29.07.2021 - 16:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dauerbrenner Wohnbebauung in Weiden: Jede noch so kleine Fläche wertvoll

Die Beschlüsse zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans der Stadt Weiden fielen im Bauausschuss überwiegend einstimmig. Knapp zwei Wochen später stellen die Stadträte die Entscheidung infrage - und lassen erneut abstimmen.

von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Wohnbaufläche ja oder nein? So ganz überzeugt von ihren (überwiegend einstimmig gefassten) Beschlüssen im letzten Bauausschuss schienen einige Stadträte in der Sitzung am Montag plötzlich nicht mehr. Sie wollten Flächen für eine mögliche Wohnbebauung nun doch als solche im Vorentwurf zum neuen Flächennutzungsplan (FNP) ausgewiesen wissen. Im Bauausschuss hatten sie sich dagegen entschieden und waren damit dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt. Bei den Flächen handelt es sich überwiegend um Bereiche im Osten Weidens (u.a. Schirmitzer Weg, südlich und nördlich der Vohenstraußer Straße, Verlängerung Hopfenweg).

"Auch kleine Flächen sind gut"

Auslöser war die Bitte von Stefan Rank (Bürgerliste), erneut abzustimmen. Er zeigte sich irritiert, dass einige vom Planungsbüro Dragomir in der Analyse für gut bewertete Flächen nicht im FNP auftauchen sollen. Als Beispiel nannte er die Bereiche südlich und nördlich der Vohenstraußer Straße. "Auch kleine Flächen sind gute Flächen, deshalb sollten sie rein."

Für eine Aufnahme ("Lieber jetzt als später") sprach sich auch Stadtrat Bernhard Schlicht (Freie Wähler) aus. Ebenso SPD-Fraktionschef Roland Richter, der den Wunsch hat, endlich den Flächennutzungsplan fertig zu bringen. Schließlich gehe es um die Planungssicherheit der nächsten Jahrzehnte.

Kopfschütteln hingegen bei Hans-Jürgen Gmeiner (CSU) und Bürgermeister Lothar Höher, der damals die Bauausschusssitzung leitete. "Wir haben doch damals mit einer klaren Mehrheit entschieden. Ein Beschluss sollte schon länger als zwei Wochen Bestand haben. Mit einer erneuten Abstimmung stellen wir wieder alles auf den Kopf."

Gisela Helgath (DÖW) wollte nicht unerwähnt lassen, darauf zu achten, wo was künftig hingebaut werden soll. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse sei der Hochwasserschutz nicht zu vernachlässigen.

Planung für die Zukunft

Bevor abgestimmt wurde gab Baudezernent Oliver Seidel den Räten mit auf dem Weg, dass keine Fläche verloren sei, nur weil sie im Flächennutzungsplan nicht auftauche. "Wir lassen nichts sterben. Wir planen hier für die kommenden 15 bis 20 Jahre. Jetzt ausgeschlossene Bereiche könnten später durchaus wieder interessant werden." Die fachliche Bewertung sei nicht umsonst und für das weitere Verfahren wichtig. Schließlich müssten auch noch Prioritäten gesetzt werden.

Abschließend ließ Oberbürgermeister Jens Meyer ein weiteres Mal abstimmen. Ergebnis: Die besagten Flächen werden in die Fortschreibung des Flächennutzungsplans mit aufgenommen.

Wohnbauflächen in Weiden knapp

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.