Eine Geschichte wie aus einem Krimi. Ein Großdealer mit Verbindungen nach Thailand, Nepal und auf die Philippinen. Viele Aktenkoffer, in die ein nepalesischer Schneider stets genau neun Kilo gepresstes Marihuana einnähte und die so ihren Weg nach Bayern fanden. Lieferungen an alte „Knast- Kameraden“. Und: Durch die Aussagen des Dealers (40) wurde die Kripo auch auf einen Weidener aufmerksam.
Am ersten Verhandlungstag gegen den 33-Jährigen hörte die erste große Strafkammer den mittlerweile zu fast sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilten gebürtigen Würzburger. Dieser soll, so die Anklage von Staatsanwältin Franziska Hofmann, dem Weidener im Frühjahr 2017 in Kitzingen 40 Gramm Kokain verkauft haben. Der Ledige soll nach einiger Zeit 700 Euro und kurz darauf 300 Euro bezahlt haben. 1000 Euro soll er schuldig geblieben sein – auch deswegen, weil der Kitzinger inzwischen inhaftiert wurde. Auch eine angeblich von ihm verabredete Lieferung von mehreren Kilo Marihuana – weil „Kokain in Weiden nicht so gut geht“ – ging in die Hose. Die Polizei konnte sie in der Nähe des Turnerbund- Geländes stoppen.
Durch die Festnahme eines weiteren Dealers in Aschaffenburg, eines ehemaligen Mithäftlings des Großdealers aus Kitzingen, sei letzterer als Hintermann ermittelt worden, berichtete ein Würzburger Kriminalhauptkommissar im Zeugenstand. Mittels Telefonüberwachung – auch als sich der Verdächtige wieder einmal auf den Philippinen aufhielt – und durch Aussagen seiner Abnehmer sei dies gelungen. Bei seiner Festnahme habe der nun in Straubing Einsitzende 11.000 Euro Bargeld und 726 Gramm Haschisch bei sich gehabt, berichtete der Polizeibeamte. In seinem Geständnis habe der Mann unter anderem auch den Weidener benannt. Wegen Unzuverlässigkeit anderer Abnehmer sei er auf diesen und einen weiteren ehemaligen Gefängnismitinsassen als potentielle Weiterverkäufer gekommen. Ein Weidener Kriminaler schilderte die Ermittlungen im hiesigen Raum.
Der von Rechtsanwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn sowie den Regensburger Anwälten Johannes Büttner und Tim Fischer vertretene Angeklagte ließ sämtliche Vorwürfe bestreiten und machte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Deshalb werden Landgerichtspräsident Gerhard Heindl, Richterin Dr. Franziska Attenberger und die zwei Schöffen am Montag, 9. März, ab 9 Uhr weitere Zeugen hören.













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