04.10.2019 - 16:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Berufliches Schulzentrum ist Botschafterschule

Mehr als ein Jahr dauerte das Bewerbungsverfahren. Jetzt kam die Erfolgsnachricht. Das Berufliche Schulzentrum Weiden ist nun Botschafterschule des Europäischen Parlaments.

Ernennung zur Botschafterschule des Europäischen Parlaments: Der Leiter des EU-Verbindungsbüros in München überreicht an Oberstudiendirektor Josef Weilhammer die Urkunde.
von Siegfried BühnerProfil

Ab sofort darf sich das Berufliche Schulzentrum Weiden mit einem weiteren Namen schmücken. „Botschafterschule des Europäischen Parlaments“ wird demnächst im Eingangsbereich auf einer Tafel stehen. In einer Feierstunde wurden Ernennungsurkunden für die Schule und für Junior- und Seniorbotschafter ausgehändigt. Die beiden Abgeordneten des Europäischen Parlaments Ismail Ertug und Christian Doleschal überreichten die Dokumente zusammen mit dem Leiter des Münchener Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments Tobias Winkler.

Das staatliche Berufsschulzentrum ist innerhalb von Bayern die erste Berufsschule überhaupt, die diesen Titel tragen darf. Ertug lobte ausdrücklich die „langjährige europäische und grenzüberschreitende Ausrichtung des Berufsschulzentrums“. Das internationale Umfeld und die vielen Fremdsprachen gehörten längst zur Normalität an dieser Schule. Auch die zahlreiche Schulpartnerschaften würden positive Beziehungen zu Europa fördern sowie interkulturelle Kompetenzen und Toleranz vermitteln. „Wer sich mit Sprache und Kultur anderer Länder beschäftigt fördert auch das Verständnis für diese“, stellte Ertug fest. Schließlich müssten europäische Werte immer wieder neu erarbeitet und gesichert werden. Aktiver europäischer Bürgersinn sei vor allem in einer Zeit wichtig, in der viele am gemeinsamen Europa zweifeln. Und mit Blick auf den Arbeitsmarkt meinte der Abgeordnete: „Betriebe sind heutzutage global vernetzt und erwarten deshalb internationale Fachkompetenz.“

Doleschal erinnerte daran, dass viele der aktuellen Probleme nur in einem geeinten und starken Europa zu lösen sind. Die Grüße des Oberbürgermeisters überbrachte Bürgermeister Lothar Höher. „Weiden ist Europastadt“, sagte Höher und erinnerte daran, dass Weiden als allererste Stadt in Deutschland bereits 1954 eine deutsch-französische Städtepartnerschaft begründet habe. Außerdem würden in Weiden rund 10.000 Bürger mit Migrationshintergrund leben. Für Höher ist „Europa die größte Friedensbewegung, die es jemals gab“.

Mit der Ernennung zur Botschafterschule können auch Juniorbotschafter und Seniorbotschafter für Europa ihre Arbeit beginnen. Zu Juniorbotschafter wurden die Berufsschüler Meike Seefeld, Fabian Erstberger, Michael Scheck und Melina Schedl ernannt. Seniorbotschafter sind Studiendirektor Michael Bäumler, Oberstudienrat Georg Haydn und Studiendirektor Alois Pecher. Schule und Botschafter werden damit in ein europäisches Informations- und Kommunikationsnetzwerk einbezogen. Unter anderem wird in wenigen Wochen eine „Botschafterkonferenz“ stattfinden.

Schulleiter Josef Weilhammer versprach in seiner Dankesrede: „Wir werden an dieser Aufgabe weiter wachsen, schließlich weht der Geist Europas in jedem Winkel der Schule.“ Um Europa an seiner Schule noch weiter zu verankern, hofft Weilhammer zukünftig am staatlichen Berufsschulzentrum in Weiden die Ausbildung zum „Europa-Sekretär“ mit drei Fremdsprachen anbieten zu dürfen. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten Jana Jodlbauer und die "European Band". Gemeinsam wurde zum Schluss die Europahymne gesungen.

Die neuen Junior- und Seniorbotschafter des Europäischen Parlemants zusammen mit Ehrengästen und Schulleiter Josef Weilhammer (Fünfter von rechts).
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