Im Jahr 2025 hat die Aktion „Lichtblicke“ bis Mitte Dezember bereits 92 Mal geholfen, vor allem Alleinlebenden, Alleinerziehenden, kinderreichen Familien, kranken Menschen und Senioren. Elisabeth Hirn vom Caritasverband Weiden-Neustadt sowie Dagmar Deutschländer und Astrid Baierl von der Diakonie, die sich als Partner der Aktion federführend um die Vergabe der Gelder kümmern, wissen: Bei 70 bis 80 Prozent der Hilfesuchenden kommt es wegen einer Erkrankung zur Verschärfung der finanziellen Situation.
So etwa bei einer alleinerziehenden Mutter aus Weiden, die an Krebs erkrankt ist. Zwar bekam ihre Tochter durch das Bildungs- und Teilhabepaket die Kosten für die Schulabschlussfahrt bezahlt, hatte aber kein Taschengeld zur Verpflegung für die mehrtägige Reise. Diese hat die Aktion „Lichtblicke“ dann übernommen. Die meisten Antragssteller kommen zu den Sozialverbänden, weil sie von der Aktion „Lichtblicke“ gehört haben und fragen nach Hilfe. Die Sozialpädagoginnen nutzen dann ihr Netzwerk und beraten die Menschen auch für weitere Hilfen: Durch die Bearbeitung der Spendenanträge konnten manchmal weitere Unterstützungen wie Bürgergeld, Grundsicherung, Wohngeld, Mietzuschuss oder Kinderzuschlag initiiert werden.
Unbezahlbare Hilfe
Die Mitarbeiterinnen der christlichen Sozialverbände schauen aber auch, ob andere Stiftungen oder Hilfswerke greifen könnten. Mit ihrem Wissen leisten sie sozusagen unbezahlbare Hilfe, das wissen auch die Vorsitzenden des Vereins „Lichtblicke“, Martin Staffe und Viola Vogelsang-Reichl. Denn alle Unterstützer der Aktion engagieren sich unentgeltlich. Spenden kommen bei den in Not geratenen Menschen in der Region an und gehen nicht in der Verwaltung auf.
Es müssen nicht immer große Summen sein, oft hilft eine überschaubare Summe schon weiter: Ein Rentner aus einem Dorf im Landkreis Neustadt war seit längerem überfordert, seine persönlichen und behördlichen Angelegenheiten zu regeln. In einem ausführlichen Gespräch ermutigten ihn die Sozialarbeiterinnen, einen gesetzlich bestellten Betreuer zu beantragen, damit er langfristige Hilfe erhält. Die offenen Stromrechnungen – mit Androhung einer Stromsperre – übernahm „Lichtblicke“. Neben Zahlungen an Energieversorger, Mietrückständen, Zuschüssen zu Elektrogroßgeräten (wie Herd, Waschmaschine oder Kühlschrank) gab es 2025 auch Zuzahlungen zu Lebensmitteln, Kleidung, Möbeln, medizinischen Leistungen, Fahrtkosten und Überbrückungsleistungen.
Zahlreiche Projekte
Neben Einzelschicksalen unterstützt die Aktion „Lichtblicke“, die vor 31 Jahren in der Lokalredaktion von Oberpfalz-Medien entstanden ist, mittlerweile auch ausgewählte Projekte. So etwa das Pilotprojekt – die neue Nachbarschaftshilfe – der Tafel oder deren Kinderfest, ebenso das magische Projekt für Jugendsozialarbeit, die Initiative zur Vermeidung von Obdachlosigkeit und die Alleinlebendenweihnacht in Weiden.
In der emotionalen Weihnachtszeit ist die Not oft groß. Eine schwerbehinderte Frau, die Erwerbsminderungsrente erhält, wandte sich an das Hilfswerk, nachdem sie kurz vor Weihnachten in ihrer Wohnung einen Wasserschaden hatte. Wegen der Zuzahlung zu Pflegehilfsmitteln hatte sie kaum Ersparnisse. Durch die zeitnahe Kostenübernahme eines funktionierenden Ölofens konnte laut Dagmar Deutschländer abgewendet werden, dass die „alleinlebende Frau zu Weihnachten im Kalten sitzt“.
Neue Hoffnung schenken
Möglich ist das alles nur Dank der zahlreichen Spenderinnen und Spender – sowie durch Musiker und andere Akteure, welche den Verein „Lichtblicke“ durch Benefizauftritte unterstützen, sagen Staffe und Vogelsang-Reichl. Seit Jahren singt das Ensemble CantArt in der Neustädter Kirche St. Georg für das Hilfswerk und seit Jahrzehnten spielt Hermanns Kasperltheater in den Sommerferien zugunsten der Aktion. Im Jahr 2025 traten außerdem die King-Size-Juniors und Sing Out im Herbst in der Störnsteiner Kulturscheune für den guten Zweck auf, ebenso Andrea „Bibi“ Bibel und Hans Joachim Grajer an einem lauen Sommerabend im Innenhof des Quartiers Neue Naabwiesen. Auch der Erlös des Jubiläumskonzerts der Blaskapelle Oberwildenau galt dem Hilfswerk. Das gesamte "Lichtblicke"-Team ist immer wieder begeistert, wie viele Menschen sich für in Not geratene Mitmenschen einsetzen und ihnen damit neue Hoffnung schenken.













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