29.07.2021 - 14:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Alpenverein plant Bau einer Kletterhalle in Weiden

Die Sektion Weiden des Deutschen Alpenvereins mit 2600 Mitgliedern verkauft die Steinwaldhütte bei Pfaben. Vom Erlös könnte nahe des Festplatzes an der Conrad-Röntgen-Straße eine Kletterhalle entstehen. Ein Zwei-Millionen-Euro-Projekt.

Die Weidener Sektion will einen eigenen Kletterturm. Hier eine Version für Kinder.
von Helmut KunzProfil

Die Entscheidung fiel beim Alpenverein, Sektion Weiden, eindeutig aus: In der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend in der Max-Reger-Halle beschlossen die Mitglieder den Verkauf mit 88 Ja- und sechs Nein-Stimmen bei 14 Enthaltungen. Die Veräußerung soll nach den Modalitäten der Hüttenverordnung erfolgen und zwar an einen Käufer zur weiteren Eigennutzung der Sektion.

Der Verkaufserlös fließt wohl in den geplanten Neubau einer Kletterhalle mit Geschäftsstelle und Mehrzweckraum an der Conrad-Röntgen-Straße in unmittelbarer Nähe zum Neuen Festplatz. Die Mitglieder entschieden sich nach zahlreichen Wortbeiträgen in Mehrzahl für die Projektierung. Wie Vorsitzender Stefan Schönberger erläuterte, handelte es sich bei der Abstimmung lediglich um die Zustimmung für eine Machbarkeitsprüfung.

Neubau: Zwei Voraussetzungen

Denn Voraussetzungen seien eine gesicherte Finanzierung sowie ein beständiges Projektteam von mindestens 20 Personen. Außerdem laufe nichts ohne die Freigabe durch die Bundesgeschäftsstelle in München. Für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt hoffe man auf satte Zuschüsse. Der Vorsitzende aber betont: „Wir beschließen heute noch nicht den Bau der Kletterhalle, sondern wir beschließen heute lediglich die weitere Planung und Projektumsetzung. Wenn wir dann alles beieinander haben, berufen wir noch einmal eine außerordentliche Jahreshauptversammlung zur endgültigen Abstimmung ein.“

Ein Neubau steigere die Attraktivität des Weidener Alpenvereins und biete der Sektion im Mehrzweckbereich die Möglichkeit einer gefestigten Jugendarbeit, unterstrich Schönberger. Auch Familiengruppen könnten hier in eigenen Räumen dauerhaft arbeiten und trainieren. Ferner wäre zentrumsnah eine ständige Aus- und Fortbildungsstätte gesichert.

Erste Entwürfe stehen

Nach ersten Entwürfen beinhalte das Gebäude im Innenbereich einen 16 Meter hohen, freistehenden Kletterturm mit 800 Quadratmetern Kletterfläche, der die komplette Anlage optisch überrage. „Vielleicht könnte man im Außenbereich die vereinseigenen Kletterwände in der Berufsschule wieder mitverwenden.“ Das Ganze ließe sich natürlich weiterentwickeln, „ich denke da an Speedkletterwände für den Leistungssport“, was auch der Bundessportverband empfohlen habe. Sollte sich die Sektion nach Prüfung aller Unwägbarkeiten für den Bau entscheiden, dauere die weitere Ausführung bestimmt noch einige Zeit, weil das Projekt bundesweit ausgeschrieben werden müsse.

Gründe für den Neubau

Warum ein Neubau? Die Nutzung der Kletteranlage in der Berufsschule sei in der Vergangenheit nur noch bedingt möglich gewesen. Nicht klettern können hätten die Mitglieder, als die Flüchtlinge die Berufsschule bewohnten. Behindert würden die Trainingsmöglichkeiten während des Schulbetriebs. Inzwischen machten auch Volleyballer den Platz streitig. „Politisch werden wir nicht bevorzugt. Wir müssen uns die Halle mit anderen Vereinen teilen. Und somit ist der Kletterbetrieb sehr eingeschränkt.“ Bei Ausweichmanövern zu auswärtigen Kletterhallen verbringe man zu viel Zeit auf der Autobahn.

Abgelehnt wurde der Antrag von Günter Schwarz, die Veröffentlichung und Auslieferung von wenigstens zwei Vereinsheften pro Jahr wieder einzuführen. Schönberger verwies auf die zeitraubende Arbeit im ehrenamtlichen Bereich und auf die Kosten. Man einigte sich aus logistischen, umwelttechnischen und finanziellen Gründen, die Mitglieder auf digitalem Weg zu benachrichtigen. Für ältere Mitglieder ohne Internet wolle man Lösungen finden.

In Amberg soll bis Ende 2021 eine Boulderhalle entstehen

Amberg
Info:

Rund um die Steinwaldhütte

  • Gebaut wegen der Trainingsmöglichkeiten an Räuber- und Vogelfelsen in Steinwald als Stützpunkt vor allem auch für die Jugend
  • Bauzeit von 1965 bis 1968
  • Einweihung im Mai 1968
  • Lage auf 701 Höhenmetern
  • 24 Schlafplätze auf 3 Räumen, mehrere Waschräume, Aufenthaltsräume, Küche
  • Neben der Steinwaldhütte besitzt der Alpenverein, Sektion Weiden, noch die Weidener Hütte auf 1799 Metern in den Tuxer Alpen.

 

 

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