16.01.2020 - 14:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Babynamen 2019: Salome und Fiete gibt's nicht oft in Weiden

Enisa, Fiete, Salome und Miron. Die Weidener Eltern sind 2019 kreativ, wenn es um die Namen ihrer Kinder geht. Ganz oben auf der Hit-Liste der beliebtesten Babynamen stehen aber andere.

Einen Namen, der weder zu den beliebtesten noch zu den ungewöhlichsten Namen in Weiden gehört, trägt die kleine Frida. Sie wurde bereits 2018 geboren.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Enisa ist die Abkürzung der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (European Network and Information Security Agency). Es ist wohl aber eher unwahrscheinlich, dass die Weidener Eltern ihre Tochter danach genannt haben. Enisa ist nämlich auch ein arabischer Name und bedeutet übersetzt in etwa so viel wie "treue Gefährtin" oder "die Einzigartige". Das ist nur einer von mehreren ungewöhnlichen Namen, die Weidener Eltern für ihre Neugeborenen 2019 ausgesucht haben. Ebenfalls einen in der Oberpfalz eher seltenen Namen trägt der kleine Fiete. Wer das Gefühl hat, der Name klingt irgendwie nach einem Seemann, liegt gar nicht so verkehrt. Fiete kommt aus dem Niederdeutschen, ist also vor allem im Norden Deutschlands verbreitet. Fiete ist die Abkürzung von Friedrich und bedeutet so viel wie "Friedensbringer".

Elternwünsche nicht zu abstrakt

Für die Beamten am Standesamt Weiden ist die Bedeutung der Namen allerdings nicht weiter wichtig. Was dort zählt, ist, dass die teils sehr kreativen Namenswünsche der Eltern im Zulassungsverzeichnis für Namen vermerkt sind. Ist das dem nicht so, kann es sein, dass das Standesamt den Namenswunsch ablehnen muss. "Das war 2019 nicht der Fall", erklärt Christoph Mühlbauer vom Standesamt. Normalerweise prüfen die Beamten auch spezielle Namenswünsche selbst. "Im Internet findet man ja fast alles", scherzt Mühlbauer. Sollten sie aber dennoch einmal einen nicht finden, gibt es die Möglichkeit, das Namenkundliche Zentrum der Universität Leipzig hinzuzuziehen. Dieses gibt dann kostenpflichtig Auskunft darüber, ob der gewünschte Vorname zugelassen werden kann oder nicht. 2019 durften Eltern in Deutschland beispielsweise ihre Kinder nicht "Seestern" oder "Regenbogen" nennen.

Dafür hat ein Weidener Baby auch einen nicht gerade alltäglichen Namen bekommen: Miron. Der Name stammt aus dem Slawischen heißt ebenfalls "Friedensbringer" (Mir = Friede). In die Liste außergewöhnlicher Namen reiht sich auch der weibliche Vorname Salome ein. Ob die Eltern Fans des gleichnamigen Dramas von Oscar Wilde oder der darauf basierenden Oper in einem Akt von Richard Strauss sind, lässt sich nur vermuten. Vielleicht haben sie sich auch von der Paulus-Geschichte im Neuen Testament inspirieren lassen oder gar vom römisch-jüdischen Geschichtsschreiber Falvius Josephus. Salome ist übrigens von dem hebräischen Wort "Schalom ( = Friden / Heil)" abgeleitet und bedeutet ebenfalls in etwa so viel wie"die Friedliche".

Die beliebtesten Vornamen 2019 in der Stadt

Die beliebtesten Namen für kleine Weidenerinnen waren 2019 Emilia, Lea und Sophia. Der Vergleich zum Jahr 2018 zeigt: Schon das Jahr zuvor war Emilia ganz vorne mit dabei. Während Anna 2018 noch auf Platz drei war, ist der Name 2019 auf Platz sechs in der Mädchennamen-Hitliste gerutscht. Überraschend ist auch, dass Amelie 2018 noch der zweit beliebteste Name war, 2019 aber nicht einmal mehr unter den Top-10 auftaucht. Für Buben stehen seit mittlerweile drei Jahren Jonas und Elias bei den Eltern am höchsten im Kurs.

Insgesamt hat das Standesamt die Geburt von 1424 Kindern beurkundet. Davon haben 676 Kinder nur noch einen Namen. 654 haben zwei, 88 drei Namen. Bei sechs Kindern stehen sogar mehr als drei Namen in der Geburtsurkunde.

Hintergrund:

Die zehn beliebtesten Weidener Babynamen 2019

• Mädchen: Emilia und Lena ( jeweils 15 Mal), Lea und Sophia (jeweils 14 Mal), Marie (11), Anna (10), Ella und Emma ( jeweils 10 Mal), Ida (9), Mia (9).

• Buben: Jonas (19), Elias (18), Ben und Toni (jeweils 16 Mal), Jakob und Paul ( jeweils 13 Mal), Felix, Maximilian und Noah (jeweils 12 Mal), Lukas (11).

Wollen Sie ihrem Kind einen ganz besonderen Namen geben? Hier geht's zur Website des Namenkundlichen Zentrums der Uni Leipzig,

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