23.03.2020 - 16:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Coronavirus: Pferdefreunde müssen sich zügeln

Das Coronavirus bringt auch den Alltag auf sämtlichen Reiterhöfen durcheinander. Die Betreiber müssen sich an die vorgegebenen Regelungen halten. Doch zum Teil werden sie nicht richtig darüber informiert, wie sie sich nun verhalten sollen.

Wie Sabine Pröls vom Reitstall Beierl dürfen Pferdebesitzer weiter ihre Tiere aufsuchen. Doch auch sie leiden unter den Einschränkungen aufgrund des Coronavirus.
von Julia BendzinskiProfil

"Hier ist alles still", beschreibt Christine Wenzl die aktuelle Lage im Reitstall Wenzl. Die Reitstunden entfallen vorerst alle. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, gibt es außerdem eine Liste, die regelt, wann die Besitzer zu ihrem Pferd gehen können. "Das ist ja zumindest noch erlaubt", sagt Wenzl.

Ähnlich sieht es auf der Familienreitanlage "Pferdehelden" in Neudorf aus. Toni Kellermann, Verantwortlicher der Anlage, füttert die Pferde nun alleine und mit Hilfe seiner Eltern. "Wir vermeiden es, dass mehr als zwei Personen auf der Anlage sind", berichtet Kellermann. Die Reitbeteiligung dürfe zwar weiterhin ihr Pferd besuchen, jedoch müsse sie sich dort alleine aufhalten.

Christian Beierl vom Reitstall Beierl in Weiden spricht sogar vom "Corona-Knigge". Demnach soll dort die Frequenz im Reitstall und im Hof deutlich heruntergefahren werden. "Die Leute können einmal pro Tag kurz vorbeikommen, ihr Pferd putzen, ausreiten und dann wieder gehen", erklärt Beierl die neusten Maßnahmen. Auch Reitstunden würden ab sofort ausgesetzt werden. Bei den neuen Regelungen stößt er auf verschiedene Reaktionen. "Manche sind uneinsichtig, kommen sogar mit der ganzen Familie vorbei, um ihre Kinder irgenwie zu beschäftigen", berichtet Beierl. Andere wiederum würden sich die Arbeit bei den Pferden untereinander aufteilen.

Beierl selbst kommt es auch auf die Sportfairness an. "Andere Sportvereine sind auch von den Einschränkungen betroffen. Das müssen wir nicht ausnutzen."

Doch wie reagieren die Pferde selbst auf die Umstellung? "Sie verhalten sich manchmal, als sticht sie der Hafer", erklärt Beierl. Dies liege daran, dass sie nun weniger bewegt werden als sonst. Doch solange die Pferdebesitzer sich angemessen verhalten, können sie ihre Pferde vorerst zumindest weiterhin sehen, ein direktes Verbot gebe es nämlich nicht.

Dass sich die Betreiber der Reithöfe an die neuen Regelungen halten müssen, ist das eine. Doch was, wenn ihnen keiner genau sagt, wie sie sich in diesem seltenen Fall verhalten sollen? So ergeht es zumindest Patricia Kessl vom Vollblutarabergestüt Bärnwinkel. "Ich weiß auch nicht, was genau jetzt noch erlaubt ist und was nicht", erzählt Kessl im Bezug auf das Gestüt. "Das Landratsamt konnte mir nicht wirklich weiterhelfen." Doch da es sich beim Bärnwinkel um einen Privatstall handelt, würden dort von Haus aus eher weniger Leute verkehren.

Sehnsucht nach eigenem Pferd

Eine von den Pferdebesitzerinnen am Bärnwinkelgestüt ist Madeline Thurn. "Wir haben eine Nachricht von Frau Kessl erhalten, in der es uns selbst überlassen ist, ob wir unsere Pferde besuchen oder nicht", erzählt sie. Doch um die Angestellten zu schützen, hat sie für sich beschlossen, ihr Pferd erstmal nicht aufzusuchen. "Die Grundversorgung ist durch die Angestellten gesichert", weiß Thurn. Auch für ausreichend Bewegung sei gesorgt, da die Tiere nicht den ganzen Tag in der Box stehen, sonder ihren Auslauf auf der Koppel bekommen. "Zwei Wochen überlebt das Pferd auch so", ist Thurn also beruhigt. Fehlen wird ihr ihr Pferd dennoch, da sie normalerweise fünf mal pro Woche dort nach dem rechten sieht.

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