 10 212 Zweit- und 186 Auffrischungsimpfungen. In den vergangenen sieben Tagen (Stand Dienstag) haben 75 Menschen eine Erstimpfung erhalten (Vorwoche: 96), 124 erhielten das Serum zum zweiten Mal (Vorwoche: 207), und 47 Menschen haben aufgefrischt (Vorwoche: 43).

Im Landkreis sind bislang 42 032 Menschen geimpft worden, davon 20 139 das erste Mal, 21 322 das zweite Mal und 571 haben ihre Impfungen aufgefrischt. Die Auswertung der vergangenen sieben Tage im Landkreis: 207 Bürger ließen sich zum ersten Mal piksen (Vorwoche: 160), 324 bekamen eine zweite Impfung (Vorwoche: 278) und 173 frischten auf (Vorwoche: 87).

Mobile Teams mit Sonderaktionen

In den Impfzentren sind bisher 56 723 Menschen einmalig, 54 345 Menschen das zweite Mal und 808 zum dritten Mal geimpft worden. In den vergangenen sieben Tagen wurden im Impfzentrum 244 Menschen das erste Mal geimpft (Vorwoche: 169), 535 bekamen ihre Zweitimpfung (Vorwoche: 556) und 141 haben aufgefrischt (Vorwoche: 196).

Ohne Termin kann man sich dienstags bis samstags von 9 bis 17 Uhr im Impfzentrum den Coronaschutz verpassen lassen. Wer mit Johnson & Johnson geimpft wurde, kann sich ab vier Wochen nach der Impfung einen zusätzlichen Schutz von Biontech spritzen lassen.

Täglich im Einsatz sind auch zwei bis drei mobile Impfteams. Sie führen Sonderaktionen durch und impfen in Seniorenheimen. In der kommenden Woche halten sie an Supermärkten, aber auch an Autobahnraststätten und bei Veranstaltungen wie dem Dance Your Style Contest in in Weiden.

Medizinisches Personal zahlt oft hohen Preis für Einsatz in der Corona-Pandemie

Sulzbach-Rosenberg
Service:

Hier halten die mobilen Impfteams kommende Woche

  • Dienstag, 19. Oktober: 15 bis 19 Uhr, Vohenstrauß, Rewe
  • Dienstag, 19. Oktober: 13 bis 16 Uhr, Waidhaus, Netto
  • Mittwoch, 20. Oktober: 13 bis 16 Uhr, Windischeschenbach, Netto
  • Mittwoch, 20. Oktober: 13 bis 16 Uhr, Mantel, Netto
  • Donnerstag, 21. Oktober: 13 bis 16 Uhr, BHS Weiherhammer
  • Freitag, 22. Oktober: 13 bis 16 Uhr, Eslarn, Netto
  • Freitag, 22. Oktober: 13 bis 18 Uhr, Weiden, NOC
  • Sonntag, 24. Oktober: 11 bis 19 Uhr, Weiden, Mehrzweckhalle. Hier findet an diesem Tag der „Dance Your Style Contest“ statt.

 

 

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