02.03.2021 - 15:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Die erste Corona-Impfung: Ein Erfahrungsbericht

Redakteurin Michaela Lowak begleitet ihre 84-jährige Mutter zum ersten Corona-Impftermin und erzählt: Die Spritze selbst war schnell gesetzt, doch es gab noch andere Dinge zu beachten. Ein Erfahrungsbericht.

Auch Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte können problemlos ihren Impftermin im BRK-Haus in Weiden wahrnehmen.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Bereits Ende Januar habe ich meine 84-jährige Mutter (Jahrgang 1936) über die Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zum Impfen angemeldet. "Sie werden automatisch kontaktiert, sobald Sie an der Reihe sind", heißt es in der Bestätigungs-Mail. "Bitte verzichten Sie auf Nachfragen."

Ich muss gestehen, dass mir das schwerfällt. Immer wieder rufe ich in den Wochen des Wartens das Mailprogramm auf, um ja nichts zu verpassen. Doch diese Sorge ist unbegründet. Als ich am vergangenen Freitag am Morgen gerade meine Nachrichten am Handy checke, ploppt eine SMS auf: "Sie sind jetzt auf BayIMCO freigeschaltet für eine Terminvereinbarung."

Ich logge mich über den angegebenen Link ein. Der Vorschlag überrascht mich. Wenn ich möchte, kann ich noch am gleichen Tag mit meiner Mutter zum Impfen kommen. "1. Impfung: 26.02.2021 um 13.30 Uhr, Ulrich-Schönberger-Straße 11, 92637 Weiden." Mit einer zweiten SMS kommt ein Bestätigungscode, den ich rasch eintippe. Der Termin ist gebucht, mir fällt ein Stein vom Herzen.

Als meine Mutter und ich gegen 13.15 Uhr im Impfzentrum Weiden ankommen, stehen bereits Leute in Abständen vor der Tür. Wir reihen uns als Vierte ein und warten. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind an dem Tag frühlingshaft. "Zum Glück regnet es nicht", sagt ein Mann vor uns. Doch die Warterei hält sich in Grenzen. Zügig rufen die beiden Mitarbeiter einer Security-Firma einen nach dem anderen auf. Es wird kurz Fieber gemessen, dann geben wir unsere Personalien an. Die eigentliche Registrierung erfolgt bei einer anderen Mitarbeiterin, bei der auch das Aufklärungsblatt unterschrieben werden muss, falls dies noch nicht geschehen ist.

Dann heißt es noch einmal auf den bereitgestellten Stühlen im Foyer Platz nehmen. Als nächstes ist ein kurzes Gespräch bei einem Arzt an der Reihe, der Fragen zu Vorerkrankungen oder Medikamenten, wie zum Beispiel Blutverdünnern, stellt. Die eigentliche Impfung erfolgt im ersten Stock. Da meine Mutter einen Rollator dabei hat, fahren wir mit dem Aufzug eine Etage höher. Der Weg zu den Impfkabinen ist ausgeschildert.

Dort warten Krankenschwestern auf die Impfwilligen, die in abgetrennten Kabinen hinter einem Vorhang Platz nehmen dürfen. Dann geht alles ganz schnell: Die Schwester tupft die Einstichstelle ab, setzt die Spritze an und schon ist die erste Dosis von BioN-tech/Pfizer verabreicht. Danach geht's in einen Wartebereich, wo bereits in Abständen weitere Geimpfte sitzen. Der Wartebereich ist notwendig, um auf eine allergische Reaktion, die nach der Impfung auftreten könnte, sofort reagieren zu können.

Da es meiner Mutter gutgeht, dürfen wir nach 20 Minuten nach Hause gehen. Der Termin für die zweite Impfung steht auch schon fest. In drei Woche zur selben Uhrzeit kommen wir wieder ins BRK-Haus nach Weiden. Insgesamt hat die Prozedur vom Anstellen bis zum Wartebereich etwa 50 Minuten gedauert. Als wir endlich wieder vor unserem Auto stehen, sind wir froh, die FFP2-Maske abnehmen zu dürfen.

Ein kleines Manko ist die erlaubte Parkzeit in der Ulrich-Schönberger-Straße. Die beträgt nämlich mit Parkscheibe nur 30 Minuten. Menschen, die gut zu Fuß sind, könnten auch auf dem Parkplatz vorne beim Stadtfriedhof stehen bleiben und ein Stück gehen. Für Gehbehinderte ist das jedoch keine Option. Ich habe an diesem Tag gemacht, was man eigentlich nicht machen sollte: Ich habe meine Parkscheibe zwischendrin einmal nachgestellt, um einem möglichen Strafzettel zu entgehen. Schön wäre es, wenn sich die 30 Minuten Parkzeit auf eine Stunde ausweiten ließen - wenigstens vorübergehend, solange das Impfzentrum hier untergebracht ist.

Nun sind fünf Tage nach dem ersten Pieks vergangen, von Nebenwirkungen keine Spur. „Nicht einmal an der Einstichstelle habe ich etwas gespürt“, berichtet Mutter erleichtert.

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Die erste Impfung ist verabreicht.
Info:

Wie kann ich mich auf die Impfung vorbereiten?

  • Unbedingt FFP2-Maske mitbringen, auch für Begleitpersonen
  • Das unterschriebene Aufklärungsblatt einstecken
  • Dokument, um sich auszuweisen
  • Medikamentenliste oder Nachweis über Erkrankung, wie zum Beispiel Diabetikerausweis
  • Impfbuch kann mitgebracht werden. Wer keines hat, bekommt im Impfzentrum eine Bescheinigung über die erfolgte Covid-19-Impfung. Wer möchte, kann sich beim Hausarzt ein neues Impfbuch ausstellen lassen.

 

 

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