11.10.2018 - 13:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Echte Weidener Jungs" für die Blue Devils

Florian Lehner ist beim EV Weiden auf dem Sprung zum Stammspieler. Der Weidener Eishockey-Klub setzt auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Bereits sechs eigene Talente gehören heuer zum Oberliga-Kader.

Knapp ein Jahr lief der Weidener Verteidiger Florian Lehner (rechts, hier mit seinem Freund Allan Gekhman) in Kanada für die High School South Delta Secendary in Tsawassen auf.
von Autor LSTProfil

Christian Meiler, Stephan Hagn, Peter Gruhle, Florian Bartels oder der jetzige Co-Trainer Florian Zellner – die Liste der ehemaligen Jugendspieler, die den Sprung in die erste Mannschaft des aktuellen Eishockey-Oberligisten EV Weiden geschafft haben, ist lang. Und sie wird in dieser Saison um sechs weitere Namen ergänzt. Einer davon ist der gebürtige Weidener Florian Lehner, der nach seinem Debüt in der vergangenen Spielzeit heuer fest zum Oberliga-Kader gehört.

Rückblick: 4. März 2018 – die Blue Devils Weiden treten kurz vor den Play-Offs beim Traditionsverein EV Landshut an. Der 18-jährige Verteidiger Florian Lehner, der seit Beginn der Saison 2017/18 immer wieder bei der „Ersten“ trainiert, bekommt erstmals richtig viel Eiszeit und erntet dabei zudem gute Kritiken. „Ein unvergesslicher Abend“, blickt der 1,90 Meter große und 96 Kilogramm schwere Modellathlet, der zuvor einen Kurzeinsatz gegen Rosenheim hatte und fest in der U19-Bayernliga-Truppe des EVW spielte, auf seine Premiere zurück.

Dass der EV Weiden seit vielen Jahren eine intensive und erfolgreiche Nachwuchsarbeit betreibt, ist bekannt. Über Jahre hinweg wurde mit viel Engagement und auch unter Aufwendung von hohen finanziellen Mitteln an der Ausbildung der Spieler gearbeitet. Heuer nun sind die ersten Spieler aus diesen Jahren des Aufbaus in ein Alter gekommen, in dem sie die ersten Schritte bei den Senioren machen sollen.

„Unser Ziel muss sein, in den nächsten Jahren mehr und mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft einzubauen“, gab Vorsitzender Thomas Siller Anfang 2018 deutlich zu verstehen. Deshalb haben sich die sportliche Leitung und die Vorstandschaft dazu entschieden, in dieser Saison mit Torhüterin Lena-Maria Völkl (18 Jahre) und den Spielern Jonas Voigt (18), Valentin Bäumler (16), Kevin Kroschinski (19), Paul Wolf (18) sowie Lehner jungen Talenten die Chance zu geben, sich zu etablieren.

„Natürlich ist der Weg als Stammspieler in die Oberliga Süd nicht einfach. Aber der EV Weiden traut seinen talentierten Akteuren diesen Schritt zu. Genauso wird die Entwicklung der weiteren U20-Spieler verfolgt. Auch Spieler aus der U17-Mannschaft sind bereits jetzt im Fokus der sportlichen Leitung“, erkläre Siller. Nur so werde es gelingen, in den nächsten Jahren eine Mannschaft aufzubauen, die das Prädikat „Weidener Jungs“ wiederbelebe.

Ein echter „Weidener Junge“ ist dabei Lehner, der aus einer durchwegs sportlichen Familie stammt. Seine Vater Stefan, ehemaliger Basketballer des TB Weiden und Betreuer im Jugendbereich des EV Weiden, und seine Mutter Alice, frühere Turnerin in Waldershof, haben dem 18-Jährigen die nötigen Gene quasi in die Wiege gelegt. Sein großes Vorbild ist aber sein Bruder Daniel Feiler gewesen, der lange Jahre ebenfalls Eishockey gespielt hatte.

„Daniel hat mich zu diesem Sport gebracht“, erinnert sich Florian Lehner. Bereits im Alter von drei Jahren stand er auf dem Eis, durchlief sämtliche Jugendteams der Blue Devils und absolvierte etliche Stützpunkt-Trainings des Bayerischen Eishockey-Verbandes (BEV). Der erste sportliche Höhepunkt in der vielversprechenden sportlichen Karriere ließ logischerweise nicht lange auf sich warten. Mit 15 Jahren lief Lehner zusammen mit seinem Team in der Saison 2014/15 in der Schüler-Bundesliga auf.

Seine weiteren Sporen verdiente er sich schließlich vom 28. August 2016 bis 30. Juni 2017 im Eishockey-Mutterland Kanada. An der High School South Delta Secendary in Tsawassen verbrachte er knapp ein Jahr – eine „herrliche und lehrreiche Zeit“, so der Verteidiger. „Es war einfach eine andere Kultur, eine andere Sprache und eine andere Art von Eishockey, was ich dort kennenlernen durfte. In Kanada wird wegen der kleineren Eisflächen schneller, körperlicher und taktisch anders gespielt“, erinnert sich Florian Lehner, der dort bei einer Gastfamilie in den normalen Tagesablauf integriert war.

Alles Erfahrungen, die ihn in dieser Spielzeit bei den EVW-Senioren weiterhelfen. „Die Herren haben mehr Routine und ein besseres Timing. Sie spielen schneller und körperbetonter“, weiß der 18-Jährige, der zudem in der Weidener U20 zum Einsatz kommen wird. „In der Jugend hingegen ist alles etwas langsamer, weshalb es nicht immer einfach ist, sich wieder umzugewöhnen.“

Die sportlichen Ziele für sich hat Florian Lehner daher klar definiert: „Ich möchte regelmäßige Einsatzzeiten in der Oberliga bekommen und mich zum Stammspieler entwickeln.“ Privat strebt der Schüler des Kepler-Gymnasiums ein Studium vor Ort an, um in Zukunft weiter für den EV Weiden spielen zu können, und so die Liste der „echten Weidener Jungs“ fortzuschreiben.

Gänsehaut-Moment: Florian Lehner beim Einlaufen ins Weidener Eisstadion. Der 18-Jährige gehört heuer zum festen Stamm des Eishockey-Oberligisten.

Vergangene Saison jagte Florian Lehner (mittlere Reihe, Sechster von links) mit der U19 des EV Weiden in der Bayernliga dem Puck hinterher.

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