17.02.2020 - 16:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

AOK-Mitarbeiter fordern fairen Lohn

Fahnen, Trillerpfeifen und eine Botschaft: Die Beschäftigten der AOK Weiden und Tirschenreuth haben am Warnstreik der Verdi teilgenommen. Sie forderten bessere Bezahlung, mehr Aufstiegschancen und Anerkennung vom Arbeitgeber.

Die AOK-Mitarbeiter der Direktionen Weiden und Tirschenreuth zusammen mit Verdi-Vertretern: Sie streiken für eine bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung.

Zum AOK-Warnstreik war der Oberpfälzer DGB-Geschäftsführer Christian Dietl aus Regensburg gekommen . Er brachte frischen Wind in die Streik-Runde. "Es ist wichtig, dass ihr hier seid, damit die Arbeitgeber sehen, dass die Belegschaft hinter den Forderungen der Verdi steht", sagte er zu den Beschäftigten, die sich bei Regen vor der Tür versammelt hatten.

Während die Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlungsrunde damit vorgeprescht waren, die Sozialzuschläge abschaffen zu wollen, fordern die Gewerkschaften unter anderem die Erhöhung der Gehälter der Beschäftigten und Auszubildenden um 6,8 Prozent. "Die Entwicklung bei den Verhandlungen nimmt gerade einen schlechten Verlauf", sagte Dietl. Die Fronten seien verhärtet, die Arbeitgeber gingen nicht auf die Forderungen der Gewerkschaften ein. "Wenn der Arbeitgeber den Sozialzuschlag abschafft, dann bedeutet das für viele einen tiefen Einschnitt", sagte Dietl. Demnach würde ein verheirateter Arbeitnehmer mit zwei Kindern auf einmal 390 Euro pro Monat weniger zur Verfügung haben. Laut Dietl wird Bayern nicht zuletzt deshalb gerade von einer "Warnstreikwelle" überrollt.

Letztlich gehe es den Gewerkschaften ebenso um Wertschätzung. Mit Blick auf das Jahr 2030 werde die Belegschaft der AOK um rund 25 Prozent schrumpfen. Der Fachkräftemangel sei schon heute deutlich spürbar. "Die Arbeitgeber wollen Fachpersonal damit locken, dass sie den Arbeitsschutz aufweichen", sagte Dietl. Der Plan ginge aber letztlich nicht auf, denn wie sollten Arbeitgeber fähige Mitarbeiter finden, wenn sie deren Arbeitsbedingungen verschlechterten.

Mit dabei war Manfred Haberzeth, Chef der Verdi-Senioren in der Oberpfalz. Er nannte folgenden Grund: "Eine Lohnerhöhung wirkt sich auf die künftige Rente aus." Er forderte, bei den Streiks mitzumachen. "Wer im Büro sitzt, wird später nicht sagen: Lasst mich mit eurer Lohnerhöhung zufrieden."

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.