20.07.2021 - 15:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Baustopp bei der SpVgg SV Weiden: Verein gerät in Platznot

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Kontaminiertes Material bremst den Bau der neuen Kunstrasenplätze der SpVgg SV Weiden aus. Der Verein braucht die Plätze dringend, muss jetzt aber auf die Behörden warten.

Die Arbeiten am neuen Sportzentrum zwischen „Teehaus“ und Spardabank-Stadion ruhen.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Eigentlich sollten die beiden neuen Kunstrasenplätze der SpVgg SV Weiden schon fertig sein, doch nun ist Baustopp. Mit Arsen belastetes Baumaterial bringt die Baustelle zum Stillstand. „Wir lagen voll im Zeitplan, doch jetzt sind uns die Hände gebunden“, sagt Manfred Luber, Projektbetreuer im Verein. Bereits für Ende Juni war eigentlich ein Jugendturnier geplant.

Für den Verein ergeben sich durch die Verzögerung auf unbestimmte Zeit aber weitere Probleme. „Wir brauchen die Plätze für unsere Jugendmannschaften. Da geht es um Training. Gerade in den Wintermonaten brauchen wir Plätze mit Flutlicht. Das sind die Probleme für den Verein“, erklärt Luber. Durch den Verdacht auf eine Fliegerbombe, der sich nicht erhärtete, und die damit verbundenen Arbeiten im September 2020 sei der C-Platz des Vereins in Mitleidenschaft gezogen worden.

Da für den Bau der Kunstrasenplätze auch wasserrechtliche Genehmigungen eine Rolle spielen, kann sich das belastete Baumaterial nun auch darauf auswirken, sollte sich ein Gefahrenverdacht bestätigen. Die Stadt teilt mit: „Die wasserrechtliche Ver- und Entsorgung des beantragten Bauvorhabens fordert mehrere wasserrechtliche Erlaubnisse u. a. für das Zutagefördern von Grundwasser und die Niederschlagwasserbeseitigung, die für eine gesicherte Erschließung und damit seine Genehmigungsfähigkeit von wesentlicher Bedeutung sind.“

Diese wasserrechtliche Genehmigung war aber auch noch nicht erfolgt, weswegen die endgültige Erteilung der Baugenehmigung für die Kunstrasenplätze ebenfalls noch ausstand. Gebaut wurde bereits, denn die Genehmigung wurde laut der Stadt Weiden parallel zum Bauvorhaben entwickelt. „Es waren noch Einzelheiten mit dem Wasserrecht unklar. Dass parallel gebaut wird, ist kein ungewöhnlicher Vorgang“, erklärt Luber.

Eine Möglichkeit ist laut der Stadt Weiden, die das Projekt mit einem Förderzuschuss von 4 Millionen Euro unterstützt, die Abdeckung des Materials mit wasserundurchlässigen Folien, die Versiegelung der Wegeflächen mit Asphalt. Diese Maßnahme müsse mit einem Monitoring begleitet werden, um sicherzustellen, dass durch Niederschlag kein kontaminiertes Material ins Grundwasser oder in die nahegelegen Schweinenaab gelangt.

Jetzt sind Maßnahmen notwendig, um das kontaminierte Material zu sichern und zu entsorgen. Andere Möglichkeiten wären laut der Stadt Weiden Bodenaushub oder Abreinigung des belasteten Schotters, der auf der Baustelle eingebracht worden ist. Wie viel das kosten wird, ist allerdings noch nicht klar. „Der Verein muss jetzt auf die Fachbehörden und die Stadt warten. Was es kostet, ist erst klar, wenn entschieden ist, was gemacht wird“, sagt Luber.

Bei der Belastung handelt sich um eine geogene Verunreinigung im verwendeten Schotter. Bei geogenen Grundbelastungen, also naturbedingt erhöhtem Schadstoffgehalt, überschreiten die Hintergrundwerte die jeweiligen Vorsorgewerte der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV). Das war auch bei der Entnahme von Bodenproben auf der Baustelle bei der SpVgg SV der Fall. „Wir arbeiten eng mit der Stadt zusammen. Das konnte keiner wissen, dass der Schotter vorbelastet war“, erklärt SpVgg-Vorsitzender Michael Kurz.

Belastetes Baumaterial: Baustopp bei Kunstrasenplätzen in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Grundbelastung von Böden

  • Böden können auf kleinstem Raum unterschiedliche Grundbelastungen aufweisen
  • Hintergrundwerte sind die repräsentativen, flächenhaften Schadstoffgehalte in Böden
  • Hintergrundwerte zeigen, welche Stoffmengen in Böden unter natürlichen Umständen auftreten.
  • Belastungen können vom Ausgangsgestein stamm (geogen) und/oder werden über die Luft und Niederschläge in die Böden eingetragen (ubiquitärer, vom Menschen verursachter Eintrag)
  • Geogene Grundbelastung mit Arsen, Chrom, Kupfer, Nickel oder Zink kann durch Verwitterung von Gestein entstehen

 

 

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