19.04.2021 - 17:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dekanat Weiden: Kirche im Zeichen großer Veränderungen

Es war eine Synode des evangelischen Dekanats Weiden, wie es sie noch nie gab: Im Online-Format ging es um grundlegende Veränderungen in der Kirche und die Programmrede des neuen Dekans.

Als neuer Dekan bot Thomas Guba einen programmatischen Dekanatsbericht.
von Siegfried BühnerProfil

Mit dem Satz „Bitte bauen Sie alle an der sich verändernden Kirche mit“ beendete Dekan Thomas Guba seinen ersten programmatischen Dekansbericht. Über die ersten vier Monate seiner Amtszeit berichtete Guba bei der Frühjahrssynode des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Weiden. Die fast vierstündige Online-Veranstaltung war weitestgehend geprägt von den Veränderungsprozessen in der Kirche als Antwort auf neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

Ein „Zukunftsdekanat Weiden“, das nicht mehr „am Rande der Welt ist“ beschrieb der neue Dekan und machte so den Delegierten aus 35 Kirchengemeinden des Dekanats Mut, die neuen Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können. Geprägt ist laut Guba das Dekanat unter anderem durch „eine attraktive Gegend, engagierte Mitarbeitern mit positiver Grundstimmung gegenüber der Kirche und einer Willkommenskultur“. Was damit aber auch verbunden ist, zeigte Guba später unter Hinweis auf die vorliegende Landesstellenplanung ausführlich auf und sprach deshalb von einer „eine langen Liste von Baustellen“.

Zunächst blieb der Dekan dabei im Grundsätzlichen und verwies darauf, dass das Bild der Kirche vom guten Hirten, der seine Schafe hütet, nicht mehr passe. „Vielleicht sind wir weniger Aufseher, als vielmehr Gastgeber, Wirtsleute.“ Guba sprach vom Wandel zur „entdeckenden, aufsuchenden und suchenden Kirche“. Auch entstünden in der Coronazeit neue Herausforderungen durch soziale Verwerfungen. Jugendarbeit müsse dabei Vorrang haben. Verabschieden müsse man sich auch vom „Prinzip der Überschaubarkeit“. Ausgangspunkt für konkrete Maßnahmen im Dekanat sei die Frage „Was brauchen wir regional, was kann abgegeben werden?“

Manches würde sich im Dekanat ändern müssen. „Es werden Gebäude verkauft werden müssen, andere werden Ertragsobjekte. Das trifft auch auf Pfarrhäuser zu.“ Guba forderte auch zu „weniger Kirchturmdenken“ auf und meinte: „Wenn der Nachbar einen Dienst bei uns tut, ist das ein Grund zur Freude“. Und warum solle man auch nicht einmal „für manche Dinge in den Nachbarort fahren?“ Der Dekan hält auch „den Blick über den Tellerrand zu den katholischen Gemeinden, den Vereinen und Kommunen und den Gemeinden“ für erforderlich um „vom Nebeneinander zum Miteinander kommen“. Angekündigt wurde die Aktionen „genussvoll Wandern“ und das neue System der Kita-Geschäftsführung.

Ähnlich wie der Dekan äußerte sich auch Pfarrer Christoph Zeh aus Erbendorf/Steinwaldregion in einer persönlichen Stellungnahme: „Die Frage ist nicht, ob sich etwas verändern soll oder nicht, sondern die Frage ist: Wie gehen wir mit dem unaufhaltsamen Wandel um? Was machen wir daraus?“ Bleiben werde jedoch immer „Gottes Hilfe“. Eröffnet und moderiert wurde die Dekanatssynode durch die Präsidentin der Dekanatssynode, Käthe Pühl. Als Vertreter der Evangelischen Landeskirche Bayern sprach Oberkirchenrat Professor Hans-Peter Hübner über „Veränderungen als Chance für unsere Kirchengemeinden“. Ausführlich ging der Referent auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit der Kirche ein. Er zeigte den Rückgang der Kirchenmitglieder beider großen Kirchen von 85 Prozent der Bevölkerung auf knapp über 50 Prozent auf und sprach von zunehmender Individualisierung, Mobilisierung und von der digitalen Kommunikation. Auch zahlreiche konkrete Vorschläge machte der Oberkirchenrat. So zum Beispiel fragte er „Warum bedanken wir uns nicht für die gezahlte Kirchensteuer?“, schlug regionale Dienstleistungszentren zur Entlastung der Pfarreien, Inanspruchnahme von Förderprogrammen, Zusammenarbeit mit externen Stellen und die gemeinsame Verwaltung von Pfarrämtern vor. Auch müsse der Immobilienbestand „fortlaufend kritisch überprüft werden“.

Sabine Dorn ist die neue Schulreferentin im Dekanat

Weiden in der Oberpfalz
Online verlief die Frühjahrssynode des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Weiden
Als Vertreter der Evangelischen Landeskirche sprach Oberkirchenrat Professor Hans-Peter Hübner.

"Es werden Gebäude verkauft werden müssen, andere werden Ertragsobjekte. Das trifft auch auf Pfarrhäuser zu."

Dekan Thomas Guba

 

 

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