13.06.2019 - 11:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Der Analoge Anker" - Alles andere als Massenware

Massenware? Fehlanzeige. Jedes Stück ist ein Unikat. „Handfestes zum Anfassen“, sagen Jakob Mühlbauer und Jana von Janso. Mit ihrem Projekt „Der Analoge Anker“ wollen die Handwerkskünstler im digitalen Leben einen Ankerpunkt bieten.

Kunstvolle Unikate - keine Massenware: Dieses Ziel verfolgen Jana von Janso und Jakob Mühlbauer in ihrem Laden in Weiden. Dafür haben sie sich ein besonderes Projekt einfallen lassen.
von Autor EVAProfil

Alle Kunstwerke, Schmuckstücke und Gebrauchsartikel, die sich hier finden, sind aus Naturmaterialien und mit ganz viel Liebe von Hand gefertigt. Ein farbenfroher Baum ziert das Garagentor, über dem Schaufenster hängt ein großer Anker aus Holz. Spätestens beim Blick in das bunt dekorierte Fenster wird klar: Das ist nicht irgendein Laden, sondern einer, der anders ist. Wer ihn betreten will, muss jedoch zunächst etwas Mut aufbringen. „Vom Schaufenster aus sehen Sie nur einen kleinen Teil unserer Werke“, steht auf einem Schild an der Außenwand. „In den hinteren Räumen haben wir Lampen aus Holz,Schmuck und Miniaturen aus Mammut-Elfenbein, Wandbilder aus Filz und Holz und vieles mehr. Sie müssen sich aber trauen zu klingeln, denn wir sind in unseren Werkstätten und können die Tür nicht durchgehend offen lassen …“ Überwindet man die Hemmschwelle und drückt auf den Klingelknopf, öffnet sich bald die Tür in eine farbenfrohe und freundliche Welt. Da kann es passieren, dass man erst einmal aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr herauskommt.

Ein Meer von Filzblumen

Der Blick fällt auf ein Meer von bunten Filzblumen, auf hauchdünne Lampenschirme aus Holz, getragen von natürlichen Ästen, auf fröhliche Traumfresser und gemütliche Teelichter, kreative Vasen und Bilder, auf Holzurnen und außergewöhnliche Schmuckstücke. „Man braucht ordentlich Mut, um seine Leidenschaft zum Beruf zu machen“, erzählt Jana von Janso „Wir bestärken uns immer wieder gegenseitig.“ Sie wurde nach eigenen Angaben vor Jahren vom Filzfieber ergriffen. Heute stellt sie nicht nur all diese farbenfrohen Sachen aus Filz selbst her, sondern bietet außerdem regelmäßig Kurse für Interessierte an. „Wir haben die gleiche Einstellung. Wir wollen einfach von unserer Kunst leben können. Das tun, was uns glücklich macht“, sagt Jakob Mühlbauer, von dem alles aus Holz und Mammut-Elfenbein im Laden und in den Schauräumen stammt.

Holzbildhauer und Elfenbeinschnitzer

Er ist nicht nur Drechslermeister, sondern auch Holzbildhauer und Elfenbeinschnitzer. Selbst bezeichnet er sich auch gerne als Tüftler und Erfinder. „Bei meinen Werkstücken ist es wie mit den Menschen“, erklärt er und lacht. „Alle haben ihren eigenen Charakter. Den erkennt man erst, wenn man eines in der Hand hält.“ Anfassen ist im Laden ausdrücklich erlaubt, denn schließlich wollen Jana und Jakob allen, die sich hereingetraut haben, eins zeigen: Dass es neben der digitalen Welt auch noch die Analoge gibt, in der man mit seinen eigenen Händen kreativ werden kann. „Wir wollen versuchen, den Leuten das

Handwerk wieder etwas näher zu bringen“, betont Jakob. „Und ihnen die Motivation geben, auch selbst tätig zu werden.“ Denn die beiden Handwerkskünstler wissen nur zu gut: Etwas mit den eigenen Händen zu machen, das macht einfach glücklich.„Da hat man zunächst nur einige Flocken Wolle vor sich“, sagt Jana und lächelt. „Und am Ende wird eine schöne Blume daraus. Oder ein Hut. Oder sogar ein Möbelstück.“ Jakob nickt, er kennt das zu gut. Bei ihm ist es eben nur der Holzbrocken, aus dem später Bilder oder lichtdurchlässige Lampenschirme werden. „Man hat ein Ergebnis, das man nicht nur sieht, sondern auch anfassen kann. Das ist eine Befriedigung der Seele.“ Diese wollen sie gerne weitergeben – deswegen soll es auch bald einen Tag der offenen Werkstatt geben. Weiterhin bieten Jana und Jakob ihren „Freiraum“, einen großen Raum hinter dem Laden, zur Nutzung für alle an, die ihre Leidenschaft ausleben möchten. Egal ob Yoga, Gestaltungstherapie oder Musik – hier finden alle einen Raum, um ihren ganz persönlichen Traum zu verwirklichen. „Außerdem sind wir noch auf der Suche nach einem gleichgesinnten Handwerkskünstler, der mit in die Werkstatt kommt“, sagt Jakob. „Platz ist genug vorhanden.“

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