31.05.2019 - 17:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Eichenprozessionsspinner: Gefahr für Menschen

In Amberg machte der Eichenprozessionsspinner diese Woche schon Schlagzeilen, weil die Stadt mit Niemöl gegen ihn kämpft. Wenn man ihm trotzdem mal zu nah gekommen ist, weiß das Landratsamt, was zu tun ist.

Raupen eines Eichenprozessionsspinners klettern an einem Ast entlang: Die feinen Haare des Tierchens können beim Menschen gesundheitliche Probleme verursachen.
von Heike Unger Kontakt Profil

Michaela Basler vom Gartenbauamt des Landratsamtes Amberg-Sulzbach erklärt, warum das kleine Tierchen für den Menschen ein Problem ist: "Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der im ausgewachsenen Zustand für Mensch und Tier harmlos ist. Seine Raupen allerdings entwickeln, zum Schutz vor Fressfeinden, feine Haare, die bei uns Menschen eine akute Gesundheitsgefährdung hervorrufen können."

Das ist auch der Grund dafür, warum man die vom Eichenprozessionsspinner befallenen oder mit seinen Gespinsten überzogenen Bäume der zuständigen Gemeinde melden sollte, wie Basler hinzufügt.

Zum Thema Gespinst merkt Basler allerdings auch an: "Nicht jedes sichtbare Gespinst in der Natur stammt vom Eichenprozessionsspinner. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit der häufig auftretenden Gespinstmotte, die für den Menschen harmlos ist. Die Gespinstmotte tritt insbesondere an Schlehen, Pfaffenhütchen, Faulbaum, Eberesche, Traubenkirsche, Weide und Erle auf."

Niemöl gegen den Spinner

Amberg

Wenn es darum geht, den Eichenprozessionsspinner oder seine Gespinste von öffentlichen Flächen zu beseitigen, sind laut Basler die Gemeinden zuständig. Auf Privatgrundstücken ist dagegen der jeweilige Eigentümer verantwortlich . In Amberg hat die Stadt Anfang der Woche eine Bekämpfungsaktion mit Niemöl unternommen.

Das Gartenbauamt des Landratsamtes Amberg-Sulzbach steht zu Fragen zum Eichenprozessionsspinner beratend zur Verfügung. Ansprechpartnerin ist Michaela Basler (09621/39 239; gartenbau[at]amberg-sulzbach[dot]de). Informationen gibt es auch im Internet (www.lwf.bayern.de).

Typische Symptome :

Wer dem Eichenprozessionsspinner zu nahe gekommen ist, kann gesundheitliche Probleme bekommen. Typisch sind laut Landratsamt die folgenden Symptome:

  • Juckende, entzündliche Hautausschläge, Rötungen, Quaddeln und Bläschen (Raupendermitis)
  • Entzündung der Augenbindehaut
  • Reizungen im Rachen, Halsschmerzen, Husten
  • Allergische Reaktionen
Maßnahmen zum Selbstschutz:

Die bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft empfiehlt folgende Maßnahmen zum Selbstschutz:

  • Befallene Bereiche meiden und Warnhinweise beachten
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Kontaminierte Schuhe und Kleidung nicht mit in den Wohnbereich bringen
  • Bei hoher Empfindlichkeit (zum Beispiel Asthmatiker) Pollenfilter verwenden (Auto und Wohnraum)
  • Kleidung wechseln und waschen (über 60 Grad)
  • Duschen und Haare waschen
  • Augen mit Wasser ausspülen.
Woher der Spinner seinen Namen hat:

Über den Eichenprozessionsspinner liefert das Landratsamt noch wissenswerte Hintergrund-Informationen: „Die Raupen des Schmetterlings treten bevorzugt in warmen, trockenen Regionen auf, wo sie sich von Knospen und Blättern verschiedener Eichenbäume ernähren“, schreibt Michaela Basler vom Gartenbauamt.

  • Nach Informationen der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft trägt der Eichenprozessionsspinner seinen Namen, weil er abends in Prozessionen zum Fressen in die Eichenkronen wandert: Bis zu 30 Tieren nebeneinander bilden eine bandförmige Prozession von bis zu zehn Metern Länge.
  • Die Raupen schlüpfen Ende April/Anfang Mai. Männliche Tiere durchlaufen fünf Stadien, während es bei den weiblichen sechs sind.
  • Ab dem dritten Raupenstadium werden zusätzlich die lediglich 0,1 mm kurzen Brennhaare ausgebildet, die bei Kontakt Gesundheitsprobleme hervorrufen können. Die Brennhaare und damit die Gespinste bleiben über Jahre toxisch.
  • Ab Mitte Juni/Anfang Juli verpuppen sich die Alt-Raupen. Das dauert drei bis fünf Wochen. Nach dem Schlüpfen der Falter bleiben die Gespinste aus Brennhaaren, Spinnfäden, Häutungsresten und Puppenhüllen über Jahre am Baum erhalten.

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