22.05.2019 - 17:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Endlich Millionen auf der hohen Kante

Kräftig gespart und Schulden abgebaut. Weiden hat viel Geld auf der hohen Kante. Das vorläufige Jahresergebnis für den Haushalt 2018 entzückt im Finanzausschuss. Doch die Millionen sind kein Spielgeld. Wichtige Aufgaben warten.

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt konnte die Kämmerei um 2 Millionen auf 136,8 Millionen steigern und die Ausgaben um 10 Millionen auf 124 Millionen Euro senken. Damit war es möglich, die Zuführung an den Vermögenshaushalt gegenüber der Haushaltsplanung um fast 10 Millionen auf 12,766 Millionen Euro zu steigern. Die geplante Entnahme aus den Rücklagen sank von fast 8 Millionen Euro auf 2 Millionen Euro. Im Vermögenshaushalt stehen 25,538 Millionen Euro an Einnahmen (geplant: 13,232 Millionen Euro) und Ausgaben von 40,371 Millionen Euro (24 Millionen Euro).

Stolz sind die Finanzmanager, voran Kämmerin Cornelia Taubmann und Wirtschaftsjurist Michael Fröhlich, der den Jahresabschluss erläuterte, auf die Entwicklung bei den Rücklagen: Diese erreichten im vorläufigen Jahresabschluss eine Rekordhöhe von 23,328 Millionen Euro.

Dies ermöglichte der Schuldenabbau durch 9 Millionen Stabilisierungshilfe, davon 4,9 Millionen Euro für Schuldendienst, die Steigerung der Gewerbesteuer um 3,6 Millionen Euro (auf 24,6 Millionen Euro) sowie der Schlüsselzuweisungen um 1,1 Millionen Euro, "Einsparungen von 1,6 Millionen Euro allein bei den Geschäftsausgaben der Bauverwaltung (etwa 371 696 Minderausgaben wegen Verzicht auf Bebauungspläne, städtebauliche Wettbewerbe usw.), Umschuldungen sowie die Zuführung eines 3,2 Millionen Euro großen Bausparvertrages. Die Verkauf eines Gewerbegrundstücks in Weiden West brachte fast 760 000 Euro. Ihre Schulden baute die Stadt um sechs Millionen auf 58 382 Millionen Euro ab.

Die Stadtkämmerin, sonst stets aufs Sparen bedacht. räumte ein: "Da ist endlich Luft drin." OB Kurt Seggewiß sah die Chance, "etwas Speck" anzusetzen. "Wir brauchen die Rücklagen für schlechtere Zeiten." SPD-Fraktionschef Roland Richter forderte, die Rücklagen "wieder in den Kreislauf zu bringen", "durch Investitionen im Bildung und ins Gewerbegebiet West IV." Die Schulden seien inzwischen auf einen Stand gesunken, "mit dem die Stadt gut leben kann". Und er verteilte Bestnoten an die Verwaltung: "Das ist ein sportlicher, fitter Haushalt geworden."

Als "feine Sache" bezeichnete CSU-Fraktionschef Markus Bäumler den Jahresabschluss, um dann gleich zu kritisieren, dass es der Stadt nicht gelinge, den nötigen Personalstamm aufzubauen. Dies gelte besonders für die Bauverwaltung. Dort fehle Personal, um Projekte und Planungen umzusetzen. In dieselbe Kerbe schlug Grünen-Fraktionssprecher Karl Bärnklau. Es sei zwar positiv, wenn Geld übrig bleibe. Die Stadt müsse ihr Personal verstärken. Dies sei Aufgabe des Personalausschusses. Wichtige Aufgaben warteten auf die Umsetzung. Viele geschobene Projekte gelte es nachzuholen. Auch Richter forderte,, den "Flaschenhals" aufzuweiten. Für die Bürgerliste sagte Reinhold Wildenauer, die Stadt solle sich nur Projekte vornehmen, die sie auch handeln könne.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.