30.08.2019 - 15:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

E-Carsharing: Aller Anfang ist ungewohnt

Seit Anfang Juni gibt es E-Carsharing in Weiden. Wer es nutzen möchte, muss sich registrieren lassen und kann dann nach Belieben das Auto buchen. Klingt eigentlich ganz einfach, denke ich. Ist das wirklich so? Ich hab's ausprobiert.

Das E-Car, ein Nissan mit sieben Sitzen, kann per App gebucht werden.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

"E-Carsharing Weiden" lautet der Suchbegriff, den ich bei Google eingebe. Die Hoffnung, gleich auf die Anbieterfirma zu stoßen, erfüllt sich nicht. Stattdessen erscheint der Artikel vom offiziellen Startschuss des Angebots, den die Kollegin auf onetzde verfasst hat. Doch das ist gar nicht so schlecht. Hier finde ich auch den Link, der mich auf die Seite der Deggendorfer Firma Mikar führt, die in ganz Deutschland E-Autos verleiht.

Redakteurin Michaela Lowak testet das E-Carsharing im Video:

Registrieren

Das Registrieren funktioniert problemlos. Neben Name, Adresse und Handynummer muss man auch seine Bankverbindung, die Nummer des Personalausweises und des Führerscheins angeben. Die Daten werden auf einem Formular aufgelistet, dass ich ausdrucken kann.

Legitimieren

Damit muss ich mich bei einer Legitimierungsstelle melden. Das ist in Weiden bei den Stadtwerken in der Gaswerkstraße, bei der Führerscheinstelle im Neuen Rathaus und bei ip 3 Ingenieure in der Dr.-Pfleger-Straße möglich. Wenn alle Daten überprüft sind, kontaktiert die jeweilige Legitimierungsstelle die Firma Mikar, die mich dann für den Buchungsvorgang freischaltet. Diese Benachrichtung erfolgt per Mail, was bis zu einem Tag dauern kann.

Buchen

Um das Auto zu buchen, lädt man sich am besten die App herunter. Der Buchungsvorgang selbst klappt auf Anhieb. Die einzelnen Schritte sind übersichtlich und erklären sich fast von selbst.

Wer kann es nutzen?

Das Weidener Auto ist ein Nissan mit sieben Sitzen. Er steht auf dem Parkplatz beim Neuen Rathaus. Er würde sich gut für eine Tennismannschaft eignen, die zum Auswärtsspiel fährt, fällt mir spontan ein. Der Vorschlag eines Kollegen ist auch nicht schlecht: "Wir fahren mit dem Nissan zum Zoigl nach Neuhaus. Einer fährt, der Rest darf trinken." 29,90 Euro pro Tag kostet das Ausleihen maximal. Das kommt wahrscheinlich billiger als jedes Taxi.

Vor dem Losfahren

Das Öffnen des Nissans funktioniert per App. Doch einfach reinsetzen und losfahren, ist nicht. Zuvor muss das Auto noch abgestöpselt werden. Das Kabel steckt zum einen in der Ladesäule, zum anderen hinter einer Klappe in der Motorhaube. Das Ladekabel bleibt nicht am Parkplatz liegen, sondern muss im Kofferraum verstaut werden.

Endlich losfahren

Was ich bislang nicht wusste: Jedes Elektroauto lässt sich wie ein Automatikauto fahren. Eigentlich kein Problem, doch wer das vorher noch nicht probiert hat, sollte sich informieren. Gestartet wird der Nissan nicht mit einem Zündschlüssel, sondern mit einem Knopf. Auf das gewohnte Motorengeräusch wartet man vergeblich. Das E-Car reagiert sofort auf das leichte Antippen des Gaspedals. Das Schnurren des Elektromotors erinnert mich ans Anfahren einer S-Bahn. Alles bestens.

Unterwegs parken

Zum Fahren selbst muss nicht viel gesagt werden. Das macht richtig Spaß. Wer unterwegs das Auto parken muss, kann es mit dem Schlüssel verschließen, der im Handschuhfach untergebracht ist oder die App verwenden. Man sollte nur aufpassen, den Buchungsvorgang nicht vorzeitig zu beenden.

Auto wieder abstellen

Wer das Auto nicht mehr braucht, fährt es zurück auf den Parkplatz beim Neuen Rathaus. Ich hole das Kabel aus dem Kofferraum, stecke es an der Ladesäule und am Auto an. Lädt es jetzt? Nein! Warum nicht? Nach einigem Suchen finde ich im Handschuhfach eine Ladekarte. Die halte ich kurz an die Markierung an der Säule, es piepst - und lädt. Gott sei Dank! Den Autoschlüssel verstaue ich wieder im Handschuhfach neben der Ladekarte. Sonst nach was? Nein, es scheint zu passen. Ich steige aus, drücke in der App auf das Symbol "Verriegeln" und beende den Buchungsvorgang.

Hotline hilft weiter

Noch ein kurzer Check: Ist die Tür wirklich zu? Nein, sie lässt sich noch öffnen. Ich frage mich, was habe ich falsch gemacht? Ein Anruf bei der Firma Mikar hilft weiter. "Nein, Sie haben nichts falsch gemacht", erklärt mir eine Mitarbeiterin, die sämtliche Paramenter von Deggendorf aus überprüfen kann. "Das ist ein Verbindungsfehler", informiert sie mich. "Machen Sie mal die Tür zu", werde ich aufgefordert. Ich harre der Dinge - und tätsächlich: Es klickt! Die Damen am Telefon hat die Türen des Nissans von Deggendorf aus verschlossen.

Fazit

Alles, was online erledigt werden kann, klappt völlig problemlos. Die einzelnen Schritte, die notwendig sind, um losfahren zu können, sind etwas gewöhnungsbedürftig. Auch beim Zurückbringen des E-Cars ist einiges zu beachten. Doch wer das ein paar Mal gemacht hat, wird nicht mehr lange darüber nachdenken, ob er erst das Kabel wegpacken oder auf die App schauen soll.

Das E-Car, ein Nissan mit sieben Sitzen, kann per App gebucht werden.
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