17.09.2018 - 17:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dr. Karlheinz Mark: Neues Leben für Geburtshelfer

Er ist verantwortlich für viele gesunde Babys - und für die neuesten Ultraschall-Geräte in Weiden. Dr. Karlheinz Mark von der Klinik für Frauenheilkunde geht in den Ruhestand. Bei etwa 30 000 Geburten war er mit dabei.

Er geht, aber die modernsten Geräte in der Gynäkologie des Klinikums bleiben. Dafür hat Karlheinz Mark gesorgt.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

(blu) Der 63-Jährige ist der dienstälteste Arzt im Klinikum: 1986, als Mark in seiner Facharztausbildung dort anfing, hieß die Kliniken Nordoberpfalz AG noch ganz einfach Städtisches Krankenhaus Weiden. Seit 1988, also mittlerweile 30 Jahren, ist er Oberarzt an der jetzigen Klinik für Frauenheilkunde und Gynäkologie - doch nicht mehr lange. Denn am 20. September hat Mark seinen letzten Arbeitstag.

Die Bilanz seiner langen Tätigkeit ist stattlich: Bei 30 000 Geburten war er beteiligt, 8200 Kinder hat er selbst entbunden, davon etwa 1800 Mehrlingsgeburten und circa 3000 Kaiserschnitte. "Es gab für mich nie etwas Schöneres als den Beginn des Lebens dieser vielen Kinder zu begleiten", sagt Mark am Ende seines Berufslebens. "Nach dieser langen Zeit als Geburtshelfer im Kreißsaal wird mir das so wunderbare Geschrei der Neugeborenen genauso fehlen wie die Teilhabe an dem strahlenden Glück der frischgebackenen Eltern." Doch nicht alle Schwangerschaften nahmen ein gutes Ende. "Genauso tiefe emotionale Spuren hinterließen traurige Ausgänge einer Schwangerschaft, wo der Kampf ums Leben verloren wurde."

Spezialist im Ultraschall

Der gebürtige Windischeschenbacher machte sich nach dem Abi am Augustinus-Gymnasium in Weiden 1975 auf nach Erlangen zum Studium der Humanmedizin. Nach dem Wehrpflicht-Dienst in Hannover und einem Ausflug nach Kaiserslautern während der Ausbildung, ging er 1986 in die Oberpfalz zurück und blieb. Sein Faible für Ultraschall-Diagnostik entwickelte sich schon sehr früh. Sechs Jahre war er Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum), Stufe II. "Ich war schon immer technikinteressiert", erzählt Mark.

Das muss er als Facharzt für Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin sowie Pränataldiagnostik auch sein, ein Gebiet, das sich in den letzten Jahrzehnten rasend schnell entwickelte. Der Fortschritt in der Ultraschall-Gerätetechnologie werde auch weiter gehen, ist sich der Oberarzt sicher: "Hier ist noch kein Plateau erreicht." Mark kümmerte sich darum, dass das Klinikum in diesem Gebiet immer auf dem neuesten Stand bleibt. "Bei Pränatal-Diagnostik ist das unentbehrlich. Da reicht kein Fiat, da brauche ich einen Mercedes." Die Verwaltung habe ihm beim Beschaffen des High-End-Equipments immer unterstützt. Auch ästhetisch haben viele Eltern vom Innovationswillen des Oberarztes profitiert: Nicht wenige Küchen in der Oberpfalz ziert eine hochmoderne 3-D-Aufnahme des ungeborenen Kindes aus dem Weidener Klinikum.

Bald für sechs Enkelkinder da

Auch im Ruhestand beschäftigt sich Mark weiterhin mit Kindern. "Ich werde mich hauptberuflich um meine sechs Enkelkinder kümmern", kündigt er an. Mark hat zwei Töchter, eine davon lebt in Köln und hat drei Jungs. Die andere lebt in Wien mit drei Töchtern, von denen der Opa jede selbst entbunden kann, die letzte gerade eben erst am 1. September. Um seine Enkel zu sehen, wird der sechsfache Großvater viel unterwegs sein, ist er sich sicher. Da ist es praktisch, dass seine Frau Evi Mark, die in der Altenstädter Praxis für Anästhesie im Sonnenhaus arbeitet, auch Ende Dezember in den Ruhestand geht. Doch so richtig aufhören wird Mark noch nicht, das kündigt er schon an: "Die Ultraschallsonde werde ich noch nicht völlig aus der Hand legen, ein bisschen werde ich mich wohl doch noch um die Ungeborenen und deren Mütter kümmern."

Wer Marks Nachfolgerin wird, geben die Kliniken Nordoberpfalz in den kommenden Tagen bekannt. "Es geht nur noch um die letzten organisatorischen Punkte", heißt es aus der Pressestelle.

Karlheinz Mark geht in den Ruhestand.

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