10.11.2021 - 15:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auf die Bretter, fertig, los: Weiden eröffnet seinen Skatepark

Gestaltet von einem Kenner der Szene, abwechslungsreich und über 400.000 Euro teuer. Weiden hat eine eigene Skateboard-Anlage. Was das Gelände am Jugendzentrum alles bietet und worauf Anfänger achten sollten.

Die neue Skateboard-Anlage in Weiden ist eröffnet. Und es scheint Talente zu geben.
von Helmut KunzProfil

Das rechte Handgelenk ist bandagiert. „Das ist mir ausgerechnet beim Skateboarding passiert“, erzählt James Dickerson. 35 Jahre lang lief alles gut, absolvierte er seinen Lieblingssport ohne gebrochene Knochen oder größere Blessuren. Aber dann passierte es doch, sagt der 49-jährige. Seit einem halben Jahr trägt der leidenschaftliche Skateboarder jetzt diese Bandage. Was ihn aber nicht davon abhält, mit einigen coolen Sprüngen im „Pool“ die neue Skateboard-Anlage vor dem Jugendzentrum in Weiden mit einzuweihen.

Dickerson plante für das Büro Maier den Weidener Skateboardpark. Als alter Hase wusste er natürlich genau, worauf er achten musste. „Ich kann versprechen, dass die Leute aus einem Umkreis von 100 Kilometer anreisen werden, um diese Anlage zu nutzen, weil es so etwas in der Nähe nicht gibt.“ Hier in Weiden habe er nämlich eine einmalige Mischung aus Pool und Street-Plaza, mit Stufen und Geländern, wie es sie in der Innenstadt gebe, geschaffen. Dazu kämen noch die Annehmlichkeiten durch das Jugendzentrum, wie Toiletten und Gastronomie.

Balance ist entscheidend

Die Anlage sei anspruchsvoll, weise aber auch Bereiche für Anfänger und Aufenthaltsflächen für mitgereiste Familien aus. „Einmalig ist das. Und alles aus Ort-Beton, einer Spezialität unseres Hauses." Dass das Skateboarden inzwischen eine olympische Disziplin sei, macht den Bauleiter besonders stolz. „Wer weiß, vielleicht ist in Paris einer von denen hier dabei?“ Ein bestimmtes Einstiegsalter für diesen Sport gebe es nicht, macht Dickerson deutlich. „Da gibt es welche, die fangen mit fünf, sechs Jahren an. Es ist wichtig, dass sie die Balance halten können.“

Und nach oben? Open End. „Sogar 80-Jährige fahren noch. Wenn man einmal auf den Trichter gekommen ist, hört man nicht mehr auf.“ Skateboarden sei ein Sport für Jedermann. „Man ist immer an der frischen Luft, braucht keinen Verein dazu und kann sich präsentieren.“ Wenn man’s kann. Wenn nicht, landet man günstigstenfalls auf dem Hintern.

410.000 Euro investiert

Für den Anfänger wichtig: Knie- und Ellenbogenschoner sowie ein Schutzhelm. „Ein Fahrradhelm reicht.“ Das Board selbst gebe es schon für 100 Euro. Wolle man ein ganz besonders gutes, dann müsse man 200 Euro auf den Tisch legen. „Alles erschwinglich“, sagt Dickerson. „Und soviel ich weiß, kann man sich die Boards auch im JuZ ausleihen.“

Angeregt hatte das Ganze Michael Ringer. Er war 2016 auf die Straße gegangen und hatte zusammen mit Christian Neidhardt für eine Petition gekämpft. Oberbürgermeister Jens Meyer betonte den langen Atem, den es oft brauche, eine Attraktion wie diese zu schaffen. Die Anlage habe 410.000 Euro gekostet. „Aber ich glaube, jeder Cent, den wir hier investieren in unsere Kinder und Jugendlichen, ist gut investiert.“ Die Baureferentin der Regierung der Oberpfalz, Sabine Pollinger, begrüßte es, dass die Regierung diesen „impulsgebenden Stadtbaustein“ mit 230000 Euro bezuschusst hat.

So entstand der Weidener Skatepark

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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