01.07.2019 - 14:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bürgerfest in Weiden – eine Bilanz: Musik spielt am Oberen Markt

Die italienischen Momente genießen die Weidener gewöhnlich in den Cafés am Unteren Markt. Mit Pino Barone zogen sie beim Bürgerfest jedoch auf den Oberen Markt um. Nicht die einzige Neuerung.

Pino Barone verzaubert beim Bürgerfest die Gäste auf dem Oberen Markt. Die Stadt Weiden verlängert den italienischen Abend mit der Kult-Band aus dem Fränkischen sogar noch um eine Stunde.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Auch die Freunde der Blasmusik kommen am Samstag und Sonntag am Oberen Markt voll auf ihre Kosten. Aus der Erfahrung vieler Jahre wissen Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und ihre Eventmanagerin Gertrud Wittmann, dass gerade am Bürgerfestabend der Zuspruch nachlässt. Eine Schwachstelle, denn der Schwerpunkt verschiebt sich auf den Unteren Markt sowie in die Gassen.

Deshalb spielten "Pino Barone", die "Italiener aus Franken", diesmal auf der großen Bühne am Oberen Markt, der plötzlich auch am Abend zum Zentrum der Nachtschwärmer mutierte und "Highline" am Unteren Markt kräftig Konkurrenz machte. Die Stimmung war dann auch so gut, dass Oberbürgermeister Kurt Seggewiß den "Zapfenstreich" um eine Stunde bis Mitternacht verschob. Übrigens: Nach diesem Erfolg von "Pino Barone", die auch schon bei den Serenaden zu hören waren, versuchen Vorsatz und Wittmann, die musikalische Truppe auch für nächsten Jahr zu engagieren. Dann wird immerhin ein Jubiläum gefeiert: das 50. Bürgerfest. Eine weitere Schwachstelle versucht die Stadt ebenfalls auszumerzen. An vielen Stellen der Innenstadt wurde am heißen, sonnigen Sonntag ein effektiverer Sonnenschutz vermisst. Die "Überdachungen", die wiederum die Sicht auf die Bühnen verstellt hätten, blieben im Bauhof. Die Gambrinus-Brauerei holte alles, was in Haus und Hof an Sonnenschutz aufzutreiben war. Schließlich spannten sich 35 Gambrinus-Sonnenschirme über Tische und Bänke.

Die stechende Sonne führte dennoch zur nachmittäglichen "Flaute". Auch um den Ständen die Chance zu geben, die Umsatzverluste auszugleichen, verlängerte die Stadt das Bürgerfest. An der Hitze lag es wohl auch, dass noch ein Teil des Jubiläumsweins im Kühlwagen zurückblieb. Mit ausdrücklicher Erlaubnis von Bürgermeister Wilhelm Schwartz wird der See-Weidener-Wein nun bei den Serenaden verkauft. Während Cocktails gefragt waren, sank die Nachfrage nach Bier in den Keller. Umso öfter wurden Radler, Limo und Wasser nachbestellt. Eine willkommene Dusche gab's zur Dämmerung auf dem Marienbad-Platz. Aus einer großen Spritze ergoss sich die Abkühlung übers Publikum.

Dem Großaufgebot an privaten Sicherheitskräften und Polizei ist es zu verdanken, dass es offenbar kaum zu alkoholbedingten Streitereien und Raufereien kam. Das Rote Kreuz bilanziert ein "relativ ruhiges Bürgerfest, jedoch mit leicht erhöhtem Einsatzaufkommen im Vergleich zum Vorjahr". 16 Mal leistete die von der Wasserwacht unterstützte Bereitschaft Erste Hilfe. Einen Besucher brachte der Sanka ins Klinikum. Einen weiteren holte nach Handgreiflichkeiten die Militärpolizei ab.

Einer rastet aus:

Betrunkener beim Bürgerfest

Sein zweites Gesicht zeigte beim Bürgerfest ein 51-Jähriger. Er war „sturzbetrunken“, fiel am Abend am Pfarrplatz mehrmals aufs Pflaster. Er pöbelte Gäste an, beleidigte die beiden Sanitäter mehrfach, die ihn versorgen wollten, und verhielt sich äußerst unkooperativ, so die Polizei. Damit konfrontierte er auch die Beamten. Da er sich nicht ausweisen konnte, wollten ihn Beamte nach Hause begleiten. Auf dem Weg dorthin versuchte er wegzulaufen. Nachdem die Polizeibeamten dies verhinderten, wurde er auch ihnen gegenüber beleidigend. Es musste schließlich „unmittelbarer Zwang“ angewendet werden. Beim Anlegen der Handschellen leistete der 51-Jährige Widerstand, wobei sich ein Beamter leicht verletzte. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Blutentnahme an. Der Betrunkene, auf den nun Anzeigen warten, beleidigte auch den Arzt.

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