Ein besonders wichtiger Baustein sei die örtliche Nähe der Ansprechpartner, betont Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Deshalb werde der Bezirk sein Beratungsangebot oberpfalzweit durch Bürgersprechstunden verbessern. Die ersten Beratungsstellen entstehen probeweise in Weiden und Cham.
"Andere Landkreise und kreisfreie Städte sollen Ende des Jahres folgen", erklärt Carolin Hecht von der künftigen Beratungsstelle in Weiden. Dabei sollen die Leute vor Ort immer denselben Ansprechpartner haben. Betroffene sollten das neue Beratungsangebot unbedingt frühzeitig nutzen, "um die finanzielle Unterstützung, die ihnen nach den Sozialgesetzen zusteht, auch in Anspruch zu nehmen", betont Löffler. Der wöchentliche Beratungsdienst soll dabei in das jeweilige örtliche Netzwerk der Städte eingebunden werden. "Bei Bedarf" seien auch Einzelberatungen bei Hausbesuchen und in Einrichtungen möglich.
Vor der Gesetzesänderung war der Bezirk zwar für stationäre Hilfen wie etwa in Pflege- und Altenheimen verantwortlich gewesen - für ambulante Hilfen wie beim Betreuten Wohnen hingegen waren die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Bezirkstagspräsident Franz Löffler bezeichnet es als "segensreiche Entscheidung", dass die Zuständigkeiten nun einheitlich beim Bezirk liegen. Denn dadurch fielen mitunter finanzielle Interessenkonflikte weg. Die Herausforderung bestehe für ihn nun darin, "umfassend auf die jeweilige Situation des Einzelnen einzugehen" und ihm das richtige Angebot "passgenau" zukommen zu lassen.
Menschen können aus vielerlei Gründen pflegebedürftig werden. "In unserer konsumorientierten Gesellschaft ist es besonders wichtig, dass auch dieser Lebensabschnitt der Hilfsbedürftigkeit möglichst heimatnah und unter Berücksichtigung der persönlichen Bedürfnisse bewältigt werden kann", sagt Löffler. Zu diesem Zweck würden auch die Pflegekassen "mit ins Boot geholt". Außerdem arbeiteten Bezirk und Sozialamt eng zusammen, betont Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.
Die Beratungstermine in Weiden finden im Neuen Rathaus statt und sollten vorab telefonisch vereinbart werden. Dann können Interessierte an folgenden Terminen jeweils zwischen 9 und 12 Uhr ins Ratsstüberl im 2. Obergeschoss kommen:2018: 07. und 27. November, 05. und 20. Dezember.2019: 09. und 30. Januar, 07. und 27. Februar, 7. und 27. März, 4. und 24. April, 9. und 28. Mai, 6. und 26. Juni.
Tendenziell kämen in den vergangenen Jahren vermehrt Menschen aus dem Ersten Arbeitsmarkt in die Werkstätten, betont Löffler. Deshalb fordert Seggewiß neben einer besseren Qualifizierung von Arbeitnehmern und einer finanziellen Unterstützung von Arbeitgebern die Wiedereinführung eines Zweiten Arbeitsmarktes, um mehr Menschen eine "Teilhabe am gesellschaftlichen Leben" zu ermöglichen. Denn "der Mensch definiert sich über Arbeit".













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