21.05.2019 - 10:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Blinder Hund - na und?

Mischling Mika ist blind, nicht von Geburt an. Die Hündin meistert ihr Schicksal bewundernswert. Eine fröhliche ältere Dame - mit liebenswerten Macken.

Mika am Meer in Kroatien.
von Frank Werner Kontakt Profil

Gemerkt haben wir es vor gut vier Jahren. Unsere Hündin Mika wurde beim Gassigehen immer langsamer, vorsichtiger. Sie kippte am Gehweg manchmal leicht in Schieflage, Straßenlaternen oder Hydranten wurden zum plötzlichen Hindernis. In der Wohnung krachte Mika gegen Stuhlbeine, Treppen wurden auf einmal zum Tabu. Der Gang zum Tierarzt brachte Klarheit: "Eure Hündin sieht nichts mehr. Sie ist blind." Woher die Erkrankung kam - keine Ahnung. Wir wollten Mika große Untersuchungen und Operationen ersparen. Unser Tierarzt sagte: "Solange sie keine Schmerzen hat und mit ihrer Umgebung zurecht kommt, ist doch alles in Ordnung."

Phase der Gewöhnung

Mika war bei der Hiobsbotschaft sechs Jahre alt. Im Juni wird sie elf. Und ist fröhlich und fit wie eh und je. Die Erblindung kam nicht von heute auf morgen, es war ein schleichender Prozess. Für uns und sie eine lange Phase der Gewöhnung. Heute ist die Erkrankung Alltag nach dem Motto: "Blinder Hund - na und?"

In der Wohnung findet sich Mika im wahrsten Sinne blind zurecht. Der Weg zum Futternapf ist ebenso wenig ein Problem wie der Sprung aufs Sofa. Beim Spazierengehen im Wald geht sie sicher - auch ohne Leine. Ein Ast kann zwar schonmal zum überraschenden Hindernis werden. Aber im Wald gibt es viel zu viel zu schnuppern, um sich das Abenteuer entgehen zu lassen.

In der Stadt fühlt sich Mika weniger wohl. Aber schön gemütlich durch die Fußgängerzone schlendern - das funktioniert. Und im Restaurant oder in der Kneipe unterm Tisch fühlt sich Mika pudelwohl. Sogar ins Neue Linda in Weiden hat sie es am Wirt vorbei geschafft - als einziger Hund neben Stammgast Anton.

Ein blinder Golden Retriever hat einen Welpen als Unterstützung.

Deutschland und die Welt

Tierische Freunde

Mit ihrer Hundefreundin Taria macht der morgendliche Spaziergang doppelt Spaß. Taria spielt mit ihrer blinden Kumpeline wie ganz normale Hündinnen. Auch mit unserer Katze Maui hat sich Mika buchstäblich blind verstanden, im Laufe der Jahre sogar immer besser. Sie haben sich gegenseitig beschnuppert und respektiert. Maui ist im Oktober 2018 im Alter von 16 Jahren gestorben.

Mika fährt sehr gerne im Auto mit. Seit sie blind ist, nehmen wir sie überall in Urlaub mit. Stundenlang sitzt oder liegt sie klaglos zu Füßen von Frauchen oder Herrchen. Das Ziel der Reise spielt keine Rolle. Ein großer Fan von Wasser war sie ohnehin nie. Egal ob Waldnaab oder Mittelmeer - sie wartet lieber am Ufer auf ihre Familie. Mika war schon immer ein gemütlicher Hund. Sehr genügsam, völlig ausgeglichen. Am liebsten döst sie in ihrem Körbchen oder auf dem Sofa. Mika wird von ihrer Schnauze durchs Leben geführt. Sie spürt jedes Leckerli auf. Ein ganz normaler Hund eben.

Mika und ihre Hundefreundin Taria.
Info:

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