16.07.2020 - 14:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

In Coronazeiten: Urlaub daheim auch Chance für Weiden

Mit Beginn der Corona-Pandemie im März rauschten die Zahlen der Gäste und Übernachtungen auch in Weiden in den Keller. Hoffnung macht aber die Bilanz aus den Monaten davor. Daran wollen die Touristiker anknüpfen.

Altstadt Weiden
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Vor allem bei Touristen aus dem Inland scheint Weiden ein beliebter Urlaubsort zu sein. 40 241 Gäste besuchten 2019 die Max-Reger-Stadt. Insgsamt wurden 44 699 Gäste gezählt. Gegenüber dem Vorjahr (2018: 42 833) ein Plus von 4,4 Prozent, wie Cathrin Kube vom Tourismusbüro in ihrer Bilanz den Mitgliedern im Kultur- und Tourismusbeirat am Mittwoch aufzeigte.

Kürzere Verweildauer

Bei den Übernachtungen gab's hingegen ein kleines Minus von 1,8 Prozent. Hier blieben 76 741 Gäste (2018: 78 109) im Durchschnitt 1,7 Tage in der Stadt. Kaum Veränderungen zum Jahr davor. "Mehr Ankünfte, aber kürzere Verweildauer", fasste Kube zusammen. Ähnlich sahen die ersten beiden Monate Anfang des Jahres aus. "Dann kam Corona und die Zahl der Ankünfte brach um 90 Prozent ein." Wie es 2020 weitergeht? Das vermag auch Kube nicht vorherzusagen, sieht aber nach den ersten Lockerungen bereits erfreuliche Entwicklungen.

"Die Nachfrage nach Rad- und Wanderkarten ist enorm. Das Radmagazin muss sogar nachgedruckt werden. Auch die Karte zur Oberpfälzer Radl-Welt wird stark nachgefragt. Ein Tourenplaner ist in Arbeit", berichtet die Mitarbeiterin des Kulturamts Weiden.

Überhaupt sei die Oberpfälzer Radl-Welt, ein Gemeinschaftsprojekt der Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth, Schwandorf und der Stadt Weiden, eine "ganz tolle Sache" und sollte weiterverfolgt werden. Auf 500 Kilometern Strecke können Radbegeisterte auf verschiedenen Strecken die nördliche Oberpfalz erleben. Hotels und Gaststätten freuten sich auf Gäste.

Nördliche Oberpfalz mit dem Fahrrad entdecken

Tirschenreuth

OB: Als Region agieren

"Wir haben jetzt eine Riesenchance, die wir als Stadt nutzen müssen", sagt Oberbürgermeister Jens Meyer. Wegen Corona machten viele Leute Urlaub vor der eigenen Haustür und würden die Heimat wieder schätzen lernen. Dabei beschränkten sich die Freizeitaktivitäten aber nicht nur auf die Stadt, sondern auch die Region. "Wir müssen gemeinsam mit dem Landkreis marschieren und den Tourismus als Verbund sehen", sagte Meyer. Das sei auch vergangene Woche im Ausschuss der Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald so gesehen worden. Auch Veranstaltungen in der Max-Reger-Halle sehe er als Chance, die Besucher anschließend in die Stadt zu locken.

"Wenn wir uns gut nach außen darstellen, können wir nur profitieren", sagte Hans-Jürgen Gmeiner (CSU). Auch FDP-Stadtrat Christoph Skutella hält "proaktives Werben" für sehr wichtig. Die Präsenz der Stadt auf Tourismusmessen sollte nicht unterschätzt werden. Dazu ergänzte Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz: "Wir waren in der Vergangenheit auf 17 Messen vertreten. Die Auftritte seien sehr personalintensiv, deshalb wechseln wir uns bei den Ständen mit den Kollegen aus Tirschenreuth und Neustadt ab."

Es fehlen Hotelbetten

Jeder Kongress sei natürlich eine Werbung für Weiden. Ob das aber auch in der Folge zu mehr Übernachtungen führt, bezweifelte Johannes Häring. Dazu bräuchte es, so der Geschäftsführer der Max-Reger-Congress & Event GmbH, eine höhere Bettenkapazität in der Stadt. "Betten, die ich auch dem Klientel der Kongressbesucher anbieten kann." Und das sehe es in Weiden nicht so gut aus. "Wir haben für übernachtende Tagungsteilnehmer (gehobener Standard, maximal 10 Minuten Fußweg) bei einer 30-Prozent-Belegung nur 174 Zimmer in Weiden zur Verfügung. Für mehrtägige Konferenzen mit meist mehr als 200 Teilnehmern fallen wir dann sehr schnell raus."

Für 2019 nannte er erfreuliche Zahlen. 185 Tagungen, Kongresse und Seminare (2018: 179) gingen über die Bühne. "Wir haben für Künstler insgesamt 90 Zimmer gebucht, wobei viele Veranstalter ihre Zimmer für Künstler und Crew selbst buchen." Die Gesamtzahl der Übernachtungen dürfte somit deutlich höher liegen.

Bei den Gästen aus dem Ausland bemerkte er einen Rückgang. Ihr Anteil lag 2019 bei 16,8 Prozent. Vor allem Amerikaner seien weniger da, so sein Eindruck.

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