Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Weiden, der die Stadt Weiden in der Oberpfalz, den Landkreis Neustadt an der Waldnaab und den Landkreis Tirschenreuth umfasst, ist im Oktober 2026 gesunken. Insgesamt waren 5019 Menschen arbeitslos gemeldet, 383 Personen weniger als im September, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 164 Personen beziehungsweise 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 4,2 Prozent und lag damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,0 Prozent, wie die Agentur für Arbeit Weiden mitteilt.
Bernhard Lang, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden, ordnet die aktuelle Arbeitsmarktlage ein: „Die saisonübliche Entlastung im Oktober ist erfreulich. Gleichzeitig wird es für Arbeitslose zunehmend schwieriger, wieder Fuß im Berufsleben zu fassen. Die vorsichtig positiven Signale vom Stellenmarkt stimmen uns jedoch zuversichtlich.“
Mehr junge Arbeitslose
Besonders bei jungen Menschen zeigt sich der für Oktober übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit. Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben inzwischen eine Ausbildung, eine weiterführende Schule oder ein Studium begonnen. In der Altersgruppe der 15- bis unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um 93 Personen beziehungsweise 14,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch jungen Menschen der Berufseinstieg zunehmend schwerer fällt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der arbeitslosen unter 25-Jährigen um rund 5 Prozent gestiegen.
Im Vorjahresvergleich zeigt sich weiterhin eine angespannte Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit ist sowohl in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) als auch in der Grundsicherung (SGB II) gestiegen, wobei der Anstieg im SGB III deutlicher ausfällt. Im Rechtskreis SGB III waren 2 566 Personen arbeitslos gemeldet, im Rechtskreis SGB II 2 453 Menschen. Die Entwicklung unterstreicht die weiterhin schwierigen Bedingungen für die Aufnahme einer neuen Beschäftigung.
Stellenmarkt sendet vorsichtig positive Signale
Erfreulicher zeigt sich die Entwicklung auf dem regionalen Stellenmarkt. Im Oktober wurden der Arbeitsagentur 457 neue Arbeitsstellen gemeldet, 135 mehr als im September und 80 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren 2383 offene Stellen im Bestand. Auch die seit Jahresbeginn gemeldeten Stellen weisen in einzelnen Branchen eine positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahr auf. Insgesamt bewegt sich das Stellenangebot weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
„Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr zuletzt auf 1,3 Prozent angehoben. Das ist ein positives Signal, auch wenn eine wirtschaftliche Erholung erfahrungsgemäß erst mit Verzögerung auf dem Arbeitsmarkt ankommt. Die Entwicklung der Stellenmeldungen in unserer Region stimmt uns deshalb vorsichtig optimistisch“, so Lang mit Blick auf die konjunkturellen Perspektiven.
Flexibilität und Qualifizierung
Digitalisierung, demografischer Wandel und die Transformation der Wirtschaft verändern die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt. Umso wichtiger werden berufliche, räumliche und zeitliche Flexibilität sowie die Bereitschaft zur Weiterbildung. Die Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitsuchende mit individueller Beratung und gezielten Qualifizierungsangeboten. Gleichzeitig können auch Unternehmen die Beschäftigtenförderung nutzen, um ihre Mitarbeitenden frühzeitig auf neue berufliche Anforderungen vorzubereiten.
„Die Arbeitswelt verändert sich und verlangt zunehmend Flexibilität – beruflich, räumlich und zeitlich. Wir unterstützen Arbeitsuchende dabei, neue Perspektiven zu entwickeln. Gleichzeitig appellieren wir an die Arbeitgeber, frühzeitig in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu investieren. Denn Qualifizierung ist ein entscheidender Schlüssel, um Fachkräfte zu sichern und Beschäftigung langfristig zu erhalten“, betont Lang.
Ausbildungsbeginn 2027
Aktuell laufen in den Unternehmen die ersten Besetzungsprozesse für das kommende Ausbildungsjahr 2027 an. Auch ein Ausbildungsbeginn im Jahr 2026 ist nach wie vor möglich. Noch unentschlossene Schülerinnen und Schüler können gerne Kontakt zu ihrem Berufsberater oder ihrer Berufsberaterin aufnehmen. Durch die eigens eingerichtete Hotline der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Weiden (0961/409-2530) wird auch sichergestellt, dass Anrufe direkt bei den zuständigen Beratern ankommen. Aktuelle Statistiken zum Ausbildungsjahr 2025/2026 veröffentlicht die Agentur für Arbeit Weiden im Rahmen ihrer Ausbildungsmarkt-Bilanz Ende November.













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