Weiden in der Oberpfalz
18.02.2021 - 15:23 Uhr

Dramatische Entwicklung mit steigenden Coronazahlen in Stadt Weiden und Landkreis Neustadt/WN hält an

Seit Tagen sinkt in Bayern und Deutschland die Zahl der Neuinfizierten oder bleibt wie heute zumindest konstant. Im Landkreis Neustadt und noch mehr in der Stadt Weiden ist dieser Trend nicht zu erkennen.

Ein Arzt nimmt mit einem Tupfer einen Abstrich bei einer Frau für einen Coronatest. Die bei den Tests gewonnen Infektionszahlen bleiben in Weiden und dem Landkreis weiterhin hoch. Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein Arzt nimmt mit einem Tupfer einen Abstrich bei einer Frau für einen Coronatest. Die bei den Tests gewonnen Infektionszahlen bleiben in Weiden und dem Landkreis weiterhin hoch.

Immer, wenn es auch im Landkreis Neustadt oder der Stadt Weiden ein paar Tage bergab ging mit den Zahlen der Neuinfizierten, ist das nur ein kurzer hoffnungsvoller Luftschnapper. Weidens Oberbürgermeister Jens Meyer spricht von einer "dramatischen Entwicklung". Ein dauerhafter Rückgang der Inzidenzwerte ist nicht in Sicht. So auch am Donnerstag, an dem sich die Stadt Weiden mit 33 Neuinfizierten und einer 7-Tage-Inzidenz von 184,8 auf der unrühmlichen Liste des Robert-Koch-Instituts der Gebietskörperschaften mit den den höchsten Coronafällen auf Platz 9 vorarbeitete. Höhere Zahlen haben nur noch die Kreise Tirschenreuth (317,9) und Wunsiedel (279,4), die Stadt Hof (224,8), Schmalkalden-Meiningen (211,3), der Unstrut-Hainich-Kreis (206,4), Wesermasch (191,9), der Landkreis Hof (188,8) und die Stadt Flensburg (185,2). Auf Rang 23 folgt der Landkreis Neustadt/WN mit 40 neuen Fällen und einer 7-Tage-Inzidenz von 131,3.

Infektionen in der Nachbarschaft

Es werde wohl auch mit den Grenzpendlern zu tun gehabt haben, drückt sich Landratsamtssprecherin Claudia Prößl vorsichtig zu den Gründen für den erneuten Anstieg auch im Landkreis Neustadt aus. "Wir haben Mutationen im Landkreis, die ansteckender sind, als das bisher verbreitete Virus", sagt sie weiter. Außerdem gebe es Verflechtungen zu den Nachbarlandkreisen wie Tirschenreuth und Wunsiedel mit noch weit höheren Zahlen, die auch Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen die Region hätten. Ein Schwerpunkt bei den Infektionen sei weiterhin nicht zu erkennen. Prößl: "Das geht querbeet durch Orte, Altersgruppen und Infektionsquellen."

Einen Durchbruch bei der Pandemiebekämpfung könnten Eigentests bringen

Oberbürgermeister Jans Meyer

Oberbürgermeister Jans Meyer

Prößl stellt klar, dass im Landkreis weitere Lockdown-Maßnahmen momentan dennoch nicht geplant seien. In Weiden seien ebenfalls keine zusätzlichen Schritte in Richtung verschärfter Lockdown vorgesehen, bestätigte Oberbürgermeister Meyer. Er appelliert dringend an die Bürger, durchzuhalten und sich weiter an die Corona-Schutzvorschriften und Abstandsregeln zu halten. "Einen Durchbruch bei der Pandemiebekämpfung könnten Eigentests bringen", hofft er. Doch für die fehle noch die Zulassung.

Wegen des Geschehens sei er weiterhin im Austausch mit den Landräten entlang der Grenze. "Wir haben gemeinsam einiges bewegt und erreicht, aber unser Problem hat das noch nicht gelöst", muss er zugeben. Vielleicht kann das ein Online-Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Markus Söder mit den bayerischen Landräten und Oberbürgermeistern am Freitagvormittag bringen. Für den erkrankten Landrat Andreas Meier wird sein Stellvertreter Albert Nickl teilnehmen. Oberbürgermeister Meyer hat den Termin ebenfalls im Kalender stehen.

Rathaus zu Hause

Die Stadtverwaltung funktioniere mit vielen Mitarbeitern, die zumindest zeitweise von zu Hause aus arbeiten. Meyer: "Ich habe dutzende Homeoffice-Genehmigungen unterschrieben." Besprechungen erledige man im Rathaus weitgehend online und nur dort, wo sie unbedingt nötig seien mit Abstand und Maske in großen Räumen wie dem Sitzungssaal.

Schulen bleiben zu

In den Bildungsstätten in Stadt und Landkreis wird es überall zunächst beim Distanzunterricht bleiben. "Am Montag werden wir die Schulen sicher zulassen müssen", kündigt Meyer an. Landratsamtssprecherin Prößl nennt die Vorgaben für die Regelungen bei Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen schwierig. Hier seien tagesaktuelle Entscheidungen gefragt, wenn die Inzidenzwerte unter oder über 100 lägen. Die Briefe aus dem Kultusministerium, die Eltern jetzt zur vorsichtigen Rückkehr zum Präsenzunterricht bekamen, haben zumindest zu Beginn der nächsten Woche in der Region noch keine Relevanz.

Hintergrund:

Kindertagesstätten müssen Notbetreuung anbieten

  • Im Landkreis Neustadt gibt es aktuell 74 Kindergärten, Kitas und Krippen.
  • Alle diese Einrichtungen müssen eine Notbetreuung anbieten, um Anspruch auf Förderung zu haben.
  • Zu den Belegungszahlen kann das Landratsamt keine aussagekräftigen Zahlen nennen, da diese stark schwanken und sich täglich ändern. So nehmen manche Eltern die Notbetreuung nur tageweise, andere wochenweise in Anspruch.
Deutschland und die Welt14.04.2021
 
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