Deutschland ist nun seit 28 Jahren wiedervereint. Eine richtige Einheit aber sind Ost- und Westdeutsche immer noch nicht, das Gefälle besteht weiter. Und trotzdem: Es wurde viel erreicht, Untergangsgedanken sind fehl am Platz. Zur Erinnerung: Damals ging eine Grenze durch unser Land - eine Mauer, ein Todesstreifen.
Und nun: Ende 2018 wird Deutschland länger vereint sein, als die Mauer existierte. Der ehemalige Todesstreifen ist mittlerweile ein Biotop. Auch sonst hat sich in Ostdeutschland viel getan. Laut aktuellem Jahresbericht der Bundesregierung zur deutschen Einheit ist der Abstand zum Westen geschrumpft, die Löhne gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken. Städte wie Leipzig oder Dresden boomen, auch viele junge Menschen aus der Oberpfalz sind in die Städte im Osten gezogen, zum Studieren und Leben. Aber diese, über lange Zeit erarbeitete positive Entwicklung droht ausgebremst zu werden. Eine Prognos-Studie sagt, dass die Region langfristig wieder zurückgeworfen wird. Das liegt auch an den Ostdeutschen. In den neuen Bundesländern ist die Untergangsstimmung am meisten verbreitet, sind die Rechtsradikalen am lautesten. Sie sind es, die den Ruf des Ostens mit hässlichen Bildern wie in Chemnitz nachhaltig beschädigen.
Viele Menschen, nicht nur Studenten, werden nun zögern, in den Osten zu ziehen. Viele, die schon da sind, wandern nach Westen ab - wenn sie es eh noch nicht getan haben. Immer mehr Fachkräfte werden fehlen. Für große Unternehmen besteht damit kaum ein Anreiz, in die Region zu investieren. Das Geld und die guten Jobs bleiben damit im Westen.













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