14.07.2021 - 15:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Demnächst Impfen im Zelt und ohne Termin in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN

Die Zahl der Erstimpfungen sinkt in der Region "dramatisch", sagt Thomas Rauch, der Leiter des Impfzentrums Weiden. Hausärzte beobachten eine ähnliche Tendenz. Mit neuen Ideen wollen die Verantwortlichen ab sofort gegensteuern.

Erst konnten viele die Spritze kaum erwarten, inzwischen bekommt das Impfzentrum Weiden aber Impfmüdigkeit der Bürger zu spüren.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Wahrscheinlich schon ab nächster Woche wird in der Weidener Fußgängerzone an gut frequentierten Tagen wie Freitag und Samstag ein Zelt stehen, in dem "Impfen to go" möglich ist. Das deuten der Leiter des Impfzentrums Weiden und Dr. Martin Poschenrieder, der hausärztliche Koordinator im Landkreis Neustadt/WN, an.

Das sei ein Versuch, das Impfangebot zu den Menschen zu bringen, wie Bundes- und Landespolitiker immer wieder betonen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung: Ab sofort ist in allen drei Impfzentren Pressath, Vohenstrauß und Weiden von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 13 Uhr eine Erstimpfung ohne vorherige Anmeldung möglich. Mitzubringen sind lediglich Personalausweis und Impfpass.

Hintergrund: Inzwischen ist genügend Impfstoff vorhanden, aber die Impfwilligen machen sich rar. "Wir haben täglich zig Termine offen", sagt Thomas Rauch, der Leiter der drei Impfzentren. Den mittlerweile berüchtigten Präzedenzfallfall des abgesagten zweiten Impftermins wegen einer Urlaubsreise kennt er ebenfalls aus Erfahrung, allerdings sei dieses Problem in Zusammenarbeit mit den Hausärzten in den meisten Fällen in den Griff zu kriegen. Trotzdem bittet Rauch: Vereinbarte Zweittermine sollten unbedingt eingehalten werden. Urlaub ist kein triftiger Grund für eine Verschiebung.

Keine Wartezeiten mehr

Eindeutige Hinweise, warum die Erstimpfungen so stark zurückgehen, gibt es nicht. Wie die Hausärztesprecher Dr. Matthias Loew aus Weiden und Martin Poschenrieder aus Vohenstrauß mitteilen, haben wohl mittlerweile alle Impfwilligen ein Angebot bekommen und angenommen. "Meine Vormerkliste ist abgearbeitet, und die war lang", sagt Loew. Will heißen: Er kann von heute auf morgen Termine für die Spritze mit Biontech oder Astrazeneca vergeben.

Apropos Astra: Nachdem die Ständige Impfkommission des Bundes jüngst empfohlen hat, nach der Erstimpfung mit Astrazeneca beim zweiten Termin auf Biontech oder Moderna umzusteigen, ist Astra im Impfzentrum ein Ladenhüter. Am Montag wurde es letztmals in Weiden als Zweitimpfstoff eingesetzt. Grundsätzlich sei Astra aber ein sehr guter Impfstoff, warnt Poschenrieder vor Vorurteilen. Über die Gründe der erlahmenden Impfbereitschaft kann er nur spekulieren. "Jüngere wägen wohl ab, dass bei ihnen das Risiko für einen schweren Verlauf geringer ist. Und bei Skeptikern dürfen wir nicht müde werden mit der Aufklärung."

Landkreis weniger impfmüde

Zwar breitet sich auch im Landkreis etwas Impfmüdigkeit aus, sie hält sich aber noch im Rahmen: Vergangene Woche meldeten sich bei den Hausärzten 1051 Menschen zur Erstimpfung, in der Vorwoche waren es 1097. Die Zweitimpfung bekamen in den letzten sieben Tagen 1341 Menschen, so dass die Hausärzte zwischen Eslarn und Kirchenthumbach inzwischen 16 831 Erst- und 11 521 Zweitimpfungen verabreicht haben.

Anders in Weiden: In der ersten Juliwoche kamen noch 740 Menschen zur Erstspritze in die Praxen, vergangene Woche war es weniger als die Hälfte (357). Das ergibt eine Gesamtzahl von 8232 erstgeimpften Weidenern. Im gleich großen Amberg sind es 13 573. 5465 Weidener sind bei Hausärzten zweitgeimpft.

Frappierend sind die Zahlen in den drei Impfzentren. 392 Erstimpfungen in den letzten sieben Tagen (Vorwoche 2415) stehen 1685 Zweitimpfungen (1663) gegenüber. Seit Beginn der Impfkampagne haben in den Zentren 51 563 Frauen und Männer ihrer erste Dosis und 43 421 Menschen ihre zweite bekommen.

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