18.04.2019 - 16:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mit E-Bike elektrisiert in den Frühling

Kette schmieren, Bremse checken: Radler wollen nun wieder Fahrt aufnehmen. Was zum Frühjahrsputz eines herkömmlichen Fahrrads dazu gehört, sollten Verbraucher beim E-Bike aber besser vermeiden. Zur eigenen Sicherheit.

Putzen und Luftdruck überprüfen: Ulrike Nowak aus Altenstadt bereitet ihr E-Bike auf die ersten Ausfahrten im Frühling vor. Dabei lässt sie die Finger von der Elektronik.
von Redaktion ONETZProfil

"Finger weg von der Elektronik!", warnt der Vorsitzende des Weidener Fahrradclubs VC Corona. Ernst Ehl spricht von E-Bikes: "Da sollte lieber keiner selber hinlangen, da vielen das nötige Wissen und Feingefühl zur Feststellung von Fehlern fehlt." Fahrradhändler bieten im Winter oft vergünstigt eine Art "Frühjahrscheck" an, weiß Ehl und rät E-Bike-Besitzern, dieses Angebot auch wahrzunehmen.

Wichtig sei es zudem, die Reifen zu überprüfen. Poröser und rissiger Gummi kann zu schweren Stürzen führen. Prinzipiell gelte natürlich immer: Das Fahrrad sauber halten und mit einer funktionstüchtigen Lampe ausstatten.

Nie ohne Helm

Ehl betont die Wichtigkeit eines Kopfschutzes - gerade bei E-Bikes. Durch die ungewohnt hohen Geschwindigkeiten seien Fahrradfahrer häufig überfordert. Durch verschmutzte Fahrbahnen kann es beispielsweise beim Abbiegen zu Stürzen kommen.

Tatsächlich gab es in Weiden im vergangenen Jahr sieben Unfälle mit Pedelecs, vier mehr als 2017. An vier der sieben Unfälle war keine zweite Person beteiligt. Insgesamt ereigneten sich 77 Fahrradunfälle im Stadtgebiet Weiden. 60 Mal war der Fahrradfahrer der Hauptverursacher. "Oft fahren Radfahrer auf dem Fahrradweg in die falsche Richtung und werden dann von Autos übersehen. Viele unterschätzen die Gefahr", bestätigt Hans Wurm von der Weidener Verkehrspolizeiinspektion. 20 Prozent der verunglückten Fahrradfahrer trugen ihm zufolge keinen Helm.

Der Velo-Club Corona kennt die Problematik des erhöhten Unfallrisikos bei E-Bikes. Der Verein möchte ein Mitglied der "E-Bike-Fraktion" zum E-Bike-Übungsleiter ausbilden lassen. Er soll den Pedelec-Fahrern zur Seite stehen. Seminare für E-Bike-Instruktore bietet unter anderem auch der Bund deutscher Fahrradfahrer an.

Ladestationen eher selten

Neben dem richtigen Umgang mit dem Fahrrad und funktionierender Elektronik ist ein Faktor natürlich unerlässlich: Strom. Mit öffentlichen Ladestationen sieht es in der Stadt Weiden aber eher schlecht aus. "Wenn man nett fragt, darf man sein Fahrrad aber eigentlich überall kurz laden", meint Petra Vorsatz vom Weidener Amt für Tourismus. Einen Beschluss zur Investition in eine Ladestation gebe es bisher nicht. Auf Arbeitsebene werde allerdings darüber diskutiert.

Die Stadtwerke Weiden zeigen sich eher skeptisch: "Mit dem richtigen Ladekabel kann man sein E-Bike an jeder Steckdose laden. Wer aus Weiden kommt, macht das eh zu Hause. Touristen können oft im Hotel laden." Die Anschaffung sei teuer und momentan nicht notwendig.

Im Oberpfälzer Wald sind um die 50 Ladestationen gelistet. Die Website des Oberpfälzer Waldes bietet Auskunft über den genauen Standort und den Zugang. Wer sicher gehen möchte, dass er es auch ohne Ladestation bis ans Ziel schafft, kann vorab online die Reichweite berechnen. Manche Hersteller bieten dafür einen Service an. Durch Eingabe des Gepäckgewichts, Fahrstils und der Windstärke kann hier ein exakter Kilometerwert abgerufen werden. Einer ausgiebigen Fahrradtour steht dann nichts mehr im Wege.

Ein kleiner Tipp noch für alle, die genug vom Fahrradfahren haben: Wer sein E-Bike verkaufen möchte, sollte eines wissen: Bei den Betriebsstunden schummeln geht hier nicht. Werkstätten können diese nämlich anhand des Akkus mancher Hersteller auslesen, wissen die Profis vom Radclub.

Info:

Pedelec oder E-Bike: Was ist eigentlich der Unterschied?

Im Alltagsgebrauch wird häufig von E-Bikes gesprochen, obwohl von sogenannten Pedelecs die Rede ist. Pedelecs zählen zu den Fahrrädern und sind damit bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde nicht zulassungspflichtig. Zudem bieten sie lediglich eine Unterstützung beim Treten. E-Bikes hingegen fahren auch, ohne dass der Fahrer in die Pedale tritt. Sie sind zulassungspflichtig. Der Fahrer benötigt zudem einen entsprechenden Führerschein.

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