31.07.2019 - 16:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Crystal unterm Kindersitz

Überrascht war ein Pärchen aus Mittelfranken, dass die Drogenbesorgung am Asia-Markt "relativ easy" war. In der Folge holten sie mehrmals 10, 20 und 30 Gramm.

Ein Pärchen sitzt auf der Anklagebank und schildert, wie leicht man am Asia-Markt an Drogen kommt.
von Autor hczProfil

Wieder einmal hatten die Polizeibeamten am ehemaligen Grenzübergang Waldsassen den richtigen Riecher. Ein Pärchen in einem Volvo mit Nummernschild aus Mittelfranken: Das muss man kontrollieren! Ein Drogen-Wischtest an den Händen der Insassen brachte schnell Gewissheit. Die beiden hatten Methamphetamin konsumiert.

Für den 40-jährigen, schwer drogenabhängigen Mann erwies sich das Erwischtwerden letztlich als Glück. Er zeigte den Beamten sofort das Versteck unter dem Kindersitz auf der Rückbank seines Autos. In seiner Vernehmung gestand er sofort weitere Einkaufsfahrten zum Asia-Markt bei Eger und verriet mehrere Abnehmer der Drogen in seiner Heimat im Nürnberger Raum.

Das alles würdigten Staatsanwältin Carina Särve und Richter Hubert Windisch. Beide gewährten dem gelernten Bankkaufmann eine, voraussichtlich 18 Monate dauernde, Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Die Verurteilung zu zweieinhalb Jahren war mehr oder weniger Makulatur, stellte sein Verteidiger, Rechtsanwalt Tobias Konze, fest. Sein Mandant hatte seit seiner Festnahme sieben Monate in U-Haft gesessen. Diese Zeit wird auf die Strafe angerechnet. Außerdem kommt er baldigst in die Bezirksklinik zur Therapie und wird, wenn er sie durchhält, sofort auf Bewährung entlassen.

Die 34-jährige Verlobte des Dealers stuften die Anklägerin und das Schöffengericht als Mitläuferin ein. Ihr Lebensgefährte hatte ausgesagt, dass sie zwar ebenfalls konsumiert hatte. Mit den Verkäufen des Crystals hatte sie aber nichts zu tun gehabt. Windisch und die Schöffen verurteilten die Hausfrau wegen Beihilfe in drei Fällen zu einem Jahr auf Bewährung. Zudem muss sie 50 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Ihr Verteidiger, Dr. Philipp Schulz-Merkel, hatte darauf hingewiesen, dass seine Mandantin zur Drogenbesorgung missbraucht worden sei, sie nicht vorbestraft sei und jetzt „weg von den Drogen“ sei.

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