Der dortige Dekanatsausschuss hat am Mittwoch dem Vorschlag des Landeskirchenrates zugestimmt und ihn zum neuen Dekan gewählt. Der Dienstantritt ist für den 1. Mai 2020 geplant. Slenczka wird die Nachfolge von Edda Weise antreten. Sie ist am vergangenen Sonntag offiziell aus dem Amt verabschiedet worden und wechselt als Vorsteherin des Diakoniewerks "Pfeiffersche Stiftungen" nach Magdeburg. Das Dekanat Würzburg umfasst 41 Gemeinden mit rund 60000 evangelischen Christen.
Geboren wurde Wenrich Slenczka in Heidelberg. Nach dem Abitur in Erlangen studierte er Theologie in Tübingen, München und Bonn. Von 1995 an war er mehrere Jahre lang in Russland. Dort arbeitete er an der Geistlichen Akademie in St. Petersburg sowie als Theologischer Referent und Ausbildungsreferent für Kirchengeschichte und Systematik an der Bischofskanzlei der evangelischen Kirche in Russland. Von 1999 bis zum Wechsel als Dekan nach Weiden war der verheiratete Vater von inzwischen vier größtenteils erwachsenen Kindern Pfarrer in Manching bei Ingolstadt im Kirchenkreis Regensburg.
Pfarrer André Fischer aus Grafenwöhr, Vertrauenspfarrer im Dekanat Weiden, bedauert den Weggang von Dekan Slenczka, zeigt aber auch Verständnis: „Ich finde es persönlich und für den Dekanatsbezirk sehr schade, dass er geht, denn wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Aber ich freue mich für ihn über die neue Herausforderung.“
Die Entscheidung, noch einmal einen neuen Wirkungskreis zu suchen, hat sich Slenczka nicht leicht gemacht. „In Weiden bin ich sehr gerne. Das kirchliche Leben in dem eher ländlich geprägten Raum ist sehr lebendig. Die Gemeinden halten gut zusammen und haben in dieser Zeit immer mehr Verbindungen über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus geknüpft. Die Solidarität unter den Hauptamtlichen ist hervorragend“, beschreibt er sein bisheriges Arbeitsfeld in einem der größten Flächendekanate Bayerns.
Auf einige Großereignisse wie die Tagung der Landessynode im Jahr 2010, die Tagung des Landesverbandes für Kindergottesdienst 2016 oder die Luther-Zoigl zum Reformationsjubiläum blickt er gerne zurück. Zwei Kirchenvorstandswahlen, die Umsetzung der Landesstellenplanung von 2010 bis 2012 und vieles mehr haben seine Arbeit geprägt. Besonderes Herzensanliegen sind für Slenczka die Zusammenarbeit im Interreligiösen Gesprächskreis Weiden und die Arbeit mit Flüchtlingen, beispielsweise in den Glaubenskursen, die er leitete.
Trotzdem reizt ihn nun der Aufbruch zu neuen Ufern: „Den Pfarrerinnen und Pfarrern in Bayern wird empfohlen, sich alle zehn Jahre nach einer neuen Stelle umzusehen, und das habe ich getan. Die Stelle in Würzburg hat mich sehr angesprochen. Die neue Herausforderung in einer größeren Stadt reizt mich“, begründet der 55-jährige Geistliche seinen Entschluss. „Es sind ab Dienstantritt in Würzburg noch rund elf Jahre bis zum Ruhestand. Das ist noch einmal ein guter Zeitraum, um etwas Neues zu beginnen.“
Seine Verabschiedung in der Weidener Michaelskirche findet voraussichtlich Ende April statt.



















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