19.10.2018 - 18:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Blind am Steuer

Wer bei 50 Stundenkilometern nur eine Sekunde auf sein Smartphone schaut, der ist 14 Meter im Blindflug unterwegs. "Houst a Hirn, loußt dei Handy lieng", meint eine Aktion der Jugendringe. Die Polizei kontrolliert verstärkt.

Bei der Auftaktveranstaltung zu "Housd a Hirn, loust dei Handy lieng" kann Oberbürgermeister Kurt Seggewiß in der Fotobox selbst zur Figur auf den Flyern der Aktion werden.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

"Houst a Hirn, lousd as Handy lieng." Unter diesem Motto startete am Freitag eine gemeinsame Aktionswoche in der nördlichen Oberpfalz. Initiator und Vorsitzender des Kreisjugendrings in Tirschenreuth, Jürgen Preisinger, erklärte bei der Eröffnungsveranstaltung: "Es ist uns besonders wichtig, unser Anliegen in dieser Woche verstärkt an den Mann zu bringen." Die Aktion diene indes nicht nur der Sicherheit im Straßenverkehr, sondern solle auch die klare Botschaft vermitteln, die Menschen sollten auf sich selbst aufpassen.

Seit er mit der Aktion zu tun habe, beachte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß den Verkehr genauer. Es sei nötig, nicht nur Bewusstsein für die Thematik zu schaffen, sondern auch Betroffenheit. 14 Meter im Blindflug ist ein Fahrer unterwegs, wenn er nur eine Sekunde bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern auf das Smartphone schaut.

In dieser Woche werde die Polizei verstärkt Kontrollen in Bezug auf die Handynutzung hinter dem Steuer durchführen. Polizeipräsident Gerold Mahlmeister betonte, dass es in diesem Zusammenhang nicht ausreiche, nur präventiv vorzugehen, sondern aufgrund vergangener schwerer Auffahrunfälle auf Autobahnen auch nötig sei, repressiv zu handeln. So weist die Polizei darauf hin, dass beim Telefonieren hinter dem Steuer ohne Freisprechanlage 100 Euro und ein Punkt fällig werden. Sollte es durch die Handynutzung zu einem Unfall kommen, dann erwarten den Fahrer 200 Euro Strafe, ein zweimonatiges Fahrverbot sowie zwei Punkte.

Landrat Wolfgang Lippert verwies darauf, dass neue Autos zwar immer sicherer würden, dies letztlich aber nichts nütze, solange "der Fahrer zur Unsicherheit beiträgt".

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