13.09.2019 - 12:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Busfahrten billiger als ein Euro

Dass beim Stadtlinienverkehr immer wieder das 1-Euro-Ticket gefordert wird, kann Bürgermeister Jens Meyer nicht so richtig nachvollziehen. Weil: "Wir haben das doch seit Jahren schon", stellte er im Hauptverwaltungsausschuss fest.

Die Tarife für den Stadtlinienverkehr werden zum 1. Januar 2020 etwas teurer, gelten aber immer noch als günstig. Vor allem die Jahrestickets kosten am Tag weniger als einen Euro.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Und es ist sogar noch billiger. Denn mit dem Jahresticket im Monatsabo (ab 1. Januar 339 Euro) und dem Jobticket A (321 Euro) wird das von der Bayerischen Staatsregierung seit einiger Zeit propagierte "365-Euro-Jahresticket ÖPNV" schon jetzt deutlich unterboten, wie Rechtsdezernentin Nicole Hammerl im Sachstandsbericht zur Sitzung betont. Und das Jobticket sei nicht einmal an eine Berufstätigkeit gebunden. Noch ein Vorteil, der laut Busunternehmer Wolfgang Wies Deutschland weit wohl einmalig ist: Mit dem Jahresticket kann der Busbenutzer an den Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen auch noch Partner und Kinder mitnehmen. Kostenlos. Das gilt grundsätzlich an allen Tagen auch für Fahrräder, wie Wies auf Anfrage von Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) mitteilt. "Noch attraktiver geht's nimmer."

Dies gelte auch für die ab Januar gültigen neuen Ticketpreise (wir berichteten), die von den Stadträten einstimmig beschlossen wurden. Beispiele: Der Einzelfahrschein verteuert sich um 10 Cent auf 1,80 Euro. Die Fünferkarte kostet statt 6,50 Euro künftig 6,90 Euro. Die Monatsumweltkarte wird mit 35 Euro veranschlagt, 50 Cent mehr als bisher. Das Semesterticket erhöht sich von 94 auf 95 Euro.

Eine kurze Diskussion gab es nur zur Monatskarte Schüler im Rahmen der Ferienaktion. Die sollte sich weit überdurchschnittlich um 13,3 Prozent von 15 auf 17 Euro verteuern. Ein Euro mehr reiche völlig, sagte Grünen-Fraktionschef Karl Bärnklau. Der Vorsitzende der CSU-Fraktion, Markus Bäumler, und Kollege Hans-Jürgen Gmeiner forderten schließlich, den Tickettarif bei 15 Euro zu belassen. Am Ende aber blieb es doch bei einem Euro mehr.

Thema war auch der überörtliche ÖPNV, den zum Beispiel Rainer Sindersberger (Bürgerliste) forderte. Hier müsse der Staat in Vorleistung gehen. Den Verbund von Stadt und Land anzugehen, war auch eine Forderung von Bärnklau. Rechtsdezernentin Hammerl bremste allerdings die Erwartungen. "Bei unseren Versuchen stoßen wir an Barrieren."

Weitere Diskussionsbeiträge: "Wir müssen die günstigen Tarife stärker kommunizieren" (Bürgermeister Meyer), "Unser ÖPNV ist sehr gut ausgebaut, und die Firma Wies hat nichts von den Tariferhöhungen" (CSU-Fraktionschef Bäumler), "Wir gehören in Bayern zu den kostengünstigsten Kommunen. Ich spreche ungern von einem Defizit. Die 1,1 Millionen im Jahr sind eine Investition für die Bürger" (Bürgerlisten-Sprecher Sindersberger), "Wir müssen mehr Druck auf Söder ausüben" (SPD-Stadträtin Brigitte Schwarz), "Die umweltschonende Haltung muss unterstützt werden" (SPD-Stadträtin Sema Tasali-Stoll).

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