01.07.2018 - 12:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Besser umgehen mit Behinderten

Fehler im Umgang mit Behinderten geschehen oft unbewusst. Sie zu verhindern, hat sich die Aktion „Rollparcours und Dunkelcafé in JuZ“ vorgenommen. 300 Teilnehmer nutzen das Angebot.

Schüler der FOS Weiden zeigen, wie man einen Rollstuhl richtig bewegt. Einziger "echter" Rollstuhlfahrer ist der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden, Alexander Grundler (rechts).
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) „Wenn mich jemand anfasst, um mir zu helfen, springt mein Puls auf 180“, sagte der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden, Alexander Grundler, zu den Studenten der Fachakademie für Sozialpädagogik in Neustadt. Die Studenten waren mit ihrer Lehrerin Elke Kusche als erste Gruppe ins Jugendzentrum nach Weiden gekommen, um zu lernen, wie man mit Behinderten richtig umgeht. Auch Berührungsängste sollten abgebaut werden. Als Betroffener informierte Grundler die Studenten gemeinsam mit Martina Grüner vom HPZ Irchenrieth, Theresa Sowa vom JuZ sowie Manuela Schröml vom ARV-Sozialzentrum Weiden-Neustadt.

Um das richtige Verständnis für den Umgang mit Behinderten zu entwickeln, schlüpfen die Studenten selbst in die Rolle von behinderten Menschen. Zuerst besuchen sie das im Keller des JuZ eingerichtete Dunkelcafé. Dort sind in absoluter Dunkelheit in zwei verschiedenen Räumen ein Badezimmer, eine Küche und ein Wohnraum eingerichtet. Nur durch Ertasten kann man sich dort zurechtfinden, „genauso wie blinde Menschen“, erklärt Sozialpädagogin Sowa. Nach ihrer Rückkehr in die Welt der Sehenden wurden die Studenten zu Rollstuhlfahrern. Zuerst wurde ihnen von Schülern der FOS Weiden, die vorher eine „Intensivschulung“ über Rollstuhltechnik absolviert hatten, die Funktionsweise eines Rollstuhles gezeigt. Unter Leitung von HPZ-Bereichsleiterin Grüner wurden dann Übungen im Rollstuhl absolviert. Anstiege und Stufen zu überwinden, gehörte genauso dazu wie ein kleiner Slalom. Am Ende des Parcours mussten Bälle in einen Basketballkorb geworfen werden.

Kraft müsse der Rollstuhlfahrer vor allem in der Rumpfmuskulatur haben, erläuterte ARV-Mitarbeiterin Schröml. Geübt wurde auch, wie man Rollstuhlfahrern im Alltag helfen kann, zum Beispiel an einer Fußgängerampel. „Keinesfalls von hinten ansprechen“, stellte Grüner fest und empfahl generell, „achtsam umgehen“. Am Übungsprogramm nahmen im Laufe der Woche Schüler von vier weiteren Schulen teil: von Max-Reger- und Pestalozzi-Mittelschule, Hans-Scholl-Realschule und Augustinus-Gymnasium.

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