13.12.2019 - 17:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

CSU mit Söder in die heiße Wahlkampfphase

Nach 294 Terminen seit dem 1. August gehen OB-Kandidat Benjamin Zeitler und die CSU erst einmal in die Weihnachtspause. Doch ab Heilig Dreikönig starten sie hochkarätig in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs.

Die Ergebnisse ihrer Zuhörtour präsentierten (von rechts) CSU-Oberbürgermeister-Kandidat Benjamin Zeitler und seine Mitstreiter Lothar Höher, Dagmar Nachtigall und Stephan Gollwitzer. Den höchsten Wert bei einer Umfrage erhielt die Forderung, kostengünstige Wohnungen zu schaffen.
von Volker Klitzing Kontakt Profil
Kleine Überraschung: Bei einer Umfrage der CSU und ihres Oberbürgermeister-Kandidaten Benjamin Zeitler zum Thema Klimaschutz forderte die Mehrheit der Bürger, mehr Geld in die Anlage von Grünflächen und Parkanlagen zu investieren.

Zum traditionellen Neujahrsempfang am 6. Januar in der Max-Reger-Halle hat sich die bayerische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, angesagt. Und nur drei Tage später, am 9. Januar um 18 Uhr, betritt Ministerpräsident Markus Söder die Bühne des Neue-Welt-Kino-Centers. Für Zeitler ist die "Rückendeckung aus München" ein "starkes Signal", das aber auch zeige, wie gut vernetzt die Weidener CSU sei. Bürgermeister und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher erwartet übrigens einen völlig offenen Wahlausgang. "Das wird sehr, sehr spannend."

In erster Linie präsentierte Zeitler bei dem Pressegespräch im City Center die Ergebnisse seiner Zuhörtour, die ihn über zehn Wochen bei 17 Terminen mit einer bunt bedruckten Ape und den Stadtratskandidaten in alle Stadtteile geführt hatte. Die vielen interessanten Gespräche mit den Bürgern gipfelten im Treffen in Frauenricht, an dem über 100 Gäste teilnahmen. CSU-Chef Stephan Gollwitzer berichtete, die Bürger seien sehr neugierig gewesen, und Fraktionschef Markus Bäumler stellte fest, dass die Bürger froh waren, dass sie angehört wurden. Die CSU sei als Team aufgetreten, lobte Partei-Vize Dagmar Nachtigall und Lothar Höher freute sich über Gespräche mit vielen Leuten, die er lange nicht mehr gesehen hatte. Oft ging es um Themen wie Lärm, Verkehr und Soziales.

Neben den Gesprächen hatte Zeitler die Weidener Bevölkerung zu einer Umfrage aufgerufen. Sie sollte mitteilen, was gut und weniger gut läuft und welche Projekte und Maßnahmen sie sich wünscht. Die 544 Antworten sind nicht repräsentativ, räumte der OB-Kandidat ein, aber sie geben seiner Meinung nach die Stimmung in der Stadt gut wieder. Die Ideen sollen in das Wahlprogramm einfließen, das damit zum Bürgerprogramm werde.

Sorge bereitet Zeitler die aktuelle Entwicklung bei der Kliniken AG. Den Leuten liegt es ebenfalls am Herzen. 90 Prozent sprachen sich dafür aus, dass sich die Stadt weiterhin für eine starke Gesundheitsversorgung in der Nordoberpfalz mit einem modernen Klinikum in Weiden einsetzen soll. Zeitler dankte dem bisherigen Vorstand Josef Götz, der sich für die Kliniken Nordoberpfalz AG aufgearbeitet habe.

In die Stadtpolitik nicht eingebunden und mit ihr auch nicht zufrieden zeigten sich jeweils knapp die Hälfte der Bürger. Einen hohen Stellenwert nehmen die Schaffung kostengünstiger Wohnungen, die Sanierung öffentlicher Gebäude oder auch der Bau eines Multiplex-Kinos ein. Hier versprach Zeitler eine Lösung binnen sechs Jahren. Man sei in Gesprächen mit Investoren und Betreibern. In Zusammenhang mit dem Thema Klimaschutz soll die Stadt mehr in Grünflächen und Parkanlagen investieren. Auch der Idee einer Landesgartenschau wären viele nicht abgeneigt. Beim Thema Verkehr vermissen die Bürger hauptsächlich ein digitales Parkleitsystem, eine stärkere Bustaktung und Park&Ride am Bahnhof.

Zum Abbau des bei 115 Millionen Euro liegenden Investitionsstaus schlägt Zeitler verschiedene Töpfe vor. Dazu zählt er den auch von den Bürgern stark geforderten Ausbaus des Gewerbegebiets West IV mit verbesserter Steuerkraft, eine weitere Intensivierung der Haushaltskonsolidierung und Hilfen des Freistaats, dem er für die bisher gewährten Stabilisierungshilfen über 38 Millionen Euro sehr dankbar sei.

Zu den besonderen Wünschen gehört nach Meinung einiger Bürger auch ein selbstbewusstes Auftreten Weidens in der Region. Weniger Bürokratie wird gefordert. Und eine schnellere Umsetzung politischer Beschlüsse. Dafür will Zeitler als Oberbürgermeister stehen.

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