15.11.2019 - 11:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Cybersicherheit: Hackern den Kampf ansagen

Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Angriffe auf Unternehmensnetzwerke. Beim Lernlabor Cybersicherheit des Fraunhofer-Instituts AISEC in Weiden lernen Betriebe, sich zu verteidigen.

Mit nachdenklichen Gesichtern beobachten die Besucher die Hacking-Vorführungen von Lernlabor-Mitarbeiter Tilo Fischer.
von Siegfried BühnerProfil

"Wir finden immer etwas", sagte Professor Daniel Loebenberger, Leiter des Fraunhofer-Lernlabor Cybersicherheit im E-House in Weiden. Schlupflöcher, um an wertvolle Unternehmensdaten zu gelangen, gebe es überall. Am Tag des Fraunhofer-Lernlabors wurden Möglichkeiten vorgestellt, sich gegen immer raffiniertere Hacker-Angriffe auf Unternehmensdaten zu wappnen. Besucher konnten hinter die Kulissen des Lernlabors schauen und Live-Hacking erleben.

Seit zweieinhalb Jahren bietet das Fraunhofer-Lernlabor seine Dienstleistungen in Weiden und in Amberg an. Es wendet sich vorrangig an Betriebe und Verwaltungen und bietet externe und interne, sogenannte "Inhouse-Schulungen", darüber hinaus Auftragsforschung, Sicherheitslücken-("Pen") Tests und Unternehmensaudits an. Konkret geübt wir im Hacking-Labor.

Gefahr steigt

"Mit dieser Einrichtung hat die Region an Attraktivität gewonnen", bemerkte OTH-Präsidentin Andrea Klug. Schließlich sei das Lernlabor eine von nur sechs bundesweit bestehenden Einrichtungen dieser Art und die einzige in Süddeutschland. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hob die wichtige Funktion des Lernlabors hervor und empfahl den Betrieben, es zu nutzen. Schließlich "nimmt die Cybermobilität erschreckend zu", stellte Seggewiß fest.

Der Leiter des Lernlabors, Professor Daniel Loebenberger, informierte die Besucher über die Arbeit. "Wir sind die Speerspitze der Hacking-Kultur", stellte er fest. Deutschland sei Vorreiter in vielen Technologiebereichen und deshalb hochinteressant für Datendiebstahl.

Schwachstelle Mensch

Das "schlimmste Einfallstor" bei Cyber-Angriffen sei "der Benutzer am PC". Kommen fremde Mails mit Schadsoftware in den Anlagen, gelte: "Einer klickt immer drauf." Auch Tests hätten belegt, dass bei bestimmten Tricks circa 30 Prozent der Mitarbeiter ihre Passwörter nennen. Viele Web-Seiten bieten ebenfalls Angriffsmöglichkeiten. Absolute Sicherheit gebe es nicht, aber Betriebe sollten sich bemühen, das Restrisiko möglichst klein zu machen.

Vorsicht empfiehlt der Experte gegenüber "billig angebotenen Sicherheitssystemen". Um zu zeigen, wie Hacker vorgehen, wurden den Besuchern Live-Hacking-Sessions vorgeführt. Dabei loggte sich Lernlabor-Mitarbeiter Tilo Fischer über ein W-Lan auf ein Handy ein und entschlüsselte dessen Kennwort. Wer Angriffe vermeiden will, sollte sich mit Verschlüsselungsalgorithmen, digitalen Signaturen, E-Mail-Verschlüsselung oder alternativen Zugangsmethoden befassen.

Loebenberger beschrieb mit Vivija Simić das Info-, Übungs- und Schulungsangebot des Lernlabors. Schwerpunkte sind IT-Sicherheit - von Prävention bis Reaktion, das Erstellen sicherer Software, Hacking sowie die Themen Blockchain-Technik und Post-Quantensicherheit. Zielgruppen sind alle Mitarbeitergruppen von Unternehmen. Dafür gibt es ein exakt auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenes Schulungsangebot. Betriebe würden dies bereits intensiv nutzen. Über Fraunhofer AISEC in Weiden gibt es auch Zugang zu anderen Dienstleistungsangeboten der Fraunhofer-Gesellschaft, zum Beispiel am Standort Garching.

Professor Daniel Loebenberger stellt das Lernlabor vor.
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