09.02.2020 - 15:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Aktionstag "Wir haben Platz": Kundgebung gegen die Not der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln

"Wir haben Platz", fordern die Aktivisten bei einer Kundgebung. Weiden zählt zu den bundesweit 25 Städten, in denen Menschen gegen die Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln demonstrierten.

Aktionstag "Wir haben Platz" für die Flüchtlingskinder auf den griechischen Inseln
von Siegfried BühnerProfil

"Allein im Lager Moria leben 19 000 Menschen unter katastrophalen Umständen", sagte die Hauptorganisatorin der Kundgebung Karin Fichtner am Samstag über das Auffanglager auf der griechischen Insel Lesbos. Ganz besonders seien die vielen Kinder unter den Flüchtlingen vom Mangel an Lebensmitteln und unvorstellbar schlechten hygienischen Zuständen betroffen. "Wir sitzen hier in Weiden und da unten herrscht bei den Kindern unvorstellbares Leid", rief Fichtner.

Zahlreiche Redner, darunter auch die Stadträte Gabriele Laurich und Veit Wagner, forderten die Bundesregierung zu Hilfsmaßnahmen auf. Noch mehr Kommunen sollten die "Potsdamer Erklärung" unterschreiben, nach der aufnahmebereite Kommunen aus Seenot im Mittelmeer gerettete Geflüchtete auch zu sich holen können.

"Die Kommunen, die Flüchtlinge aufnehmen wollen, müssen gehört werden", forderte Wagner. Er forderte auch die Nachbarn in Tschechien auf, sich an der Aktion Seebrücke zu beteiligen. Als Mitorganisatorin der Kundgebung stellte Hilde Lindner-Hausner fest: "Es fehlt einfach der politische Wille zu helfen." Ministerpräsident Markus Söder solle doch Regelungen schaffen, zumindest die unbegleiteten Jugendlichen aus Griechenland zu holen, sagte Lindner-Hausner.

Sie appellierte an die Stadt Weiden, "der Bereitschaft des Oberbürgermeisters eine Erklärung des Stadtrats folgen zu lassen".

Stadträtin Laurich plädierte dafür, das Thema in die nächste Stadtratssitzung zu bringen. "Ich schäme mich", bekannte Helmut Schöner von der ÖDP in Weiden.

Weitere Redner der Kundgebung waren Carolin Schiml vom Verein Rio Raum, Falk Ponsold von Die Grünen und Johann Wührl von der Linksjugend.

Die Zuhörer der Kundgebung wurden aufgefordert einen Brief an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten ihres Wahlkreises zu unterschreiben oder ihn persönlich an die Abgeordneten zu schicken. "Sorgen Sie dafür, dass die Bundesregierung diese Kinder und Jugendlichen sofort aus den Lagern nach Deutschland holt. Wir haben Platz". In dem Brief heißt es auch: "Die Zivilgesellschaft will nicht mehr tatenlos zusehen. Wir wollen endlich Verantwortung übernehmen." Mehr als 120 Städte, Kreise und Länder hätten sich bereits zum "sicheren Hafen" für Flüchtlinge erklärt.

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