19.05.2019 - 13:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Brandserie im Wald: Der nächste Fall

Als Markus Pausch für die Weidener Krumme-Äcker-Siedler den Maibaum schlägt, entdeckt er eine Feuerstelle. Bäume sind angesengt. Seit 2017 wird sein Forst von Brandstiftern heimgesucht. Am Samstag gibt es einen weiteren Vorfall.

Keine Überlebenschance haben an den Wurzeln angesengte Bäume.
von Externer BeitragProfil

Seit eineinhalb Jahren wird der Forst des Frauenrichter Landwirts von Brandstiftern heimgesucht. Dass es am Samstag nicht zu einem größeren Schaden kommt, dürfte der 63-Jährigen zu verdanken sein. Auf ihrem Spaziergang zwischen Kaserne und Autobahn hatte sie starken Rauch feststellt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Die Rettungskräfte finden mitten im Wald an der Feuerstelle mehrere Bierflaschen. Um die nicht ordnungsgemäß gelöschte Feuerstelle brennt der Waldboden auf einer Fläche von 50 Quadratmetern.

Da solche Brände oft tagelang im Boden schwelen und jederzeit wieder aufflammen können, musste die Feuerwehr Weiden eine große Fläche an Waldboden ablöschen. Die Polizei versucht nun anhand der Gegenstände die Täter zu ermitteln.

Seltsame Brandhäufung

Der Polizei sind die Vorgänge im Wald bekannt. Wie Pressesprecher Thomas Fritsch erklärt, sei es bisher bereits zu einer seltsamen Häufung von Bränden gekommen. Am 20. September wurden Polizei und Feuerwehr erstmals zu einem Einsatz in dieses Gebiet gerufen. Ein Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war, hatte der Integrierten Leitstelle einen glimmenden Waldboden angezeigt.

Am 13. November rückte die Feuerwehr zu einem brennenden Geräteschuppen in der Königsbergerstraße aus. Nur eine Stunde später wurden Glutnester im Wald gemeldet. Eine Wiese hinter dem Bundeswehrgelände brannte. Am 21. November war ein Schwelbrand im Wald an der Königsbergerstraße zu löschen. Im April 2019 hatten Jugendliche unter der Autobahnbrücke Feuer geschürt. Bereits im September 2017 brannte das Kassenhäuschen auf dem nahen Gelände der SpVgg SV Weiden. Fritsch bittet Spaziergänger, verdächtige Wahrnehmungen der Polizei zu melden und weist ausdrücklich darauf hin, dass Zündeln im Wald nicht nur gefährlich, sondern auch strafbar sei. Pausch geht davon aus, dass der oder die Brandstifter am nahen Fischweiher, einem Wasserrückhaltebecken an der Autobahn, schwarzfischten und ihren Fang im Wald zubereiteten. Dafür würden die zurückgelassenen Bier- und Wodkaflaschen, die Hugo-Dose und die achtlos weggeworfene Alufolie sprechen.

"Die zerschmettern die Flaschen mutwillig. Überall liegen Scherben herum." Dem Problem sei schwer beizukommen, weil die Brandstifter eben nicht am Straßenrand säßen, sondern rund 150 Meter mitten drin im Wald. "Die suchen sich einen Unterstand mit kleineren Bäumen. Wir hatten schon sechs dieser Vorfälle.."

Rechtzeitig gelöscht

Betroffen sei ein Teilstück zwischen dem Nordzaun der Ostmarkkaserne in Höhe des Sportplatzes, der Königsbergerstraße und des Weidingwegs, berichtet Pausch. "Glücklicherweise konnten die Feuer bisher immer rechtzeitig gelöscht werden. Aber bei länger anhaltender Trockenheit kann sich das zu einem größeren Waldbrand entwickeln." Am Maifeiertag war Pausch wegen des noch frischen Brandgeruchs auf die Feuerstelle aufmerksam geworden. "Weil es nachts geregnet hat, war das Feuer schon aus." Der materielle Schaden pro Feuerstelle belaufe sich auch diesmal wieder auf rund 300 Euro, weil die angesengten Bäume einfach kaputt seien. Als Beweis verweist Pausch auf eine weitere Brandfläche, keine 30 Meter von der neuen weg, die sein Nachbar durch Zufall entdeckte. Auch hier findet er eine Wodkaflasche.

Waldboden vernichtet

Einer der angesengten Bäume liegt hier entwurzelt. Opfer der Brandstiftung. "Die bereiten ihre Fische hier vor, machen das Feuer nicht aus und gehen heim", mutmaßt Pausch. "Alles wird sich selbst überlassen. Was dabei herauskommt, sieht man ja." Und: "Die sind nie am gleichen Platz. Lustig ist das nicht. Der Waldboden brennt 15 Zentimeter tief komplett weg." Als Hocker benutzten sie Holzblöcke, die er beim Baumfällen zurückgelassen habe. Pausch appelliert an die Bevölkerung, die Augen offen zu halten. "Die Leute vom Hundeplatz am Weidingweg sind hier oft unterwegs. Vielleicht sehen die was." Er habe nichts gegen Besucher in seinem Wald. "Es gibt Leute, die sind gerne hier und die sollen das auch sein." Aber den Wald anzuzünden, das gehe überhaupt nicht.

Markus Pausch vor der Brandstelle, die er beim Schlagen des Maibaums für die Krumme Äcker Siedler entdeckt hatte.
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