03.12.2018 - 09:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Alle Flüsse führen ins Meer

Mikroplastik verseucht weltweit unsere Gewässer. Auch die Waldnaab? Das versuchen Schülerinnen der Sophie-Scholl-Realschule mit Forschergeist herauszufinden.

Das "Reporterteam" dokumentiert die Arbeit der Mikroplastiksammlerinnen.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

"Ich finde das blöd, dass die Menschen so viel Müll wegwerfen und nicht auf die Umwelt achten", stöhnt Elisa Kellermann. Die elfjährige Schülerin der Sophie-Scholl-Realschule nahm mit ihren Klassenkameradinnen der Forscherklasse 6 c an der bundesweiten Citizen-Science-Aktion "Plastikpiraten - Das Meer beginnt hier!" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teil.

"Mehr als zwölf Millionen Tonnen Kunststoff landen jährlich im Meer, ein beachtlicher Teil gelangt über Flüsse und Bäche dorthin", schreibt das BMBF in einer Broschüre. Zwischen 15. September und 15. November lief dessen Forschungsschwerpunkt "Plastik in der Umwelt", bei dem das Ministerium die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in deutschen Fließgewässern untersuchte. Die Schülerinnen lieferten mit ihrer Aktion zusätzliche Informationen, und zwar mit wissenschaftlichen Methoden.

Dazu ging ihre Lehrerin Julia Reiß mit der Forscherklasse ins Stadtbad. Dort teilte sie die Klasse in mehrere Gruppen. Eine davon hatte etwa die Aufgabe, Proben von Makroplastik zu sammeln, die in der Waldnaab treiben oder ans Ufer geschwemmt werden: Binnen kürzester Zeit stapelten sich schlammige Plastikbecher, Mülltüten und "Bifi"-Verpackungen auf einem Haufen. Die Ergebnisse dokumentierten die Schülerinnen auf einer digitalen Deutschlandkarte.

Eine andere Gruppe ließ von der Brücke ein Mikroplastiknetz ins Wasser hinab. Eine Stunde lange sollte dieses kaum wahrnehmbare, im Wasser treibende Kleinstpartikel sammeln. Die wollen die Schülerinnen an das BMBF schicken.

Achtlos weggeworfener Müll ist nicht das einzige Problem. Die Schülerinnen haben bei sich zu Hause protokolliert, wie viel Plastikmüll sie durch Alltagsprodukte verbrauchen, erklärt Reiß. Maria-Michelle Zintl hatte zum Beispiel ihren Tagesverbrauch an Plastik an einem Plakat festgeklebt: Schokoladen-, Seifen-, Obstpackungen. Ihre Mitschülerin Emily Walenta filterte Gesichts-Peeling in einem Kaffeefilter. Beide betonten, wie überrascht sie gewesen seien, "wie viel man im Alltag verbraucht", etwa auch durch Milchtüten oder Getränke in Plastikflaschen.

Ihre Klassenkameradin Franziska Meier hat deshalb beschlossen, "in Zukunft weniger Sachen mit Plastik zu kaufen". Obwohl das nicht so einfach sei, weil Plastikprodukte oft günstiger und "andere Sachen schwer zu finden" seien. Selbst der Metzger wickle alles in Plastikfolie.

Wie viel Mikroplastik schwimmt in der Waldnaab? Das wollen die Schülerinnen der Forscherklasse 6c der Sophie-Scholl-Realschule herausfinden.
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