"Wo drückt der Schuh in der Corona-Krise?" Mit dieser Frage wandte sich Landtagsabgeordneter und Stadtrat Christoph Skutella (FDP) laut einer Pressemitteilung an die hiesigen Sportvereine. In einem persönlichen Gespräch schilderten Franz Vodermeier (Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH) und Thomas Siller (Vorsitzender des 1. EV Weiden) die Situation beim Weidener Traditionsverein und formulierten Wünsche an die Politik.
Dank ihres vorausschauenden Handelns und aufgrund der Sommerpause seien sie bislang kaum von der Corona-Krise betroffen gewesen, berichtete Vodermeier. Doch jetzt würden den Verantwortlichen viele Fragen unter den Nägeln brennen. Eine der drängendsten: Wann kann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden?
Das Training der Blue Devils soll eigentlich zum 17. August starten. Die ersten Testspiele sind für Ende August geplant. Die Saison sollte Ende September beginnen. Ob und gegebenenfalls mit welchen Auflagen das möglich sein wird – unklar. "Die Planungsunsicherheit ist ein großes Problem", so Vodermeier.
Pandemie hat erhebliche Auswirkungen
Doch selbst wenn die Saison wie geplant oder mit Verzögerung starten könne, werde sich die Corona-Krise erheblich auf die Zuschauerzahlen auswirken, gab Franz Vodermeier zu bedenken. Im Schnitt kämen fast 1300 Fans zu den Heimspielen. Deshalb könne man mit Fug und Recht behaupten, dass Eishockey das sportliche Highlight in der nördlichen Oberpfalz sei.
Aufgrund der geltenden Abstandsregelungen gehe man jedoch davon aus, dass nur noch 400 bis 600 Personen pro Spiel zugelassen werden könnten. "Viele werden auch aus Angst vor Corona gar nicht mehr ins Stadion kommen", befürchtete Vodermeier. Ohne die notwendigen Einnahmen aus den Eintrittsgeldern könne es für die Blue Devils keine 3. Eishockeyliga geben. Vodermeier: "Es bräuchte dann Sponsoren, die diese Lücke schließen. Oder der Staat müsste einspringen."
Die sportliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen liegt dem Verein sehr am Herzen.
In diesem Zusammenhang müsse man auch im Blick haben, dass die Einnahmen der 1. Mannschaft zu einem großen Teil die Jugend finanzieren, so Vodermeier weiter. Das hieße, dass ohne den Spielbetrieb der 1. Mannschaft auch keine Nachwuchsarbeit möglich sei. Siller dazu: "Wir haben aktuell zirka 160 Kinder und Jugendliche bei uns im Verein, nicht nur im Eishockeybereich, sondern auch beim Eiskunstlauf. Die sportliche Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen liegt dem Verein sehr am Herzen. Wir hoffen, dass wir diese weiterführen können."
Politik muss wieder Mut machen
Das betonte auch Landtagsabgeordneter Christoph Skutella. Die geschilderten Probleme würden alle Sportvereine in Bayern ähnlich betreffen. Die Politik müsse Lösungen finden. „Trotz Corona müssen wir zügig zu einem möglichst normalen Leben zurückkehren. Deshalb hat sich die FDP-Fraktion im Landtag bereits früh für eine Smart-Exit-Strategie eingesetzt“, sagte Skutella. Bei aller gebotenen Vorsicht müsse die Politik den Menschen wieder mehr Mut machen. Das vermisse er bei der Staatsregierung, so Skutella weiter. Er sicherte dem Verein seine Unterstützung zu.
















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