08.04.2020 - 11:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Blutspende gegen Corona: Ja - aber nicht in Weiden

Kann Blutplasma von positiv getesteten und mittlerweile wieder gesunden Menschen schwerkranken Covid-19-Patienten helfen? Das Klinikum Weiden verweist auf die Unikliniken in Bayern.

Unikliniken stellen aus Blutspenden von positiv Getesteten, die mittlerweile wieder gesund sind, Blutplasma her. Dieses könnte schwerkranken Covid-19-Patienten helfen.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

In den vergangenen Tagen ließ eine Meldung aufhorchen. Das Universitätsklinikum Erlangen darf als erste Einrichtung in Deutschland therapeutisches Blutplasma herstellen, um schwerkranken Covid-19-Patienten zu helfen. Dazu benötigt die Uniklinik Blutspenden von positiv getesteten und mittlerweile wieder gesunden Menschen.

Ihr Körper habe nach einer Covid-19-Infektion spezifische Antikörper gegen das Virus gebildet, die nun mit einer Apheresemaschine aus dem Blut gewonnen werden können. Aktuelle wissenschaftliche Daten weisen darauf hin, dass durch dieses Immunplasma eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich ist, heißt es in einer Pressemeldung. Mittlerweile hätten sich aber genügend Blutspender gemeldet, gibt die Uniklinik bekannt.

Doch die Herstellung von Blutplasma ist ausschließlich Häusern vorbehalten, die dafür eine Zulassung bekommen haben, stellt die Kliniken Nordoberpfalz AG klar. "Außerdem wäre dies in unserem klinischen Alltag gar nicht möglich", informiert Vorstand Dr. Thomas Egginger. Am Wochenende hatten sich in der Notaufnahme des Klinikums bereits genesende Corona-Patienten gemeldet, um Blut zu spenden. "Das war sicher gut gemeint", zeigt sich Dr. Egginger verständnisvoll.

Vorausgegangen war der Aufruf von der verzweifelten Angehörigen eines schwerkranken Mannes aus dem Landkreis Neustadt. Sie hatte auf ihrer privaten Facebookseite und per Whatsapp nach ehemaligen Coronakranken gesucht, die bereit wären Blut zu spenden. Freiwillige sollten sich per E-Mail bei der Frau melden.

Diese Suche hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Der Aufruf wurde unzählige Male geteilt, aber auch irgendwann abgeändert. Während im ersten Post der Familie nie die Rede vom Klinikum Weiden war, hieß es in einer Variante, dass sich die Leute in der Weidener Notaufnahme melden sollten. Gegenüber von Oberpfalz-Medien macht Dr. Egginger nochmals deutlich, das dies eine Fehlinformation war. Der Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG kann jedoch gut verstehen, dass die Leute helfen wollen. "Die Menschen greifen nach jedem Strohhalm", sagt er.

Mittlerweile setzt auch das Uniklinikum Regensburg auf die Behandlung mit Blutplasma von genesenen Covid-19-Patienten. Hierfür werden Spender gesucht, die ihre Erkrankung bereits überstanden und schützende Antikörper gebildet haben. Am 6. April wurde bereits die erste Plasmaspende entnommen, in vier Therapieeinheiten aufgeteilt und nach der pharmazeutischen Freigabe gleich am Abend an zwei schwerkranke Patienten transfundiert. Potenzielle Spender können sich ab sofort unter der Telefonnummer 0941/944-5000 anmelden.

Mehr Infos zur Blutplasmaspende am Uniklinikum Regensburg

Regensburg
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