29.03.2020 - 15:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Coronakrise: Weniger Futterspenden für Tiere im Tierheim

Das Tierheim Weiden ist wegen der Coronapandemie für den Publikumsverkehr so gut wie geschlossen. Die Mitarbeiter stellt das vor neue Herausforderungen. Eine davon: Das Tierheim bekommt weniger Futterspenden als sonst.

Die Katzen im Tierheim Weiden müssen wegen der Coronakrise auf Besuche von ihren Katzenstreichlern verzichten.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

„Aufgrund der Corona-Pandemie ist unser Tierheim vorerst bis zum 17. April während der Besuchszeit geschlossen“, heißt es auf der Tierheim-Website. Andrea Junak, Vorsitzende des Tierschutzvereins Weiden und Umgebung, bestätigt: „Wir haben keine Besuchs- und Öffnungszeiten mehr. Möglich sind nur noch vorab telefonisch vereinbarte Einzeltermine.“ Vor der Ausgangssperre wegen der Coronakrise sei das Tierheim als Ausflugsmöglichkeit für Familien mit Kindern gesehen worden, doch das sei nun vorbei. „Wir haben den Publikumsverkehr auf ein Minimum begrenzt.“ Das löst aber nicht alle Probleme.

Nassfutter für wilde Katzen

„Weil Bau- und Gartenmärkte geschlossen sind, fallen die Futterspenden aus den von uns dort aufgestellten Boxen weg“, so Junak. Das mache sich vor allem bei wilden Katzenpopulationen bemerkbar, um die sich Ehrenamtliche an fünf oder sechs Futterstellen kümmern. Normalerweise bekommen sie vom Tierheim Futter-Überschüsse. „Wir müssen das Futter jetzt aber reduzieren“, erklärt die Vorsitzende. Gleichzeitig startet mit dem Frühjahr die Saison für neue Katzenbabys. „Wir haben noch ausreichend Trockenfutter. Aber für die Futterstellen wollen die Helfer lieber Nassfutter haben, weil das schnell geleert wird und sie die Futterschalen sofort wieder mitnehmen können.“

Verzichten, zumindest teilweise, müssen auch die Tiere im Weidener Heim. Die öffentlichen Termine für Gassigeher und Katzenstreichler sind zum Schutz des Personals ausgesetzt. Laut Auskunft des Polizeipräsidiums Oberpfalz in Regensburg gegenüber Oberpfalz-Medien wäre es durchaus erlaubt, trotz Ausgangsbeschränkung mit fremden Hunden Gassi zu gehen. Wem der Hund gehört, sei unwichtig. Solange nur maximal zwei Personen mit ihm rausgehen, würde gegen keine Regel verstoßen werden.

Gesundheit des Teams im Fokus

„Wir haben im Moment zum Glück wenige Hunde da. Mit denen gehen die Ehrenamtlichen aus der Vorstandschaft und dem Ausschuss einzeln raus. Das können wir noch alleine bewerkstelligen“, sagt Junak, die um die Gesundheit ihres Teams besorgt ist. „Die Katzen haben im Moment weniger Spaß als sonst, aber wir müssen unser Personal schützen. Ich wüsste nicht, wie wir einen Ausfall bewältigen könnten. Ich müsste den Ausnahmezustand erklären“, macht sie deutlich.

Dass Haustierbesitzer wegen der Krise derzeit vermehrt Tiere abgeben, wie es in den sozialen Medien kursiert, kann Junak nicht bestätigen. Wer beim Spaziergang ein herrenloses Tier findet, könne sich wie üblich an die Notfallnummer des Tierheims wenden. Die Übergabe finde dann mit dem gebotenen Sicherheitsabstand statt. „Das dauert keine fünf Minuten.“

Weiter normal versorgt werden können laut Junak die Tiere, die sich in Pflegestellen befinden. Meist seien dies kleine Katzen. Die Pflegepersonen hätten ebenso wie die Mitarbeiter des Tierheims Passierscheine bekommen, um nötige Wege zum Beispiel zum Tierarzt belegen zu können. Abschließend betont die Vereinsvorsitzende: „Weder von Hunden, noch von Katzen geht eine Coronagefahr aus. Es ist nirgends nachgewiesen, dass Haustiere das Virus übertragen.“ Wer ganz vorsichtig sein möchte, sollte höchstens auf sehr intensiven Körperkontakt zum Haustier verzichten und ansonsten die normalen Hygienemaßnahmen beachten.

Viele Hunden befinden sich derzeit nicht im Weidener Tierheim. Doch auch auf sie hat die Coronakrise Auswirkungen: Ihre Gassigeher kommen nicht zu Besuch. Das Tierheim-Team geht stattdessen selbst und einzeln mit den Hunden raus.
Info:

Spenden und individuelle Termine

Für den Publikumsverkehr bleibt das Tierheim Weiden vorerst bis zum 17. April geschlossen. Unter der Telefonnummer 0961/25780 können individuelle Termine während der Betriebszeiten vereinbart werden.

Im Eingangsbereich des Tierheims, Schustermooslohe 96, wurde eine wetterfeste Spendenbox aufgestellt, in die jederzeit kontaktlos Futterspenden gelegt werden können. Willkommen ist vor allem Katzen-Nassfutter in Dosen.

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