30.07.2021 - 12:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Aktion der Philatelie für Gruppen, die sich in Weiden für Toleranz einsetzen

Ein Zeichen für Toleranz setzten die Philatelie Weiden und ihre Mitarbeiter. Das wird auch einen finanziellen Ausfluss in viele Hilfsaktionen und Projekte in der Stadt haben.

von Uwe Ibl Kontakt Profil

Hilfsbedürftige in der Region standen im Fokus des Global Volunteer Days bei der Philatelie und ihren rund 400 Mitarbeitern in Weiden. Unter den Ständen, die auf der Galerie der Versandhalle für ihre sozialen Projekte warben, war auch die Aktion Lichtblicke von Oberpfalz-Medien vertreten.

Für Sammler und die Mitarbeiter gab es eine spezielle Stempelkarte sowie eine Klappkarte mit Sonderstempel und den Logos der beteiligten Aktionen zur Erinnerung an den Tag der Toleranz. Die Briefmarke zeigt einen Ottifant mit Regenbogen. Spätestens das Verbot der Stadionbeleuchtung während der EM in München hat dieses Symbol wieder in die Diskussion gebracht. "Wir wollen, dass der Tag der Toleranz nachhaltig ist", betonte Sieglinde Ostermeier.

Hilfsbedürftige in der Region unterstützen

Die Leiterin des Kundenservices nannte es ein großes Anliegen, Spendengelder zu sammeln, um Hilfsbedürftige in der Region zu unterstützen. "Dabei freuen wir uns sehr, dass so viele lokale Verbände und Organisationen auf dem Gelände ihre Arbeit vorstellen und so nochmal mehr auf das Thema aufmerksam machen." Auch Schirmherr Jens Meyer freute sich über die vielen Mitstreiter, die in der ganzen Stadt Weiden Toleranz zeigen und leben. "Das war nicht immer so, aber wir sind unserer Geschichte verpflichtet", sagte der Oberbürgermeister.

Meyer erinnerte an die Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, als das 24.000-Einwohner-Städtchen durch die Vertreibung in Folge der Beneš-Dekrete quasi über Nacht 12.000 weitere Menschen aufnahm. Es gab kein Essen und keine Wohnungen und dennoch hätten die Weidener gesagt: "Das bekommen wir hin." Meyer: "Diese Menschen haben mit dazu beigetragen, dass Weiden jetzt in dieser Blüte da steht."

100 Nationen leben friedlich

Auch später als Flüchtlinge aus der DDR, dem ehemaligen Jugoslawien oder der zerfallenden Sowjetunion gekommen seien, habe die Stadt und ihre Bürger sich um sie gesorgt und tun das immer noch zuletzt bei Menschen aus Syrien und jetzt verstärkt aus Afghanistan. Die Urkunden bei Einbürgerungen übergebe er selbst betonte der Rathauschef. "Ich möchte zeigen, dass wir offen für alle sind. Sie sind uns willkommen und wir werden für diese Menschen sorgen." Wenn er den Neubürgern ein Grundgesetz überreiche, erfahre er, welch ein Geschenk es sei, hier in Frieden zu leben. "In Weiden gibt es 100 Nationen, die friedlich nebeneinander wohnen."

Es sei nicht selbstverständlich, wie hier Frieden und Toleranz gelebt würden. "Corona hat gezeigt, wie wie instabil und gefährdet die Demokratie ist." Der Oberbürgermeister sprach von einem Gänsehaut-Gefühl bei der Erinnerung an die versuchte Erstürmung des Reichstags. "Toleranz muss Tag für Tag gelebt werden", forderte er. Dass sei wie mit dem Muttertag. "Ich muss meine Mutter jeden Tag lieben und dennoch ist es gut, dass es auch den besonderen Muttertag gibt."

"Tag der Toleranz" reicht nicht

"Ein Tag der Toleranz reicht uns nicht", nahm Ostermeier den Faden auf. "Am 16. November, dem internationalen Tag der Toleranz machen wir Kassensturz und bitten die Hilfsaktionen zur Spendenübergabe." Bis dahin suche sie noch nach kreativen Ideen, den von den Mitarbeiter gespendeten Betrag aufzustocken.

Der in Bonn angesiedelte stellvertretende Niederlassungsleiter der Philatelie, Thomas Bauch, berichtete von einer Kollegin aus seinem Umfeld, die bei der Hochwasserkatastrophe mit den Kindern und ihrem Mann auf dem Dach ihres Hauses gesessen war. Am Montag habe sie erfahren, dass das Haus nicht mehr zu retten sei. Dennoch seien die Zusteller und Mitarbeiter der Postfilialen vor Ort unterwegs und versuchen, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten beziehungsweise wieder aufzurichten. Ostermeier: "In den Hochwassergebieten haben wie den Menschen Zettel gegeben, auf die sie uns geschrieben haben, wo wir ihre Post hinstellen sollen." Die Kundenservice-Chefin sprach von einem pragmatischen Vorgehen ohne die sonst bei dem gelben Riesen üblichen Prozesse.

2019: Heftige Kritik an Ausgliederungsplänen der Philatelie

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Soziale Organisationen stellen sich den Philateliemitarbeitern vor

  • Adventslicht Weiden
  • Amnesty International
  • AK Asyl
  • Aktion Lichtblicke
  • Caritas
  • Diakonie
  • Weiden ist bunt
  • Rainbownet & Diversity sowie weitere postinterne Aktionen

 

 

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