02.03.2021 - 18:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Coronalage: So erklärt der Chef des Gesundheitsamts die aktuell hohen Inzidenzzahlen in Weiden

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Dienstag, 2. März: Weiden fällt in der Corona-Hotspot-Liste bundesweit von Rang zwei auf vier. Trotzdem stellt sich die Frage, was lässt die Infektionszahlen vor Ort so explodieren? Das meint der Chef des Gesundheitsamts Neustadt-Weiden.

Die hohen Inzidenzwerte in Weiden veranlassten die Stadt zuletzt, die Coronamaßnahmen weiter zu verschärfen. Seit vergangener Woche gilt zum Beispiel die Maskenpflicht auch auf öffentlichen Spielplätzen.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Von wegen die 7-Tage-Inzidenz in Weiden steigt und steigt, und das Gesundheitsamt Neustadt-Weiden schweigt. Deren Chef spricht auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien ganz offen über die schlechte Entwicklung und die Gründe, die seiner Meinung dahinter stecken.

Die Lage aktuell sieht wie folgt aus: Am Dienstag, 2. März, liegt die 7-Tage-Inzidenz in Weiden bei 248, also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner. Damit hat Weiden am Dienstag bundesweit die vierthöchste Inzidenz nach den Landkreisen Wunsiedel (313,8) und Hildburghausen (251,6) sowie der Stadt Hof (248,8). Tags zuvor rangierte Weiden gar auf dem zweiten Platz in Deutschland. Wo also liegt der Hotspot, fragen sich viele. "Es gibt keinen", sagt Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamts Neustadt-Weiden. "Es herrscht ein völlig diffuses Infektionsgeschehen, auch jetzt."

Die hohe Inzidenz resultiere aus der Summe verschiedenster Aspekte. Holtmeier nennt als Infektionsursachen die Mischung aus:

  • Ansteckung in der Familie
  • Ansteckung im Arbeitsalltag
  • Ansteckung in einer Pflegeeinrichtung
  • Ansteckung in der Notbetreuung von Kita oder Schule
  • Ansteckung unter Freunden und Verwandten: "Weil dann treffen sich die einen mit den anderen, und diese dann mit wieder anderen Personen. Fraglich, ob da dann alles erlaubt ist."
  • Ansteckung wegen des bitterkalten Winterwetters vor drei Wochen. "Dadurch wird die Innenraumluft sehr trocken, was Infektionen begünstigt."

Den mahnenden Zeigefinger will der Leiter des Gesundheitsamts aber nicht heben. Er nennt lieber Fakten: 57 Prozent der Neuinfektionen seien mittlerweile auf Mutanten zurückzuführen. Bei diesen Mutanten liege der R-Wert, also die Ansteckungsrate, um 0,4 höher als beim "gewöhnlichen" Coronavirus. Und damit rangierte die Ansteckungsrate dann schnell wieder über 1. "Die neue Variante macht es also deutlich schwerer, Corona einzudämmen. "Die Werte in Weiden können also im Laufe dieser Woche durchaus noch weiter steigen", sagt Dr. Holtmeier.

Allerdings stagnieren die Zahlen derzeit, was Hoffnung mache. Darüber hinaus gibt es weitere gute Anzeichen. Das Wetter werde wärmer, die Raumluft gerate damit nicht mehr so trocken. "Außerdem wird dann wieder mehr gelüftet." Die Einreiseregelungen für Menschen aus Hochrisikogebieten würden zudem helfen, genauso wie die Impfung. "Besonders die Impfung", betont Dr. Holtmeier und wirbt unabhängig vom Impfstoff klar für den Piks.

Info:

Die aktuelle Coronalage in Weiden und im Kreis Neustadt

  • Für Weiden und den Kreis Neustadt meldet das Landesamt für Gesundheit am Dienstag (8 Uhr) nur fünf bestätigte Neuinfektionen im Vergleich zu Montag.
  • Bei einem Bürger aus Weiden wurde eine Infektion bestätigt. Die Zahl der Infizierten steigt auf 2131. Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner: 248 (Montag: 262). Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 68.
  • Weiden hat die vierthöchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland (Montag: Platz zwei). Der Kreis Neustadt liegt auf Platz 17.
  • Im Kreis Neustadt ist eine weitere Person mit dem Virus gestorben (insgesamt 145). Bei vier Landkreis-Bürgern wurden neue Infektionen nachgewiesen (insgesamt 4055). Sieben-Tage-Inzidenz: 157,8 (Montag: 155,6).

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