22.09.2020 - 16:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Einbruch bei Tierarzt: 39-Jähriger muss ins Gefängnis

Als ein Weidener an einem Sonntagvormittag im Juni heimkam, traute er seinen Augen kaum: Ein Mann stand in seinem Wohnzimmer. Wie sich herausstellte, hatte der Unbekannte in Wohnung und Tierarztpraxis eingebrochen. Nun stand der Prozess an.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
von Autor RNSProfil

Ein Weidener traf im Juni diesen Jahres in seiner Wohnung eine unbekannten Mann an. Auf die Frage was er hier mache, antwortete der Fremde: „Ich bin hier zu Besuch“ – und flüchtete. Der Tierarzt rief die Polizei, als er entdeckte, dass der Einbrecher vieles aus der Praxis und der darüberliegenden Wohnung gestohlen hatte. In der Tierarztpraxis fehlte eine Geldkassette mit etwa 390 Euro. In der Wohnung fehlte Schmuck der Ehefrau im Gesamtwert von 10.000 Euro, dazu eine 1600 Euro teure Designer-Handtasche, in der zudem 550 Euro in bar gewesen waren. Außerdem waren 550 Euro Bargeld sowie US-Dollars, tschechische Kronen und andere Fremdwährungen weg.

Die Polizei konnte den flüchtigen Täter in Altenstadt festnehmen. Gegen einen 36-jährigen sportlichen Neustädter Polizisten hatte dieser keine Chance gehabt, zu entkommen. Unterwegs hatte der 39-Jährige Teile seiner Beute verloren und auch etwas, für eine spätere Abholung gedacht, am Straßenrand deponiert. Am Dienstag stand der Mann aus dem Landkreis Neustadt/WN nun vor dem Schöffengericht. Staatsanwältin Anja Benner-Tischler warf ihm „besonders schweren Diebstahl“ vor. Letztlich ließ sich nicht nachweisen, dass der Geschiedene die Haustür aufgebrochen hatte. Der Tiermediziner war sich nicht sicher, dass das Türschloss richtig versperrt und nicht bloß eingeschnappt war. Ansonsten gestand der Angeklagte alles. Er hatte auch nach seiner Festnahme den Beamten seinen Fluchtweg gezeigt. So waren Teile des Diebesguts wieder gefunden worden und konnten dem Besitzer zurück gegeben werden.

Staatsanwältin Benner-Tischler hielt dem Angeklagten sein Geständnis und seine Mitwirkung zugute und auch, dass der Arbeitslose die Taten aus Suchtdruck heraus verübt hatte. Er habe Geld für Drogen gebraucht, hatte der seit vielen Jahren Heroin-Süchtige gestanden. Erschwerend wirkten sich jedoch die vielen Vorstrafen aus. 15 Mal war der Mann, der 1994 als 13-Jähriger mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen war, schon vorgeahndet. Eintragungen, meist wegen Diebstahl, einmal wegen eines ähnlichen Wohnungseinbruchs und zuletzt auch wegen Rauschgift wies das Bundeszentralregister auf. Rechtsanwalt Jörg Meyer machte geltend, dass sein Mandant sich jetzt bemühe, auf den richtigen Weg zu kommen. Er sei jetzt in Behandlung wegen seiner Drogensucht und habe Arbeit in Aussicht. Der Verteidiger plädierte auf eineinhalb Jahre auf Bewährung. „Irgendwann einmal muss auch ein Drogenabhängiger zur Besinnung kommen und einsehen, dass er seine Sucht nicht ständig durch Straftaten finanzieren kann“, stellte Richter Hubert Windisch fest und verurteilte den Angeklagten, gemäß Staatsanwältin Benner-Tischlers Antrag, zu zweieinviertel Jahren ohne Bewährung.

Drogen aus dem Darknet: Gericht verurteilt Angeklagten

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