Weiden in der Oberpfalz
09.12.2019 - 15:15 Uhr

Afrikanische Schweinegrippe vor der Tür

Die Gefahr, dass die Afrikanische Schweinegrippe in Kürze Deutschland erreicht, wächst. Wie Constanze Erl-Höning vom Weidener Veterinäramt bekanntgab, seien erste Fälle in unmittelbarer Nähe der belgischen und polnischen Grenze aufgetaucht.

Die Grippe sei zwar für Menschen ungefährlich, könne aber einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. „In Rumänien und Ungarn brennt es“, machte Jagdvorsteher Alois Lukas in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Weiden in der Gaststätte Dagner das Ausmaß der Krise deutlich. Auch China habe momentan massive Probleme. „Wir sind die nächsten, die es erreicht.“ Und: „Das wird ähnlich werden wie bei der Maul- und Klauenseuche bei Rindern.“ Trete ein Fall auf, werde sofort ein Sperrbezirk eingerichtet und die Tiere könnten nicht mehr vermarktet werden. „Wir müssen aufpassen, dass sich die Seuche lokal begrenzt hält.“

„Bei uns steht die Überprüfung der Hausschweine im Fokus“, berichtete die Amtstierärztin und bat um Hinweise, sollte jemand wissen, dass irgendwo Schweine in einem Minigehege im Wald gehalten würden. Beim Auffinden toter Wildschweine sollte man sofort Proben einschicken.

Wie Lukas sagte, werde die Jagdgenossenschaft in diesem Jahr erstmals keine Spende an die Stadt Weiden überweisen, nachdem die Tombola der Marktkaufleute heuer aufgegeben worden sei. „Wir können das Geld selbst brauchen und werden damit unsere Wege richten.“

Der neugewählte Jagdberater Hans Trottmann informierte über das Kitzrettungsprogramm des Freistaats Bayern. Akustikgeräte an landwirtschaftlichen Maschinen würden bezuschusst. Allerdings sei die Zahl auf 800 Stück begrenzt und die Kapazität wahrscheinlich schon aufgebraucht. Drohnen mit Wärmebildkameras würden sich bestens anbieten. Leider seien die sehr teuer und aus bürokratischen Gründen uninteressant.

Erstaunlich sei die Zunahme bei Rehen und Schwarzwild. Seit 1983 habe sich die Zahl von Rotwild um 40 Prozent erhöht, was sich allein schon an den Verbiss-Zahlen zeige. Die Wildschweine hätten sich im gleichen Zeitraum verelffacht. „Das liegt bestimmt nicht am faulen Jäger.“ Die Lebensbedingungen für Wildschweine hätten sich einfach grundlegend verbessert. „Hier spielt auch die Klimaerwärmung eine Rolle.“ Früher seien viele Frischlinge erfroren. Die Wurfzeit finde im Januar und Februar statt. Heute sei es ungleich wärmer. „Die idealen Bedingungen für Schwarzwild.“

Trottmann stellte auch den neuen Dreijahresabschlussplan vor. Weitere Themen waren Nutzung und Einsatz von Nachtzielgeräten (Genehmigung wird für drei Jahre erteilt) und Schalldämpfern. Zum neuen Datenschutzbeauftragten wurde Hans Dittrich gekürt. Allerdings bestehe auch die Möglichkeit, dass alle Jagdgenossenschaften einen gemeinsamen Beauftragten bestimmten, sagte Trottmann. "Das entscheidet aber jede Genossenschaft selber."

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