20.07.2018 - 12:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auf dem Boulevard der Träume

Mit zwei Spitzenkonzerten nimmt Peter Pollinger Abschied vom Augustinus-Gymnasium. Seine Schüler danken mit Applaus - für den Chorleiter.

von Helmut KunzProfil

(uz) Bei den Konzerten des Augustinus-Gymnasiums genügt es schon lange nicht mehr, nur gut zu sein. Da wurden in der Vergangenheit Maßstäbe gesetzt - 37 Jahre lang unter Regie von Peter Pollinger. Zum Abschied liefert er mit seinen Schülern zwei Spitzenkonzerte in der jeweils ausverkauften Max-Reger-Halle.

Wer hier auffallen will, muss sich schon etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Schüler setzten am Donnerstag- und Freitagabend explizit auf Offenheit für unterschiedlichste Musikrichtungen. Aber auch auf vokale Virtuosität, Chordisziplin und spannungsgeladene Orchestersätze. Die Schule lieferte ihren Gästen zwei wahrlich ungewöhnliche Abende, die - selbst in Augustinus-Maßstäben gemessen - musikalisch perfekt waren. Das Programm war gut gemischt, ein herrlicher Mix aus Samba, Filmmelodien, Rock- und Popklassikern.

Der Unterstufenchor sang zwei Lieder aus dem Film "Les chorists" ("Die Kinder des Monsieur Mathieu"). Passend: Im Film nehmen die Kinder mit "Cerf-volant" Abschied von ihrem Lehrer. Am Freitag nahmen die Kinder des "Monsieur Pollinger" Abschied: Papierflieger segelten von der Bühne. Das Sommerkonzert war gleichzeitig die Verabschiedung von Chorleiter Peter Pollinger, der zum Schuljahresende mit Schulleiter Helmut Matejka in den wohlverdienten Ruhestand geht. Für den Musiklehrer gab es minutenlangen Applaus. Pollinger verabschiedete sich von seinen "wunderbaren Schülern": "Ich liebe euch."

Der linke Bühnenbereich war für Klavier und Band reserviert. Beide, wenngleich immer wieder in neuen Besetzungen, bildeten die musikalische Schnittstelle. Magische Flötentöne beim Traditional "Goza mi Mambo", Steirische Harmonika bei "Chabada Samba" von Eric Bouvelle oder einfach nur zarte Streicheleinheiten auf der Violine bei "Locked out of Heaven" von Bruno Mars.

Die Unterstufenband bewegte sich mühelos auf einem "Boulevard of Broken Dreams", ein Trio machte mit "Skyfall" auf 007. Es war ein Spagat aus Agenten und Seeräubern, aus Disney-Klassikern und grünen Hexen. Ein zweieinhalbstündiges Non-Stop-Programm mit halbstündiger Pause, für den kleinen Plausch vor der Halle in lauer Sommernacht. Der Cut weckte das Interesse für die grandiosen Chöre im zweiten Teil auf der bonbonfarbenen Bühne.

Doch vorher gelang dem Orchester unter Leitung von Katharina Scharnagl noch ein genialer Kunstgriff. "Money" von Pink Floyd mit Loops aus den Geräuschen von Münzgeld und Münzautomaten. Und natürlich mit gehöriger Schützenhilfe von Roger Waters und seinen Bass-Riffs, David Gilmour und Nick Mason. "I'm so excited". Es ging weiter Schlag auf Schlag. "Viva La Vida", "Pirates of the Caribbean", "Fly with me". Der Chor wurde immer größer. Elton Johns "Circle of Life" aus "König der Löwen", dann "Defying Gravity" aus "Wicked". Und schließlich ein Abba-Best-of mit den Mega-Hits "Money, Money, Money", "S.O.S." und "Super Trouper". Um es kurz zu fassen: einfach super.




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