25.03.2020 - 15:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Coronahilfe Weiden stellt Klinikum Schutzmasken in Aussicht

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"Unter Vorbehalt" könnten am Montag oder Dienstag 40 000 Schutzmasken aus China in Deutschland sein. Die Coronahilfe Weiden würde sie über das Klinikum verteilen lassen.

Eine Arbeiterin verpackt Corona-Schutzmasken in China. Über Verbindungen nach Fernost verspricht die Coronahilfe Weiden dem Klinikumpersonal weiteres Material zur Abwehr von Viren.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Darum will sich Initiator Benjamin Zeitler bemühen. Der CSU-OB-Kandidat wirft damit einige Fragen auf. Eine Wohltat für medizinische Zwecke als Privatinitiative: So etwas ist auf dem Papier kaum angreifbar. Vor dem Hintergrund der Stichwahl am Sonntag baut sich über der Coronahilfe Weiden aber eine größere Kulisse auf. "Ich hab schon wüsteste Gerüchte darüber gehört, etwa dass Ministerpräsident Söder mir die Masken zur Verfügung stellen würde. Über dieses Niveau kann ich nur den Kopf schütteln", sagt Zeitler.

Auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß war zunächst misstrauisch, findet aber inzwischen "nichts Verwerfliches" an der Initiative. Er beeilt sich jedoch gleich, die Arbeit seines Stellvertreters Jens Meyer im Corona-Krisenstab zu loben.

Warum Zeitler seine China-Kontakte nicht über diesen Stab hat laufen lassen, erklärt er selbst so: "Wir wollten keine bestehenden Strukturen übergehen." Vielmehr habe sich der in Shanghai lebende Felix Plaschka, der aus Neustadt/WN stammt, an die Coronahilfe gewandt. Plaschkas Frau ist Chinesin. Sie stamme aus einem Dorf, wo ein Produzent für Schutzmasken seine Fabrik habe.

Dank Beziehungen zum Management sei es den Plaschkas gelungen, 40 000 Masken "durch den Hintereingang" zu marktüblichen, nicht überzogenen Preisen zu bekommen. Besteller sei der Einkauf des Klinikums, die Coronahilfe sei lediglich "Unterstützer". Das Klinikum soll diesen komplexen Mund-Nase-Schutz dann auch so verteilen, wie es die Fachleute dort am sinnvollsten halten.

Zeitler geht davon aus, die Masken diese Woche noch in der Fracht zu haben. Wann sie dann in Weiden eintreffen würden, hänge von "unterschiedlichen Hemmnissen" ab: Zoll, Zeitverzögerungen bei Zwischenlandungen und schlimmstenfalls Beschlagnahmungen in anderen Ländern. Ursprünglich habe er die Bestellung schon am Freitag erwartet, doch es habe Engpässe bei den Frachtkapazitäten gegeben.

Dafür seien über Plaschka bereits 10 000 OP-Masken plus 795 KN-95-Masken, die den vor Corona schützenden FFP-2-Masken entsprechen würden, im Land, erklärt Zeitler. "Zwei Pakete sind schon am Klinikum, um die anderen kämpfen wir gerade. Die liegen in Leipzig."

Außer den vom Freistaat über das Katastrophen-Lagezentrum bereitgestellten Exemplaren wurden am Klinikum bislang 240 Masken verteilt. Die hat ein Unternehmer aus der Region aus seinem Bestand ans Klinikum übergeben. Die Überzieher sollen auf dem Bau vor Asbest und anderem Staub schützen.

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Kommentare

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Tobias Punzmann

Unter Vorbehalt - für einen Termin nach der Wahl. Was ist der Vorbehalt? Doch hoffentlich kein Wahlsieg ;-)
Vielleicht hat ja Jens Meyer auch einen Spezl mit irgendwelchen Verbindungen, der ihm zum Beispiel Klopapierrollen verspricht, die anderen vorenthalten werden, um sie dann über ihn als Mittelsmann werbeträchtig weiterzuverkaufen. Wäre nur zu fair.

Na ja, in Regensburg ist es noch schlimmer: https://www.regensburg-digital.de/csu-wahlkampf-im-windschatten-der-corona-krise/25032020/

25.03.2020