15.05.2019 - 18:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Doppelpack aus Weiden am Theater Zürich

Aktuell ist Miriam Wagner die einzige Bayerin am Theater Kanton Zürich. Sonst gehören nur Schweizer und Norddeutsche zum Ensemble. Doch bald erhält sie Verstärkung. Der Clou: Die neue Regieassistentin kommt ebenfalls aus Weiden.

Auf Hochtouren laufen derzeit die Proben für „Kleider machen Leute“ nach Gottfried Keller. Die Weidenerin Miriam Wagner (rechts, mit schwarzer Perücke) feiert mit diesem Stück am 16. Mai Premiere.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Seit 2012 gehört die gebürtige Weidenerin Miriam Wagner jetzt zum Ensemble am Theater Kanton Zürich. Nach jüngsten Rollen in "Die Mausefalle" von Agatha Christie und "Komödie im Dunkeln" von Peter Shaffer steht sie demnächst in dem Stück "Kleider machen Leute" auf den Brettern, die die Welt bedeuten. "Das wird unser Sommertheater", freut sich die 42-Jährige. "Zwei Monate lang spielen wir damit an den verschiedensten Plätzen. 45 Aufführungen an den unterschiedlichsten Orten. An einem Tag unter Lindenbaum, am anderen Tag auf einem Parkplatz. In ganz schlimmen Turnhallen, aber auch in wunderschönen Kurtheatern." Klingt spannend. Und so wird es laut Miriam Wagner auch werden.

Katharina Stark ist da noch nicht mit von der Partie. Ihr Einsatz als Regieassistentin beginnt erst am 8. September.

Der Schweizer Dichter Gottfried Keller hätte heuer 200. Geburtstag. Deshalb fiel die Wahl auf sein Stück "Kleider machen Leute". Die Proben laufen bereits auf Hochtouren. Denn am 16. Mai ist Premiere. Miriam Wagner, Tochter des Weidener Stadtrats Veit Wagner und dessen Frau Sybille, spielt darin die Kutscherin. "Eine Rolle, die in dieser Form in dem Stück eigentlich gar nicht existiert", verrät sie vorab. Doch in der Bearbeitung von Dagrun Hintze wurde aus dem Kutscher, eine Kutscherin und deren Rolle wurde - im Gegensatz zur männlichen Vorlage - auch noch etwas erweitert.

Erste Kontakte mit dem Theater hatte die gebürtige Weidenerin zwar schon am Kepler-Gymnasium. Den letzten Anstoß, das zum Beruf zu machen, erhielt sie aber als Au Pair in Paris von einem Barkeeper, der sich als Schauspielschüler entpuppte. Auf das Schauspielstudium am Salzburger Mozarteum folgten Auftritte in Erlangen, Frankfurt, Augsburg, Frankreich, Polen. Unter der Regie von Hubert Lepka spielt Miriam Wagner die Anna in dem ungewöhnlichen Stück "Love Turn". Die letzten 15 Minuten einer Beziehung, eingebettet in eine Autofahrt, bei der jeweils drei Zuschauer im Fond Platz nehmen. Sie und ihr Schauspielkollege haben das Stück in verschiedenen Formaten und verschiedensten Städten gespielt. Eine Inszenierung, an die sie sich gerne zurück erinnert.

Als ihr erstes Kind - ein Sohn - auf die Welt kam, schloss sie den Vertrag mit dem Theater Kanton Zürich. Verheiratet ist sie mit Felix Renggli, schon der Name weist ihn als echten Schweizer aus. Inzwischen hat das Paar auch eine zweijährige Tochter. Als sie mit der schwanger war, spielte Miriam Wagner den "Revisor" von Gogol. "Der Revisor war da eine schwangere Frau." Regisseur Felix Prada wagt gerne solche Experimente. "Da bin ich ihm dankbar."

„Ich bin jetzt langsam in dem Alter, in dem die Frauenrollen dünner gesät sind“, erklärt die 42-Jährige. Für sie stellt sich deshalb die spannende Frage, „wie viele Jahre ich den Beruf noch weitermachen kann“.

Ihre bisher schönste Rolle? "Das ,Käthchen von Heilbronn' am Schauspiel Frankfurt war sehr bereichernd. Hier in Zürich habe ich sehr gerne die ,Nora' gespielt, aber auch in ,Der Gott des Gemetzels' oder die Mollie Ralston in ,Die Mausefalle'."

Für die zweite Oberpfälzerin, Katharina Stark, fängt das Abenteuer Theater Kanton Zürich gerade erst an. Als Regieassistentin wird sie unter vier verschiedenen Regisseuren vier verschiedene Stücke mit realisieren. Dennoch ist die 28-Jährige kein völliger Neuling. Über zehn Jahre hat sie bereits beim Landestheater Oberpfalz Erfahrungen gesammelt. Als fing an als Darstellerin von Frau Waas im Kinderstück "Jim Knopf" über die Rolle der Muse "Tetis" im Musical "Xanadu" bis zur Janet in der "Rocky Horror Show".

Die gebürtige Rothenstädterin absolvierte nach dem Kepler-Gymnasium zunächst ein Volontariat bei Radio Ramasuri bevor sie sich zum Studium der Theater- und Medienwissenschaften in Bayreuth entschloss. Während des Studiums entwickelte sich ihr Interesse an der Regiearbeit. Am LTO erhielt sie die Chance dazu. Katharina Stark führte Regie in dem Stück "Elling", das im Juli 2017 Premiere feierte - und ein voller Erfolg wurde.

Warum aber treibt es sie ausgerechnet ans Theater Kanton Zürich, an dem sie bald als zweite Weidenerin die Farben der Oberpfalz vertreten wird? Die Liebe ist schuld. Mit ihrem Freund, einem Banker aus Zürich, unterhält Katharina Stark seit vier Jahren eine Fernbeziehung. "Also dachte ich mir, ich kann mich ja auch mal in Zürich nach einem Job umschauen." Gedacht, getan. Vor rund einem Monat hat sie sich als Regieassistentin am Theater Kanton Zürich beworben. "Ein paar Tage später folgte das Bewerbungsgespräch und wiederum einige Tage später die Zusage von Intendant Rüdiger Burbach." Dem war der Name der Stadt Weiden nicht unbekannt. Schließlich hat er schon ein Ensemblemitglied, dessen Wurzeln sich hierher zurückverfolgen lassen.

Sie werden ab Herbst zu zweit die Farben der Stadt Weiden in Zürich vertreten: (von links) Schauspielerin Miriam Wagner und Regieassistentin Katharina Stark.
Katharina Stark in dem Stück "Acht Frauen", in dem sie auf der Bühne des Landestheaters Oberpfalz zu sehen war. In Zürich wird die gebürtige Weidenerin als Regieassistentin tätig sein.

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