21.10.2019 - 15:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Allerlei Kuppelei bei den "Weidner Komödiens"

Die Theatergruppe "Weidner Komödiens" feiert Premiere mit dem Lustspiel "Der vererbte Hochzeiter" und trifft genau den Geschmack der Zuschauer.

Nix erreicht außer Kopfschmerzen. Hans Wieser (Gerd Zielbauer, rechts) setzt alles daran, seine Tochter Tina (Sophie Biller) mit dem Bürstenbinder Sepp (Michael Zielbauer) zu verkuppeln.
von Helmut KunzProfil

Verliebt, verlobt, verheiratet. Das hätten sie natürlich gern, der Wieserbauer Hans und seine Bäuerin Christa. Den Spieß in die richtige Richtung drehen, damit Tochter Tina den doch etwas einfacher gestrickten Bürstenbinder Sepp zum Gatten nimmt. Warum? Weil Tante Klara gestorben ist. Und weil der Pfarrer überraschend mit einem Testament vor ihrer Nase wedelt.

„Der vererbte Hochzeiter“, ein Lustspiel von Marianne Santl, verheißt den Zuschauern einen turbulenten Spaß. Am Samstagabend feierte das Stück der „Weidner Komödiens“ unter der Regie von Gitte Frank in der Waldgaststätte Strehl eine viel beklatschte Premiere. Vor allem Bühnen-Rückkehrer Gerd Zielbauer ließ als Parade-Komiker in der Rolle des arglistigen Wieser Hans keine Gelegenheit verstreichen, sein Publikum tüchtig ins Zwerchfell zu zwicken.

Tochter Tina führt ein lockeres Leben, was ihren Eltern gar nicht passt. Nach dem Tod der einzigen Schwester, erhofft sich der Wieserbauer ein stattliches Wohnhaus mit einigen Tagwerken Grund. Weitere Verwandte gibt es ja nicht. Aber da haben die beiden die Rechnung ohne den Sepp gemacht. Nun heißt es, Töchterchen Tina unter die Haube zu kriegen, um nicht selbst auf der Straße zu landen.

Mit gezielten Aktionen versucht das Ehepaar fortan den liebenswerten Tölpel Sepp in Richtung Tina hormonell zu manipulieren. Sie glauben leichtes Spiel zu haben. Und kurzfristig glaubt der Naivling sogar, die Wiesers meinten es gut mit ihm. Aber da gibt es ja noch Stase, die schlampige, gefräßige, faule und freche Magd. Und die liegt auf der Wacht, was eine Verkettung von Umständen nach sich zieht. Jetzt geht der Spaß erst richtig los.

Bei so viel geballtem Grimassenreißen weiß man nicht, wem man mehr Beifall zollen soll: Gerd oder Michael Zielbauer, der hervorragend den gutgläubigen Sepp gibt. Das Stück ist kurzweilig, wie haarsträubend. Und man kann sich bedenkenlos ins Vergnügen stürzen, wenn die ansonsten recht gefräßige Stase, gespielt Marina Zielbauer, auf Gespensterjagd geht. Da bleibt kein Auge trocken. Ein toller Einfall ist das T-Shirt des Pfarrers (Simon Mauerer) mit dem Bild eines listig wirkender Papst Franziskus, der den Daumen hoch hält.

In weiteren Rollen spielen Lisa Weismeier (Christa Wieser), Sophie Biller (Tina Wieser), Simon Boll (Flori) und Sandro Witt (Leo Brunner). Regisseurin Gitte Frank ist als Nachbarin Kathl Weber zu sehen. Der krachlederne Dreiakter spielt im bäuerlichen Milieu und ist bei Pirk angesiedelt. Als Vertreter des Oberbürgermeisters gratulierte Karl-Heinz Schell von den „Lustigen Konradern“ zur gelungenen Premiere. Weitere Aufführungen gibt es am 26. Oktober, 2. November, 9. November, 15.November und 16. November jeweils um 20 Uhr. Die Vorstellung am 3. November beginnt bereits um 17 Uhr. Karten gibt es montags, freitags und samstags bei Service Gruhle in der Türlgasse 8.

Au, tut das weh! Hans Wieser (Gerd Zielbauer) lässt sich von seiner Frau Christa (Lisa Weismeier) verarzten.
Denen mach' ich einen Strich durch die Rechnung. Marina Zielbauer als gefräßige Magd Stase.
Jetzt reicht's mit dem Schnaps. Du musst schließlich einen klaren Kopf behalten. Der Bürstenbinder Sepp will sich noch einen hinter die Binde kippen. Magd Stase (Marina Zielbauer) will ihn bremsen.
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