03.07.2020 - 17:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Eichenprozessionsspinner werden eingesammelt

Die Autobahndirektion Nordbayern kämpft gegen den Eichenprozessionsspinner und lässt dessen Nester entlang der Straßen einsammeln. Besonders die westliche Oberpfalz ist von dem für den Menschen giftigen Insekt betroffen.

Eine Fachfirma saugt Eichenprozessionsspinner im Schwandorfer Freibad ab.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Die Autobahndirektion Nordbayern bekämpft derzeit im Bereich der Dienststellen Fürth und Bayreuth den Eichenprozessionsspinner. Fachfirmen sammeln in den nächsten Wochen entlang der Autobahnen und Rastanlagen die Nester der verpuppten Raupen ab.

Bereits seit Mitte Juni fahren Mitarbeiter die Parkplätze der Autobahnen der Dienststelle Bayreuth ab, um an befallenen Bäumen die Raupennester zu entfernen. Ein Schwerpunkt sei die A93 bei Weiden, heißt es in einer Mitteilung. Erst am Donnerstag waren dort an mehreren Bäumen neue Nester aufgefallen, erläutert Peter Krause von der Abteilung Landschaftspflege.

Die Dienststelle Fürth, die sich unter anderem um die A93 zwischen den Luhe-Wildenau und Ponholz sowie um die A3 zwischen Nürnberg und Parsberg kümmert, lässt die Raupen seit Ende Juni einsammeln. Die Bekämpfung des für den Menschen gefährlichen Tiers soll bis Ende Juli dauern.

Beim Wachsen häuten sie sich mehrfach. Ab der dritten Häutung tragen sie die giftige Haare, weiß Krause. Bei Hautkontakt können sie zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zur Bildung von Quaddeln am Körper führen. Wer sie einatmet, kann Reizungen der Mund- und Nasenschleimhäute oder einen Asthmaanfall erleiden, heißt es in der Mitteilung.

Die Raupe schlüpft meist im April "als Winzling", erklärt Krause. Unter anderem wegen des teils sehr kühlen und regnerischen Wetters im Mai und Juni hätten sich die Raupen in den bayerischen Wäldern aber teils schwächer ausgebreitet als im Vorjahr, sagt Gabriela Lobinger von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising. Auch zunehmender Parasitenbefall der Eier und Raupen spielten dabei eine Rolle. Außerhalb der Wälder seien die Meldungen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aktion der Autobahndirektion findet jährlich statt, "letztes Jahr in einem ähnlichen Umfang", erläutert Tobias Bäumler, Baudirektor und Leiter der Dienststelle in Fürth.

Darum ist der Eichenprozessionsspinner so gefährlich

Amberg

Da der Eichenprozessionsspinner bevorzugt einzeln stehende und gut besonnte Eichen besiedelt, komme er häufig an Stadt- und Parkbäumen, Straßenalleen, in Gärten und Anlagen sowie an Waldrändern vor, erläutert Lobinger. Bei Befall sind Ruhezonen auf Rastanlagen abgesperrt.

Besonders in besiedelten Gebieten werden die Raupen daher oft bekämpft - meist durch Absaugen der Gespinstnester. Krause: "Wir versuchen, das Tier vor der dritten Häutung zu erwischen. Aber ausrotten werden wir es nicht." Zu den Kerngebieten des Befalls zählen laut LWF Unter- und Mittelfranken, Teile Oberfrankens, die westliche Oberpfalz, Schwaben und das nördliche Oberbayern. Seit 2019 hätten sich zudem Hotspots im südlichen Oberbayern und im Ostallgäu entwickelt.

Der Eichenprozessionsspinner an einem Baum.

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